<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><atom:link href="https://BG060125.antragsgruen.de/BG060125/feedmotions" rel="self" type="application/rss+xml" />
            <title>Sonder BG: unsere Änderungsanträge für das Wahlprogramm!: Anträge</title>
            <link>https://BG060125.antragsgruen.de/BG060125/feedmotions</link>
            <description></description>
            <image>
                <url>https://BG060125.antragsgruen.de/img/logo.png</url>
                <title>Sonder BG: unsere Änderungsanträge für das Wahlprogramm!: Anträge</title>
                <link>https://BG060125.antragsgruen.de/BG060125/feedmotions</link>
            </image><item>
                        <title>A4: WP-01-K3: Frieden in Freiheit sichern – innen und außen</title>
                        <link>https://BG060125.antragsgruen.de/BG060125/WP-01-K3-Frieden-in-Freiheit-sichern-innen-und-aussen-25719</link>
                        <author>Bundesvorstand (dort beschlossen am: 17.12.2024)</author>
                        <guid>https://BG060125.antragsgruen.de/BG060125/WP-01-K3-Frieden-in-Freiheit-sichern-innen-und-aussen-25719</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unsere Demokratie ist das Fundament unseres Landes. Sie stellt das in den<br>
Mittelpunkt, was uns zusammenhält: die Freiheit und die Würde der Menschen.<br>
Unsere Demokratie ist Gemeinsamkeit in Vielfalt und sie ist wehrhaft. Sie lebt<br>
von einer gemeinsamen demokratischen Kultur ebenso wie von starken<br>
Institutionen. Und sie lebt von einem starken Europa.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Demokratie geht von den Bürger*innen aus – und hat deshalb die Kraft des<br>
Zusammenhalts. Liberale Demokratie heißt freier Wettbewerb um die beste Idee und<br>
Lösung - und hat deshalb die Kraft zur Erneuerung, die Kraft, die drängenden<br>
Probleme zu lösen. Sie lebt von gegenseitiger Zuwendung, vom Streit in Respekt,<br>
von der Kompromiss – und Koalitionsbereitschaft unter Demokrat*innen. Im<br>
Angesicht der Bedrohungen für unsere Demokratie kommt es darauf an: Wir müssen<br>
uns als Land auf unsere demokratische Kraft neu besinnen. Unsere Demokratie<br>
stärken heißt, sie nach innen lebendig zu halten. Demokratie stärken heißt,<br>
jetzt die drängenden Zukunftsfragen anzugehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unser Land weiß um seine Kraft als Einwanderungsland, das Menschen willkommen<br>
heißt und Schutz bietet – im Inneren vereint und mit der Welt verbunden,<br>
streitbar unter Demokrat*innen, aber mit klarer Kante gegen Diskriminierung.<br>
Unsere Demokratie entfaltet ihre Stärke dann, wenn alle Menschen<br>
gleichberechtigt teilhaben und mitbestimmen können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine starke Demokratie verbindet Freiheit und Sicherheit. Sie steht auf dem<br>
Fundament eines verlässlichen Rechtsstaats, einer unabhängigen Justiz. Sie<br>
schützt unsere Rechte und unsere Freiheiten. Sie wird geschützt durch<br>
Demokratinnen und Demokraten – und zugleich durch handlungsfähige<br>
Sicherheitsbehörden, engagierte Polizist*innen und einen starken<br>
Bevölkerungsschutz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu lange haben wir in Deutschland geglaubt, unsere Sicherheit in Europa sei<br>
selbstverständlich. Aber unsere Sicherheit wird von außen und innen angegriffen,<br>
und beide Dimensionen greifen zunehmend ineinander über. Sicherheit im 21.<br>
Jahrhundert bedeutet, dass unsere Bundeswehr gut ausgerüstet ist, und ebenso,<br>
dass wir unsere Bahnstrecken, Häfen und Stromleitungen schützen, Lieferengpässe<br>
vermeiden, Cyberangriffe verhindern und unsere Demokratie wehrhaft machen.<br>
Sicherheit bedeutet: uns unabhängiger machen von autoritären Regimen wie<br>
Russland oder China.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dafür sind wir angewiesen auf ein starkes gemeinsames Europa. Die Europäische<br>
Union ist das erfolgreichste Friedensprojekt seit Ende des Zweiten Weltkriegs.<br>
Wo uns einst Frontlinien und Stacheldraht trennten, später dann Mauern und<br>
Grenzposten, verbindet uns heute das Bekenntnis zu Freiheit, Rechtsstaat und<br>
Demokratie. Deshalb wollen wir die EU stärken, erweitern und reformieren. Als<br>
größtes und wirtschaftlich stärkstes Land tragen wir dafür besondere<br>
Verantwortung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir arbeiten an starken globalen Partnerschaften – für eine Welt in Frieden und<br>
Freiheit, in der sich Kooperation gegen Konkurrenz und Krieg behauptet und die<br>
Stärke des Rechts über das Recht des Stärkeren triumphiert. Der russische<br>
Angriffskrieg gegen die Ukraine, der Konflikt in Nahost, humanitäre Notlagen wie<br>
in Gaza oder im Sudan, aber auch die Klimakrise erfordern höchste<br>
Aufmerksamkeit. Auch das Weltmachtstreben Chinas ist eine Herausforderung für<br>
die internationale Zusammenarbeit. Mit der ganzen Kraft der Diplomatie stellen<br>
wir Kooperation und eine regelbasierte internationale Ordnung dem gefährlichen<br>
Modell der Autokraten entgegen. Wir setzen auf einen zukunftsfesten<br>
Multilateralismus und Partnerschaften zunehmend auch im Globalen Süden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine ist auch ein Angriff auf die<br>
europäische Friedensordnung – und damit auf unser Fundament aus Frieden,<br>
Freiheit, Demokratie und Menschenrechten. Diese Werte müssen wir in einem<br>
starken Europa und in einer starken NATO schützen und verteidigen können.<br>
Sicherheit denken wir von jedem einzelnen Menschen aus, dessen Würde und<br>
Freiheit im Zentrum unserer Politik steht. Deshalb ist Frieden mehr als die<br>
Abwesenheit von Krieg. Frieden schafft Raum für Freiheit und Wohlstand, Teilhabe<br>
und Selbstbestimmung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>A. Eine lebendige Demokratie</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für demokratischen Zusammenhalt</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zusammenhalt entsteht dort, wo Menschen zusammenkommen, bei der Arbeit oder in<br>
der Schule, beim Sport oder Musik machen oder beim Einsatz für gute Zwecke oder<br>
dem gemeinsamen Feiern. Im Dorfgemeinschaftshaus, auf dem Fußballplatz oder in<br>
Kirchen, Moscheen oder Synagogen kann Demokratie lebendig werden. Dazu gehören<br>
auch kulturelle Einrichtungen wie Theater, Kinos, Bibliotheken oder Clubs, die<br>
Raum für neue Begegnungen und gemeinsame Erfahrungen oder Projekte geben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Damit wir gut zusammen leben, müssen Straßen, Parks und Bahnhöfe nicht nur<br>
funktional und sauber, sondern für alle Menschen sicher sein. Wir schaffen<br>
öffentliche Räume, an denen Menschen gern zusammenkommen, weil sie Zugang haben<br>
und sich wohlfühlen. Auch Kulturorte, Geschäfte und Gastronomie sind Teil davon:<br>
Wir wollen diese Orte im Gewerbemietrecht vor Verdrängung schützen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vielfältige Medien sind zentrale Räume für den gesellschaftlichen Austausch und<br>
für unsere Demokratie. Hier entsteht ein gemeinsamer Informationsstand – lokal<br>
und mit der ganzen Welt. Hier wird Kritik geäußert und nach Lösungen gesucht.<br>
Deshalb müssen wir ihre Zukunft unter den neuen Bedingungen von Digitalisierung<br>
sichern. Wir setzen uns ein für eine lebendige regionale Medienlandschaft – und<br>
fördern gezielt den Lokaljournalismus. Eine kluge und mit den Ländern<br>
abgestimmte Förderung zielt auf die Unterstützung der Arbeit von<br>
Journalist*innen, stärkt die Medienvielfalt und schützt funktionierende Märkte –<br>
auch durch gemeinnützige Ansätze. Gleichzeitig machen wir den Journalismusberuf<br>
attraktiver und sicherer, um gut ausgebildete Nachwuchskräfte für die Zukunft zu<br>
gewinnen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir würdigen den Beitrag der Kirchen sowie der Religions- und<br>
Weltanschauungsgemeinschaften zum demokratischen und sozialen Zusammenhalt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine Erinnerung, die uns wach hält</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir müssen unsere Erinnerung wach halten – auch damit sie uns und unsere<br>
Demokratie wach hält. Wir tragen Verantwortung für unsere Geschichte – auch weil<br>
aus ihr die Chance auf eine gute Zukunft erwächst. Deshalb zählt ein guter<br>
Geschichtsunterricht an den Schulen zum Fundament unserer Demokratie. Deshalb<br>
pflegen wir unsere Erinnerungsorte – in denen wir etwas über das<br>
Menschheitsverbrechen der Shoah erfahren, aber auch über demokratische Aufbrüche<br>
und bürgerschaftlichen Mut.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Massenverbrechen des Nationalsozialismus sind uns Mahnung: Nie wieder!<br>
Deswegen ist es wichtig, die KZ-Gedenkstätten mit ausreichend Mitteln<br>
auszustatten. Besonders nach dem Verschwinden der Zeitzeug*innen sind sie<br>
wichtige Orte der Vermittlung eines kritischen Geschichtsbewusstseins an<br>
kommende Generationen. Deswegen wollen wir es allen Schüler*innen ermöglichen,<br>
einmal in ihrer Schulzeit eine NS-Gedenkstätte zu besuchen und das auch<br>
finanziell unterstützen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir intensivieren die Beschäftigung mit dem Antiziganismus und dem aus ihm<br>
resultierenden historischen Unrecht, das die Betroffenen erfahren haben. Dabei<br>
nehmen wir explizit auch das fortgesetzte Unrecht nach 1945 in den Blick. Die<br>
Verbrechen der deutschen Geschichte gegenüber Menschen mit Behinderung werden<br>
wir weiter aufarbeiten und die Opfer angemessen entschädigen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen auch neue Formen des Erinnerns entwickeln und unterstützen. Wir<br>
stehen zur Realisierung des geplanten Dokumentationszentrums „Zweiter Weltkrieg<br>
und deutsche Besatzungsherrschaft“ und des Projekts „Deutsch-Polnisches Haus“.<br>
Die Auseinandersetzung mit dem DDR-Unrecht werden wir konsequent fortführen und<br>
die Errichtung des Mahnmals für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft<br>
vorantreiben. Die Opfer der SED-Diktatur leiden bis heute an den oft<br>
schwerwiegenden Folgen, sie müssen besser unterstützt werden. Opfer des DDR-<br>
Doping-Systems wollen wir in den Kreis der Anspruchsberechtigten aufnehmen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gleichzeitig erinnern wir uns an das einzigartige Glück Deutschlands, die<br>
friedliche Revolution geschafft zu haben, weshalb wir heute in einem vereinten<br>
Deutschland im Herzen Europas leben können. Das Zukunftszentrum für Deutsche<br>
Einheit und Europäische Transformation in Halle wollen wir als einen Ort der<br>
Würdigung, des Austausches der Erfahrungen und der Forschung unterstützen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In der Bundesregierung haben wir die Aufarbeitung der deutschen<br>
Kolonialvergangenheit im Dialog mit den betroffenen Ländern vorangetrieben und<br>
wollen dies durch ein Lern- und Erinnerungszentrum und mithilfe lokaler<br>
Initiativen in die Gesellschaft tragen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen die deutsche Erinnerungskultur weiter für die Realität der<br>
Einwanderungsgesellschaft öffnen und die Erinnerung an die Opfer von rechter<br>
Gewalt dauerhaft darin aufnehmen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für handlungsfähige Kommunen</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Staatliche Leistungen müssen funktionieren – von Krankentransporten bis zu<br>
Kindergärten. In den Kommunen zeigt sich unmittelbar, ob der Staat seinen<br>
Aufgaben hinreichend nachkommt und Bürger*innen verlässliche öffentliche<br>
Infrastruktur und soziale Dienstleistungen ermöglicht. Wenn diese Aufgabe<br>
gelingt, stärkt dies das Vertrauen der Menschen in die Demokratie. Die Kraft<br>
unseres Landes liegt in erster Linie in den Kommunen, bei den Menschen vor Ort.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Aktuell ist jede zweite Kommune nicht mehr in der Lage, notwendige Vorhaben zu<br>
finanzieren. Allein zum Erhalt und zur Sanierung der kommunalen Infrastruktur,<br>
dazu zählen zum Beispiel Straßen, Schwimmbäder, Jugendclubs, Sportplätze und<br>
Kultureinrichtungen, fehlen bundesweit 186 Milliarden Euro. Durch den<br>
Deutschlandfonds geben wir Kommunen endlich die Möglichkeit, diese dringend<br>
notwendigen Investitionen zu finanzieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Viele finanzschwache Kommunen stecken in einem Teufelskreis. Um ihnen wieder<br>
eine Perspektive zu geben, setzen wir uns für eine faire Unterstützung bei<br>
kommunalen Altschulden ein. An die Kommunen übertragene Aufgaben wie die<br>
Bereitstellung von Rettungsdiensten, die Unterbringung von Geflüchteten oder<br>
Jugendsozialarbeit müssen vollständig von Bund und Ländern übernommen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Über die Bedürfnisse vor Ort sollen die Kommunen entscheiden – nicht allein die<br>
Vorgaben aus den Hauptstädten. Wir haben die Möglichkeiten der Kommunen, von<br>
Energieprojekten zu profitieren, gestärkt und werden sie weiter ausbauen.<br>
Förderprogramme für die Kommunen werden wir daher weiter vereinfachen und nach<br>
klaren Regeln gestalten. Indem wir die Gelder den Kommunen künftig direkt zur<br>
Verfügung stellen und die ungebundenen kommunalen Mittel stärken, richten sich<br>
die Programme stärker nach den tatsächlichen Bedürfnissen vor Ort. Für mehr<br>
Transparenz im Umgang mit Fördergeldern bauen wir die Förderdatenbank aus.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine starke demokratische Gesellschaft</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Fundament unserer Demokratie sind starke Institutionen und eine lebendige<br>
Zivilgesellschaft. Die gemeinsame Trägerschaft unserer Demokratie lebt von<br>
Bürger*innen, die sich informieren und einbringen. Diese Möglichkeit braucht<br>
Zeit und Ressourcen – und ist deshalb auch eine Frage der Gerechtigkeit. Durch<br>
eine verlässliche Förderung der demokratischen Zivilgesellschaft stärken wir<br>
unsere demokratische Kultur. Der Schutz der Demokratie ist eine zentrale Aufgabe<br>
des Staates, deswegen wollen wir Programme wie „Demokratie leben!“ mit einem<br>
Demokratiefördergesetz absichern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Menschen, die sich zivilgesellschaftlich oder kommunalpolitisch engagieren,<br>
werden immer wieder Ziel von Angriffen und Anfeindungen. Wir alle, Staat und<br>
Gesellschaft, müssen diese Menschen besser schützen. Üble Nachreden,<br>
Verleumdungen und Bedrohungen müssen sowohl im kommunalpolitischen Alltag als<br>
auch im Internet stärker geahndet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Politische Bildung ist für die demokratische Debatte von entscheidender<br>
Bedeutung. Neben den Landeszentralen spielt dabei die Bundeszentrale für<br>
politische Bildung eine wichtige Rolle, die wir in ihrer Unabhängigkeit und<br>
Unparteilichkeit stärken wollen. Auch die politischen Stiftungen liefern einen<br>
wichtigen Beitrag für die politische Bildungsarbeit in unserer pluralen<br>
Demokratie, soweit sie auf dem gemeinsamen Boden unserer demokratischen<br>
Grundordnung stehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit Bürgerräten besteht die Möglichkeit, den Rat der Menschen als „Expert*innen<br>
des Alltags“ in einem repräsentativen Verfahren einzuholen. Auch das gilt es zu<br>
stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wer dauerhaft seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland hat, muss die Möglichkeit<br>
haben, an Wahlen, Abstimmungen und allen anderen demokratischen Prozessen<br>
gleichberechtigt teilzunehmen. Deshalb wollen wir in einem ersten Schritt das<br>
kommunale Wahlrecht für Drittstaatsangehörige einführen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir sind überzeugt: Transparente und nachvollziehbare Politik stärkt das<br>
Gemeinwohl, dafür müssen mögliche finanzielle Interessen offengelegt und<br>
Karenzzeiten für ausscheidende Regierungsmitglieder erhöht werden. Wir stehen<br>
für ein starkes Parlament. Parlamentsarbeit und Gesetzgebungsverfahren wollen<br>
wir transparenter gestalten und Lobbytreffen der Regierung wie in der<br>
Europäischen Kommission sichtbar machen. So sollen die Sitzungen der<br>
Fachausschüsse in der Regel öffentlich stattfinden und gestreamt werden.<br>
Parteispenden und -sponsoring wollen wir durch einen jährlichen Höchstbetrag<br>
deckeln.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die systematische Unterstützung von Organisationen an Parteien soll klarer<br>
geregelt werden, so dass die wesentlichen Transparenzregeln für Parteien auch<br>
für diese Organisationen gelten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Solange es keine gesetzliche Regelung gibt, wenden wir die über das<br>
Parteiengesetz hinausgehenden Regelungen unseres Spendenkodex an.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für die Unterstützung von freiwilligem Engagement</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In Deutschland engagieren sich knapp 30 Millionen Menschen freiwillig. Sie<br>
engagieren sich im Sportverein, organisieren Kulturveranstaltungen oder<br>
unterstützen die Nachbarschaftshilfe. Sie bringen sich ehrenamtlich in die<br>
freiwillige Feuerwehr oder das Rote Kreuz ein. Viele junge Menschen entscheiden<br>
sich, ein Jahr ihres Lebens nach der Schule in den Dienst der Gesellschaft zu<br>
stellen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>All dieses Engagement der Menschen in unserem Land ermöglicht überhaupt erst<br>
unser Zusammenleben. Es hält uns zusammen und stärkt auch unsere demokratische<br>
Gemeinsamkeit in Vielfalt. Wir wollen deshalb Engagement unterstützen und<br>
Leistung anerkennen. Wenn für Ehrenämter Aufwandsentschädigungen gezahlt werden,<br>
sollen sie einheitlich pauschal steuerfrei sein. Zusammen mit Ländern und<br>
Kommunen wollen wir eine bundesweite Engagementkarte einführen, um den Besuch<br>
von Schwimmbädern und Kultureinrichtungen oder die Nutzung des öffentlichen<br>
Personennahverkehrs (ÖPNV) zu vergünstigen. Wir werden die Zugänge zum<br>
freiwilligen Engagement auch für Menschen mit geringem Einkommen,<br>
Migrationsgeschichte oder Behinderungen verbessern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen ein Recht auf einen Freiwilligendienst verankern und Plätze im<br>
Bundesfreiwilligendienst ausreichend und verlässlich finanzieren. Viele Menschen<br>
– ob jung oder alt – möchten sich im Freiwilligendienst engagieren und wir<br>
müssen die Türen dafür weiter aufmachen. Dafür wollen wir auch die Bedingungen<br>
für Freiwillige verbessern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zivilgesellschaftliche Organisationen tragen das gemeinnützige Engagement. Ihre<br>
Arbeit wollen wir von überflüssiger Bürokratie entlasten. Zudem erweitern wir<br>
den Katalog gemeinnütziger Zwecke. Wir werden zudem gesetzlich klarstellen, dass<br>
gemeinnützige Zwecke auch durch Teilnahme an der politischen und öffentlichen<br>
Willensbildung verfolgt werden können und sich Organisationen gelegentlich auch<br>
außerhalb ihres gemeinnützigen Zwecks politisch äußern dürfen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für Sport, der verbindet</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine herausragende Säule für das gesellschaftliche Zusammenleben ist der Sport.<br>
Bewegung und Sport verbindet Menschen, schafft und vermittelt regionale<br>
Identitäten und trägt zur Gesundheit bei. Sport vermittelt Grundwerte der<br>
Demokratie, Toleranz und fördert Integration.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir unterstützen eine deutsche Bewerbung für Olympische und Paralympische<br>
Spiele, denn Sportgroßereignisse müssen auch in den demokratischen Ländern<br>
Europas eine Zukunft haben. Wir wollen so zeigen, dass Menschenrechte und<br>
Nachhaltigkeitsziele fester Bestandteil der Sportpolitik sein müssen. Wir wollen<br>
mit einer Agentur wirksam gegen Korruption in internationalen Sportverbänden<br>
vorgehen und mehr Transparenz schaffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit dem Ausbau des Bundesprogramms zur Sanierung von Sportstätten und<br>
Schwimmbädern werden wir den Breitensport stärken und gute Bedingungen für die<br>
Schwimmausbildung oder das Training vor Ort schaffen. Die Belange von Mädchen<br>
und Frauen sowie Inklusion fördern wir gezielt mit unserer Sportpolitik. Mit<br>
einer nationalen Spitzensportstrategie wollen wir die Förderung von<br>
Leistungssportler*innen verbessern und die Mittelvergabe transparenter<br>
gestalten. Wir wollen, dass der E-Sport stärkere Beachtung findet und anerkannt<br>
wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Sport lebt von Fair Play – Maßnahmen gegen Doping und Korruption im Sport müssen<br>
ausgebaut und konsequent durchgesetzt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Fans sind essenziell. Deswegen wollen wir die Fanhilfen in ihrer Arbeit stärken.<br>
Gerade in dem Engagement gegen Rechtsextremismus nehmen die Fanprojekte eine<br>
wichtige Bedeutung ein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für gute Justiz und einen handlungsfähigen Rechtsstaat</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vertrauen in unseren Rechtsstaat entsteht, wenn die Justiz handlungsfähig ist,<br>
schnell entscheidet und Recht effektiv durchgesetzt wird. Dafür braucht es<br>
genügend Richter*innen und Staatsanwält*innen, gut ausgestattete Gerichte sowie<br>
eine entschiedene Digitalisierung der Justiz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit einer Neuauflage des Pakts für den Rechtsstaat wollen wir gemeinsam mit den<br>
Bundesländern die Modernisierung unserer Justiz fortsetzen. Wir wollen ein<br>
deutschlandweites Onlineverfahren für Zivilprozesse, das medienbruchfrei von<br>
Klage bis Urteil arbeitet. Mit der Gruppenklage wollen wir ermöglichen, dass<br>
mehrere Kläger*innen gleichartige Ansprüche gemeinsam gegen eine Beklagte bzw.<br>
einen Beklagten durchsetzen können und die Zivilgerichte in Massenverfahren<br>
entlasten. Wir wollen zusammen mit den Ländern mehr<br>
Schwerpunktstaatsanwaltschaften schaffen, die sich auf komplexe Rechtsfelder<br>
spezialisieren. Umweltkriminalität gewinnt zunehmend an Bedeutung und ist ein<br>
wichtiges Betätigungsfeld der Organisierten Kriminalität. Dagegen gehen wir mit<br>
einem Nationalen Aktionsplan vor.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen weiter daran arbeiten, dass die Belange von Kindern als Geschädigte<br>
oder Zeug*innen vor Gericht besser berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Unabhängigkeit der Justiz ist ein hohes Gut. Um sie zu schützen, werden wir<br>
das ministerielle Weisungsrecht an Staatsanwält*innen transparent ausgestalten.<br>
Weisungen müssen frei von politischer Einflussnahme sein. Eine gute Justiz muss<br>
auch widerstandsfähig gegen Extremist*innen sein. Daher werden wir<br>
rechtsstaatliche Regelungen ergreifen, damit die Justiz vor<br>
Verfassungsfeind*innen geschützt ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Menschen sollten nicht im Gefängnis landen, weil sie geringe Geldstrafen nicht<br>
begleichen können. Wir modernisieren das Strafrecht mit dem Ziel, die Justiz zu<br>
entlasten. Hierfür wollen wir prüfen, welche geringfügigen Delikte außerhalb des<br>
Strafrechts geregelt werden können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir machen Europa zu einem starken und gemeinsamen Raum des Rechts. Dafür<br>
stärken wir die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) und die Agentur der<br>
Europäischen Union für justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen (Eurojust) und<br>
harmonisieren Recht auf Basis hoher verfassungsrechtlicher Grundsätze.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für digitale Bürger*innenrechte</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Freiheitsrechte und Bürger*innenrechte müssen auch im Digitalen durchgesetzt<br>
werden. Durch die rasanten Fortschritte von Künstlicher Intelligenz (KI)<br>
entstehen große Chancen, aber auch Risiken. Wir wollen KI im Rahmen unserer<br>
gemeinsamen Werte einsetzen, um große Innovationspotenziale zu heben und einen<br>
effektiven Schutz der Menschenrechte und Diskriminierungsfreiheit zu<br>
gewährleisten. Die Europäische Union (EU) hat mit der KI-Verordnung einen<br>
wichtigen Grundstein der Regulierung vorgenommen. Diese muss nun möglichst<br>
unbürokratisch umgesetzt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Meinungsfreiheit ist die Grundvoraussetzung einer freiheitlichen Demokratie.<br>
Ihre Grenzen findet sie, wenn Straftatbestände wie Beleidigung oder<br>
Volksverhetzung erfüllt sind. Solche Hassrede muss konsequent gelöscht und<br>
Accounts, die Hetze verbreiten, schneller gesperrt werden. Dafür sorgen wir mit<br>
einem digitalen Gewaltschutzgesetz und stärken die Rechte der Nutzer*innen. Die<br>
algorithmische Verstärkung von Hass und Hetze nehmen wir ins Visier. Mit dem<br>
Digitale-Dienste-Gesetz (DSA) und dem Digitale-Märkte-Gesetz (DMA) haben wir<br>
wichtige Grundsteine für ein demokratisches Netz gelegt. Wir treten für eine<br>
konsequente Umsetzung und – wo nötig – für Verbesserungen in Europa und<br>
Deutschland ein. Wir wollen, dass Straftaten auch im Netz beharrlich und<br>
rechtsstaatlich von Polizei und Staatsanwaltschaft verfolgt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir stehen für einen effektiven und zugleich praktikablen Datenschutz.<br>
Ausufernde Bürokratie werden wir abbauen. Wir setzen auf bürgerrechtsschonende<br>
Instrumente wie das sogenannte Quick-Freeze zur Verfolgung von Straftaten.<br>
Anlasslose Vorratsdatenspeicherung und Chatkontrolle lehnen wir ab.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine vielfältige Gesellschaft ohne Diskriminierung</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutschland lebt von seiner Vielfalt und dem Miteinander verschiedener Menschen.<br>
Wir stehen dafür ein, dass sich alle Menschen entfalten und gleichberechtigt<br>
Teil unserer Gesellschaft sein können. Wir wollen Antisemitismus, Rassismus,<br>
Queer- und Behindertenfeindlichkeit überwinden, denn sie schwächen unseren<br>
Zusammenhalt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Damit Menschen, die zum Beispiel auf dem Wohnungsmarkt oder bei der Arbeit<br>
Diskriminierung erfahren, den Rechtsstaat auf ihrer Seite wissen, werden wir das<br>
Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz reformieren, den Anwendungsbereich ausweiten<br>
und Schutzlücken schließen. Dazu gehört auch der Schutz vor Diskriminierung<br>
durch staatliche Stellen. Deutschland soll seinen Vorbehalt gegen die 5.<br>
Europäische Antidiskriminierungsrichtlinie aufgeben. Wir wollen, dass<br>
Beratungsstellen und Selbstorganisationen langfristig abgesichert und ausgebaut<br>
werden sowie die Antidiskriminierungsstelle des Bundes gestärkt wird. Mit einem<br>
Nationalen Aktionsplan Antidiskriminierung wollen wir eine wirksame<br>
Antidiskriminierungspolitik umsetzen. Mit der Schaffung der Beauftragten für<br>
Antidiskriminierung, Queeres Leben, Antirassismus und Antiziganismus haben wir<br>
die politische Stärkung von Vielfalt noch stärker verankert. Wir wollen ihre und<br>
die Arbeit der weiteren Beauftragten für gesellschaftliche Vielfalt weiter<br>
stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir gehen entschlossen gegen den zunehmenden Antisemitismus in unserer<br>
Gesellschaft vor – egal von wem er ausgeht. Wir sorgen dafür, dass Jüdinnen und<br>
Juden in Sicherheit leben können und ihre Einrichtungen geschützt werden.<br>
Antisemitische Vorfälle müssen konsequent verfolgt und dokumentiert werden. Die<br>
älteren jüdischen Generationen wollen wir stärker sozial absichern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit einem Aktionsplan gegen Islamfeindlichkeit gehen wir gegen die<br>
Diskriminierung von muslimischen Menschen vor. Die Imam*innenausbildung in<br>
Deutschland treiben wir voran und stärken damit die Unabhängigkeit der<br>
islamischen Gemeinden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um Antiziganismus zu bekämpfen, werden wir die Empfehlungen der<br>
Expertenkommission Antiziganismus umsetzen und einen Staatsvertrag mit der<br>
Minderheit auf Bundesebene schließen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Vielfalt unserer Gesellschaft soll sich auch in ihren Institutionen<br>
widerspiegeln. Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass Vielfalt – sowohl<br>
personell als auch strukturell – in Behörden strategisch und konsequent<br>
gefördert wird und schaffen dafür auch die rechtlichen Grundlagen. Mit einem<br>
Bundespartizipationsgesetz und einem Partizipationsrat stärken wir die Teilhabe<br>
von Menschen mit Migrationsgeschichte.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für Frauenrechte</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine gerechte Gesellschaft ermöglicht allen Menschen, unabhängig vom Geschlecht,<br>
ein selbstbestimmtes Leben. Feminismus und der Einsatz für Frauenrechte sind<br>
dafür essenziell. Nur wenn Diskriminierung, Sexismus und Frauenfeindlichkeit<br>
konsequent bekämpft werden, können Frauen alle Chancen nutzen. Gerade weil<br>
rückwärtsgewandte Kräfte stärker werden, müssen wir das Erreichte sichern und<br>
weiter voranschreiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unsere Priorität ist, das Leben für Frauen gerechter und besser zu machen. Das<br>
bedeutet, den gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit durchzusetzen.<br>
Dazu gehört, dass frauendominierte Berufe nicht schlechter bezahlt werden als<br>
männerdominierte. Frauen tragen den Großteil der Sorgearbeit und arbeiten daher<br>
oft in Teilzeit, was Aufstieg und Einkommen beeinträchtigt. Wir fördern eine<br>
bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch verlässliche Betreuung und<br>
hochwertige Bildungseinrichtungen. Auf der Straße, in der U-Bahn und erst recht<br>
zu Hause: Alle Frauen müssen sicher sein und sich sicher fühlen können. Im<br>
Alltag sind sie aber täglich von Frauenfeindlichkeit, Sexismus und Gewalt<br>
bedroht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um Betroffene bei Partnerschaftsgewalt, häuslicher und geschlechtsspezifischer<br>
Gewalt besser zu schützen, sollen alle Betroffenen und ihre Kinder einen<br>
Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung erhalten. Durch eine Bundesbeteiligung<br>
stellen wir gemeinsam mit den Ländern kostenfreie Hilfen wie Frauenhäuser,<br>
Beratungsstellen und Schutzwohnungen flächendeckend sicher. Das muss auch einen<br>
Ausbau von Angeboten für Menschen mit Behinderung oder mit Sprachbarrieren<br>
beinhalten. Nach einer Trennung muss Partnerschaftsgewalt in Sorge- und<br>
Umgangsverfahren verpflichtend berücksichtigt werden. Dazu müssen Justiz sowie<br>
Polizei umfassend geschult werden. Um Annäherungsverbote in Fällen von<br>
häuslicher Gewalt besser zu kontrollieren, kann der Einsatz der elektronischen<br>
Fußfessel ein sinnvolles Instrument sein. Opfer von Vergewaltigungen brauchen<br>
flächendeckend qualifizierte medizinische Notfallversorgung – inklusive anonymer<br>
Spurensicherung und der „Pille danach“.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Viele geflüchtete Frauen und Mädchen sind vor, während und/oder nach der Flucht<br>
von Gewalt betroffen, deshalb müssen alle Aufnahmeeinrichtungen entsprechende<br>
Schutzkonzepte verpflichtend etablieren. Frauen, deren Aufenthaltsstatus von<br>
ihrem gewalttätigen Partner abhängt, sollen einen eigenständigen<br>
Aufenthaltstitel erhalten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung stellt eine schwerwiegende<br>
Menschenrechtsverletzung dar, die vor allem Frauen betrifft. Wir wollen den<br>
ressortübergreifenden Nationalen Aktionsplan umsetzen und weiterentwickeln.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Rechte und die Gesundheitsversorgung von Sexarbeiter*innen werden wir<br>
stärken. Denn so wie die Zustände zurzeit sind, können sie nicht bleiben.<br>
Gezielte Unterstützung, insbesondere für Prostituierte in prekären Situationen,<br>
muss auch durch aufsuchende Hilfen und Beratungen, gerade beim Ausstieg aus der<br>
Prostitution, verstärkt werden. Prostitutionsstätten müssen strenger<br>
kontrolliert, die Standards zur Betriebserlaubnis erhöht und die Befugnisse des<br>
Zolls erweitert werden, um gesetzlich vorgeschriebene Arbeitsbedingungen zu<br>
gewährleisten und die Selbstbestimmung und Sicherheit der Betroffenen<br>
sicherzustellen. Eine Kriminalisierung und Stigmatisierung von Betroffenen<br>
schützt diese nicht, sondern verweist sie in die Illegalität, in der sie kaum<br>
von Hilfsangeboten erreicht werden können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für Selbstbestimmung</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Frauen machen über die Hälfte der Bevölkerung aus, sind aber noch weit von der<br>
Hälfte der wirtschaftlichen und politischen Macht entfernt – in<br>
Führungspositionen, in Wirtschaft und Gesellschaft, aber auch in Parlamenten und<br>
Kommunalvertretungen. Wir sind daher für Frauenquoten in Aufsichtsräten und<br>
Vorständen von großen Unternehmen. Die bereits bestehenden Regelungen wollen<br>
weiterentwickeln und stärken, wo sie sich als nicht als effektiv genug erweisen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Selbstbestimmung über den eigenen Körper ist ein Grundrecht, das für alle gelten<br>
muss. Dazu gehört das Recht auf Zugang zu sicheren und legalen<br>
Schwangerschaftsabbrüchen. Wir wollen, dass selbstbestimmte<br>
Schwangerschaftsabbrüche grundsätzlich außerhalb des Strafrechts geregelt<br>
werden. Wir treten dafür ein, dass die notwendige Beratung durch ein<br>
abgesichertes Angebot von Beratungsstellen in vielfältiger Trägerschaft<br>
garantiert ist. Zudem muss es genügend Einrichtungen geben, die den Eingriff mit<br>
der gewünschten Methode vornehmen, denn das Angebot für Abbrüche hat sich in den<br>
vergangenen Jahren halbiert. Die Kosten sollen von den Krankenkassen übernommen<br>
und telemedizinische Betreuung ausgebaut werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Selbstbestimmung über den eigenen Körper setzt ein geschlechtergerechtes<br>
Gesundheitssystem voraus: Forschung, Ausbildung und medizinische Praxis müssen<br>
geschlechtsspezifische Aspekte zur Verbesserung der Frauengesundheit zwingend<br>
berücksichtigen. Auch im Gesundheitswesen wollen wir durch Quoten und bessere<br>
Arbeitsbedingungen mehr Frauen in die Führungsgremien holen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für queeres Leben: sicher und selbstbestimmt</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Als Gesellschaft verbindet uns der Wunsch, frei und selbstbestimmt zu leben.<br>
Politik muss den Rahmen dafür schaffen. Noch zu häufig erleben lesbische,<br>
schwule, bi, trans*, inter* und queere Menschen (LSBTIQ*) Gewalt und<br>
Diskriminierung. Das nehmen wir nicht hin.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit dem Aktionsplan „Queer leben“ haben wir in der Bundesregierung einen Plan<br>
zur Stärkung von queerem Leben vorgelegt. Diesen wollen wir verstetigen. Zur<br>
weiteren Umsetzung wollen wir mit einem Bundesförderprogramm die nötigen Mittel<br>
bereitstellen. So stärken wir queere Beratungs- und Projektstrukturen. Wir<br>
wollen den Schutz vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität in<br>
Artikel 3 des Grundgesetzes verankern und Hasskriminalität gegen LSBTIQ*<br>
entschlossen bekämpfen. Dazu verbessern wir die Erfassung von queerfeindlichen<br>
Straftaten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Queere Menschen haben ein Recht auf gute und diskriminierungsfreie<br>
Gesundheitsversorgung. Deshalb soll es unter anderem einen Anspruch auf bei<br>
einer Transition notwendige medizinische Maßnahmen geben und die Kosten von den<br>
Krankenkassen übernommen sowie Beratungsangebote ausgebaut werden. Wir schließen<br>
die Gesetzeslücken, um nicht notwendige Operationen an intergeschlechtlichen<br>
Kindern zu verbieten. Zudem wollen wir das Unrecht gegenüber trans- und<br>
intergeschlechtlichen Menschen, deren körperliche Unversehrtheit verletzt oder<br>
Ehen zwangsgeschieden wurden, endlich anerkennen. Lücken beim Verbot sogenannter<br>
Konversionstherapien werden wir schließen und die Aufklärungsarbeit über HIV<br>
sowie anderer sexuell übertragbarer Krankheiten und aktuelle Behandlungs- und<br>
Präventionsmöglichkeiten bei Ärzt*innen vorantreiben. Wir ermöglichen den<br>
diskriminierungsfreien Zugang zu reproduktionsmedizinischen Leistungen für alle.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Familie ist, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Das gilt auch für<br>
Regenbogenfamilien. Wir passen deshalb das Familienrecht an, beenden<br>
schnellstmöglich die Diskriminierung von Regenbogenfamilien im Abstammungsrecht<br>
und berücksichtigen dabei die Elternschaft von trans*, inter* und nicht binären<br>
Menschen. Wir verbessern die rechtliche Situation von Familien mit mehr als zwei<br>
Eltern. Außerdem ermöglichen wir es Menschen, jenseits einer Ehe rechtlich<br>
verbindlich füreinander sorgen zu können. Wir werden zudem queeres Leben im<br>
Alter stärker in den Mittelpunkt rücken. So wollen wir die Bedürfnisse von<br>
älteren LSBTIQ*-Personen auch in der Altenhilfe und in der Pflege besser<br>
berücksichtigen, damit sie auch im Alter diskriminierungsfrei teilhaben können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung<br>
und eine inklusive Gesellschaft</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen eine inklusive Gesellschaft schaffen, in der Menschen mit Behinderung<br>
gleichberechtigt und selbstbestimmt teilhaben können. Wir setzen uns dafür ein,<br>
dass dieses Recht endlich Wirklichkeit wird. Die Behindertenrechtskonvention der<br>
Vereinten Nationen (UN) ist dabei Maßstab unseres Handelns. Um das zu erreichen,<br>
richten wir eine Enquetekommission Inklusion ein, die unter Beteiligung von<br>
Betroffenen umfassende Vorschläge erarbeiten soll.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Barrierefreiheit soll endlich in allen Bereichen konsequent umgesetzt werden:<br>
Die Gebäude des Bundes wollen wir innerhalb von zehn Jahren barrierefrei machen.<br>
Auch Anbieter*innen öffentlich zugänglicher Angebote und Dienstleistungen sollen<br>
Vorkehrungen zur Barrierefreiheit treffen, wobei wir kleine Unternehmen mit<br>
einer Überforderungsklausel schützen und sie mit einem digitalen<br>
Barrierefreiheitstool unterstützen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen, dass Menschen mit Behinderung ihre Potenziale gleichberechtigt auch<br>
auf dem ersten Arbeitsmarkt einbringen und zu unserem Wohlstand beitragen<br>
können. Wir wollen deshalb das heutige ausgrenzende Werkstättensystem in<br>
Richtung Inklusionsunternehmen weiterentwickeln, in denen Menschen mit und ohne<br>
Behinderung gemeinsam arbeiten, mindestens nach Mindestlohn entlohnt werden und<br>
Rentenansprüche erwerben können. Auch die inklusive Aus- und Weiterbildung<br>
wollen wir fördern. Die ergänzenden Beratungsstellen wollen wir in allen<br>
Regionen verfügbar machen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Eingliederungshilfe mit ihren Schnittstellen – insbesondere zu Sozialhilfe,<br>
Behandlung und Pflege – wollen wir verbessern und vereinfachen, damit Betroffene<br>
niedrigschwellig und schnell Zugang zu Leistungen erhalten. Dazu gehört es auch,<br>
die Durchsetzung sozialrechtlicher Ansprüche auf Teilhabe bei Behörden und<br>
Gerichten zu beschleunigen. Wir wollen, dass Menschen mit Behinderung selbst<br>
entscheiden können, wo und wie sie wohnen. Auch deshalb wollen wir den Ausbau<br>
inklusiver Wohnformen vorantreiben und fördern und die Beratung dazu verbessern.<br>
Hürden, die das Wunsch- und Wahlrecht von Menschen mit Behinderung einschränken,<br>
wollen wir abbauen. Deshalb stärken wir das persönliche Budget, mit dem Menschen<br>
mit Behinderung anstatt Dienst- oder Sachleistungen Geldleistungen oder einen<br>
Gutschein erhalten. Wir gehen weitere Schritte bei der Freistellung von<br>
Einkommen und Vermögen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Menschen mit Behinderung sind häufiger von Gewalt betroffen als nicht behinderte<br>
Menschen. Wir wollen, dass der Schutz vor Gewalt für alle Menschen gilt und<br>
bauen den Gewaltschutz in Einrichtungen der Behindertenhilfe aus.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für lebendige Kunst und Kultur</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Kunst und Kultur handeln davon, was uns als Menschen ausmacht – von der Realität<br>
und anderen Möglichkeiten, vom Denken und Fühlen, von Erinnerungen und<br>
Zukünften. Eine freie Kultur ist deshalb ein unverzichtbarer Bestandteil unseres<br>
demokratischen Zusammenlebens. Gegen antidemokratische Bewegungen, die einen<br>
ideologischen Kampf gegen unsere offene Gesellschaft führen, arbeiten wir für<br>
die Unabhängigkeit und Freiheit der Kultur, der Künstler*innen und ihrer<br>
diversen Ausdrucksformen – ob Literatur, Film, Musik, Theater, Tanz oder<br>
bildende Kunst, ob Mode, Architektur oder Design, ob Club oder Oper, ob<br>
öffentliche Einrichtung oder Teil der großen Kultur- und Kreativwirtschaft.<br>
Indem wir ein Staatsziel Kultur im Grundgesetz verankern, stärken wir Kunst und<br>
Kultur umfassend und in der Breite.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Clubs und Livemusikstätten sind Kulturorte. Wir schaffen Rahmenbedingungen<br>
dafür, dass sie auch in Innenstädten zu einem attraktiven Kulturangebot<br>
beitragen können. Die großen Bundeskulturinstitutionen wollen wir als<br>
Stabilitätsanker der Kulturlandschaft stärken und weiter öffnen. Es kommt darauf<br>
an, diese Vielfalt der Kultur für die Menschen zugänglich zu machen. Deshalb<br>
werden wir den Kulturpass ausbauen. Mit ihm bekommen 18-Jährige ein Guthaben, um<br>
Kultur zu entdecken. Gleichzeitig stimulieren wir damit die Nachfrage und<br>
unterstützen so verschiedene Kulturanbieter in Stadt und Land. Durch die Green<br>
Culture Anlaufstellen, die wir erfolgreich gestartet haben, unterstützen wir das<br>
gesamte Spektrum der Kulturlandschaft bei der Umstellung auf einen nachhaltigen<br>
Betrieb.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Kulturproduzent*innen brauchen nicht nur Freiheit, sondern auch Sicherheit. Wir<br>
helfen der freien Szene durch den Ausbau der Bundeskulturfonds. Die begonnene<br>
Reform der Filmförderung für verlässliche, schnelle und auskömmliche<br>
Finanzierung durch eine Investitionsverpflichtung und eine Steueranreizförderung<br>
werden wir abschließen. Auch den Games-Standort Deutschland stärken wir mit<br>
einer steuerlichen Games-Förderung. Für die kleinen Verlage werden wir eine<br>
Verlagsförderung einführen. Sowohl auf nationaler als auch auf europäischer<br>
Ebene ist die Vielfalt der kleinen und mittleren Kulturunternehmen Teil unserer<br>
europäischen Identität und muss deshalb durch die richtigen politischen<br>
Rahmenbedingungen gestärkt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Kultur ist auch harte Arbeit. Deshalb wollen wir die soziale Lage der<br>
Künstler*innen und Kulturproduzent*innen nachhaltig verbessern, indem wir die<br>
Künstlersozialversicherung zukunftsfest machen, die soziale Absicherung für<br>
Soloselbstständige verbessern und an den in dieser Wahlperiode von der<br>
Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien eingeführten<br>
Honoraruntergrenzen in der Bundeskulturförderung verstetigen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im Urheberrecht werden wir weiter für die angemessene Vergütung von<br>
Künstler*innen kämpfen. Wir haben im EU-KI-Gesetz die Stellung von Urheber*innen<br>
gestärkt. Bei der Verwendung von künstlerischen Werken als Trainingsdaten für<br>
KI-Systeme wollen wir prüfen, wie eine angemessene Vergütung von Urheber*innen,<br>
zum Beispiel durch Lizenzmodelle, ermöglicht werden kann.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für die Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutschland ist und bleibt ein Einwanderungsland. Einwanderung ist Teil unserer<br>
gesellschaftlichen und ökonomischen Stärke. Sie ist deshalb für uns eine<br>
Gestaltungsaufgabe, der wir uns annehmen. Wir schotten uns nicht ab, schon gar<br>
nicht in Europa.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><a href="https://antraege.gruene.de/aobdk2025/frieden-in-freiheit-sichern-innen-und-aussen-63081/20005">WP-01-K3-549</a></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir sind auf die Einwanderung von dringend benötigten Fach- und Arbeitskräften<br>
angewiesen, um unseren Wohlstand zu sichern und als Wirtschaftsstandort<br>
attraktiv zu bleiben. Dabei stehen wir auch im internationalen Wettbewerb um<br>
Fach- und Arbeitskräfte, weswegen es so wichtig war, endlich ein<br>
Einwanderungssystem auf der Höhe der Zeit zu schaffen. Mit dem<br>
Fachkräfteeinwanderungsgesetz und zahlreichen Erleichterungen beim<br>
Arbeitsmarktzugang Geflüchteter haben wir hierfür den Grundstein gelegt. Damit<br>
sich Fach- und Arbeitskräfte für unser Land entscheiden, stellen wir nach<br>
Jahrzehnten der Abschottung unseres Arbeitsmarktes endlich die Digitalisierung<br>
der Visavergabe vom Kopf auf die Füße. Das heißt: Visa komplett zu<br>
digitalisieren und Wartezeiten zu verkürzen. Darauf wollen wir weiter aufbauen,<br>
indem wir mehr Berufs- und Bildungsabschlüsse noch leichter anerkennen sowie die<br>
Anrechnung von Berufserfahrung entbürokratisieren und vereinfachen – für eine<br>
echte Willkommenskultur. Mit der Einführung eines modernen<br>
Staatsangehörigkeitsrechts haben wir der Realität unserer vielfältigen<br>
Gesellschaft endlich Rechnung getragen. Die Staatsbürgerschaft stellt für<br>
Menschen, die schon lange hier leben – zum Beispiel die Generation der<br>
Gastarbeiter*innen –, ein dauerhaftes Band rechtlicher Gleichheit, Teilhabe und<br>
Zugehörigkeit sicher.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dabei sind Flucht und Arbeitsmigration grundsätzlich zu unterscheiden, denn sie<br>
folgen unterschiedlichen Logiken. Arbeitsmigration folgt der Nachfrage nach<br>
Arbeitskräften, die Aufnahme von Schutzsuchenden den humanitären<br>
Verpflichtungen. Gleichzeitig vertreten wir den pragmatischen Ansatz des<br>
„Spurwechsels“, wo immer er sinnvoll ist. Außerdem braucht es für beides –<br>
Arbeitsmigration und Asylrecht – wirksame Instrumente der Integration. Mit dem<br>
Chancenaufenthaltsrecht haben wir viele gut integrierte Menschen aus der Duldung<br>
geholt, ihnen eine echte Bleibeperspektive gegeben und gleichzeitig die<br>
Ausländerbehörden stark entlastet. Wir wollen eine funktionierende und<br>
pragmatische Flucht- und Migrationspolitik, die Humanität und Ordnung verbindet.<br>
Dafür wollen wir wissenschaftliche Expertise stärker in politische<br>
Entscheidungen einbeziehen und ein beratendes Gremium mit Expert*innen aus<br>
Wissenschaft, Forschung, der kommunalen Praxis und mit Betroffenen einrichten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine Einwanderungsgesellschaft muss Perspektiven schaffen und Ankommen<br>
ermöglichen. Sie stellt aber auch Anforderungen an die, die zu uns kommen, sowie<br>
an alle, die schon länger hier leben, und gelingt nur, wenn wir zusammenkommen<br>
und einen gemeinsamen Weg einschlagen. Damit das gelingt, braucht es auch<br>
dauerhafte Strukturen. Insbesondere dort, wo es schon bisher an bezahlbarem<br>
Wohnraum fehlte, an Personal bei der Kinderbetreuung und in Behörden, haben sich<br>
die Herausforderungen verstärkt. Die Situation ist für viele herausfordernd, für<br>
einige überfordernd. Wir wollen für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgen und die<br>
Kommunen mit einer Integrationsoffensive stärker und verlässlicher finanziell<br>
unterstützen. Dazu zählt das Angebot von bedarfsgerechten und guten<br>
Integrations- und Sprachkursen. Ergänzend wollen wir digitale Angebote zum<br>
Spracherwerb vom ersten Tag an schaffen. Bund, Länder, Kommunen und die<br>
Zivilgesellschaft haben in den zurückliegenden Jahren hart daran gearbeitet, den<br>
Menschen, die zu uns kommen, eine Unterkunft zu geben und sie zu versorgen.<br>
Insbesondere die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung der Kommunen sowie<br>
die vielen Freiwilligen haben dabei Unschätzbares geleistet.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der stärkste Motor für Integration sind Arbeit und Beschäftigung. Denn dort, wo<br>
Menschen gemeinsam etwas schaffen, wächst unsere Gesellschaft zusammen. Wer<br>
arbeiten kann, soll arbeiten dürfen. Das haben wir geändert und werden<br>
bestehende Arbeitsverbote weiter abbauen sowie die Verfahren vereinfachen und<br>
beschleunigen. Wenn sich Arbeitgeber und Geflüchtete einig sind, sollte der<br>
Staat nicht mit unnötiger Bürokratie im Weg stehen. Deswegen werden wir kurze<br>
Fristen einführen, nach denen arbeitsbezogene Genehmigungen als erteilt, wenn<br>
durch die Ausländerbehörde nicht aktiv Widerspruch eingelegt wird. So schaffen<br>
wir auch Planungssicherheit für Arbeitgeber und Geflüchtete. Mit frühzeitiger<br>
Beratung und einem Kompetenzcheck wollen wir sicherstellen, dass Menschen gute<br>
Perspektiven bekommen und ihre Qualifikationen einbringen können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für ein Land, das Schutz bietet</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Weltweit fliehen so viele Menschen vor Krisen und Konflikten wie nie zuvor – die<br>
meisten innerhalb ihres Landes oder in Nachbarregionen. Hinzu kommen die sich<br>
verschärfende Klimakrise sowie wirtschaftliche und soziale Umstände, die<br>
Menschen zum Verlassen ihrer Heimat zwingen. Deswegen wollen wir Fluchtursachen<br>
bekämpfen. Mit vorausschauender Diplomatie, verlässlicher und ausreichend<br>
finanzierter humanitärer Hilfe in Krisenlagen, einer nachhaltigen<br>
Entwicklungszusammenarbeit und fairen Handelsbedingungen leisten wir hierzu<br>
unseren Beitrag und setzen uns dafür ein, dass andere Länder ebenso<br>
Verantwortung übernehmen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutschland bietet vielen Menschen Schutz, die vor Krieg und Verfolgung fliehen.<br>
So wie andere Länder für Deutsche zur Heimat wurden, verteidigen wir heute das<br>
Grundrecht auf Asyl und stehen zu unseren völkerrechtlichen Verpflichtungen wie<br>
der Genfer Flüchtlingskonvention. Wir wollen schnelle und faire Verfahren und<br>
damit Klarheit für Betroffene und für die Kommunen schaffen. Wir stehen<br>
weiterhin zum Kirchenasyl. Asylrechtsänderungen sollen Integration unterstützen<br>
und nicht behindern. Kinder brauchen ihre Eltern, Eltern brauchen ihre Kinder –<br>
auch um anzukommen und sich zu integrieren. Daher wollen wir weiter den<br>
Familiennachzug ermöglichen und existierende Einschränkungen aufheben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nicht jede bzw. jeder, die bzw. der nach Deutschland kommt, kann bleiben. Wer<br>
nach individueller Prüfung auf asyl- und aufenthaltsrechtliche Voraussetzungen<br>
sowie nach Ausschöpfung aller Rechtsmittel kein Aufenthaltsrecht hat und bei dem<br>
keine Abschiebungshindernisse entgegenstehen, muss zügig wieder ausreisen. Die<br>
freiwillige Rückkehr hat für uns Vorrang. Ausreisepflichtige, die schwere<br>
Straftaten begangen haben, müssen nach Verbüßung ihrer Straftaten prioritär<br>
zurückgeführt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine europäische und internationale Flucht- und<br>
Migrationspolitik</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen eine gemeinsame europäische Migrationspolitik vorantreiben – mit<br>
einer fairen, verbindlichen und solidarischen Verteilung von Schutzsuchenden in<br>
Europa.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) setzen wir auf<br>
nationaler Ebene grund- und menschenrechtskonform um. Menschenrechte müssen<br>
überall in der EU eingehalten werden – auch an den Außengrenzen. Dafür setzen<br>
wir uns für ein effektives Menschenrechtsmonitoring und ein konsequentes<br>
Vorgehen gegen illegale Pushbacks ein. Die besonderen Bedürfnisse vulnerabler<br>
Gruppen wie Frauen, Kinder, queere Menschen oder Menschen mit Behinderung müssen<br>
im Asylverfahren berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unsere Haltung ist klar: Das Recht auf Einzelfallprüfung und das<br>
Nichtzurückweisungsgebot gelten immer und überall. Der Asylantrag von Menschen,<br>
die in der EU ankommen oder bereits hier sind, muss in der EU inhaltlich geprüft<br>
werden. Wir stellen uns der Auslagerung von Asylverfahren in Drittstaaten<br>
entgegen, denn immer wieder hat sich gezeigt, dass diese Initiativen am Ende<br>
viel Steuergeld kosten, vor Gerichten scheitern und von tatsächlichen Lösungen<br>
ablenken. Daher setzen wir auf die Zusammenarbeit mit Dritt- und Transitstaaten<br>
und auf Modelle, die sichere Migrationswege ermöglichen und ungeordnete<br>
Migration reduzieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zugleich sehen wir, dass Putins Russland und Lukaschenkos Belarus das Recht auf<br>
Asyl auf dem Rücken von Geflüchteten für geopolitische Interessen missbrauchen.<br>
Wir werden alle rechtsstaatlichen und politischen Möglichkeiten ausschöpfen, um<br>
die Instrumentalisierung von Schutzsuchenden, insbesondere durch Staaten wie<br>
Russland und Belarus, zu verhindern. Die Entrechtung von Menschen, die durch<br>
autoritäre Staaten instrumentalisiert werden, lehnen wir ab.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Recht auf Freizügigkeit und der Abbau von Schlagbäumen an den Binnengrenzen<br>
zählen zu den größten Errungenschaften in Europa. Der offene europäische<br>
Binnenmarkt ist ein Grundpfeiler unserer Wirtschaft. Dauerhafte stationäre<br>
Binnengrenzkontrollen lehnen wir deshalb ab. Für Freiheit und Sicherheit in<br>
Europa müssen wir aber wissen, wer nach Europa kommt. Daher sind<br>
rechtsstaatliche Kontrollen an den Außengrenzen und eine zuverlässige<br>
Registrierung der Menschen unabdingbar.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Seenotrettung ist eine humanitäre Verpflichtung. Wir treten weiter für eine<br>
staatliche EU-Seenotrettungsmission ein. Solange dies nicht erreicht ist, wollen<br>
wir die Förderung der zivilen Seenotrettung fortführen. Der Kriminalisierung der<br>
Seenotrettung oder humanitären Hilfe stellen wir uns entgegen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen Migration besser ordnen bzw. steuern und hierfür weitere<br>
menschenrechtsbasierte Migrationsabkommen abschließen und bestehende zügig<br>
umsetzen. Das heißt: Wir schaffen durch Visaabkommen und<br>
Ausbildungspartnerschaften für Studierende, Auszubildende und Fachkräfte<br>
geregelte Migrationswege. Dafür nehmen die Partnerländer Staatsangehörige<br>
zurück, die bei uns kein Aufenthaltsrecht haben. Hierfür arbeiten wir stärker<br>
mit Herkunftsländern und Transitstaaten zusammen. Migrationsabkommen sollen auch<br>
bessere Lebensbedingungen vor Ort schaffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen, dass besonders gefährdete Gruppen Schutz finden, ohne<br>
lebensgefährliche Fluchtrouten wählen zu müssen. Dazu wollen wir humanitäre<br>
Aufnahme- und Resettlementprogramme unterstützen und sichere und geordnete<br>
Migrationswege ermöglichen. Dabei braucht es eine kooperative Zusammenarbeit von<br>
Bund, Ländern, Städten und Gemeinden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>B. Ein Leben in Sicherheit</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für gute Polizeiarbeit gegen Kriminalität</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Freiheit aller bedeutet uns alles. Aber ohne Sicherheit ist Freiheit wenig<br>
wert. Damit alle Menschen am gesellschaftlichen und politischen Leben teilhaben<br>
können, müssen sie sicher sein und sich auch sicher fühlen. Eine gut<br>
ausgestattete, moderne Polizei ergänzt dabei eine wirksame Kriminalprävention.<br>
Engagierte Polizist*innen leisten ihre wichtige Arbeit für unser Zusammenleben<br>
und unsere Bürger*innenrechte, häufig unter hohem persönlichen Einsatz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen die Bundespolizei und das Bundeskriminalamt (BKA) so aufstellen, dass<br>
sie das Personal, die Technik und auch die rechtsstaatlichen Befugnisse haben,<br>
die sie für eine effektive Aufgabenerfüllung benötigen. Die gesetzlichen<br>
Grundlagen der Polizeien des Bundes wie das Bundespolizeigesetz werden wir<br>
modernisieren und dabei auch Antworten auf neue Bedrohungen geben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen mit Investitionen auch dafür sorgen, dass die Polizei in modernen<br>
Liegenschaften und mit guter Ausrüstung arbeiten kann, auch digital.<br>
Kriminalität verlagert sich zunehmend in den digitalen Raum – die Polizei muss<br>
hier technisch mithalten können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um Kriminalität vorzubeugen, wollen wir ihre Entwicklung im Blick behalten und<br>
wissenschaftliche Expertise einbeziehen. Den periodischen Sicherheitsbericht,<br>
der diese Arbeit bündelt, wollen wir daher gesetzlich verankern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir haben dafür gesorgt, dass es für Extremist*innen in Zukunft schwieriger<br>
wird, legal in den Besitz von Waffen zu kommen. Die Anzahl an legalen und<br>
illegalen Schusswaffen hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Noch immer<br>
werden zu viele Gewalttaten mit Schusswaffen begangen, gerade im häuslichen<br>
Bereich. Daher werden wir die Verfügbarkeit von tödlichen Schusswaffen und<br>
anderer gefährlicher Waffen weiter einschränken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Polizeiarbeit beruht auf Vertrauen. Mit dem Polizeibeauftragten des Bundes haben<br>
wir eine Anlaufstelle für Polizist*innen und Bürger*innen geschaffen, die wir<br>
stärken wollen. Mit einem Ticketsystem für Kontrollen, das die Gründe für<br>
Kontrollen darlegt, wollen wir polizeiliches Handeln transparenter machen. In<br>
der Aus- und Fortbildung wollen wir für Diversität sensibilisieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wenn die Sicherheitsbehörden in Europa zusammenarbeiten, schaffen sie mehr<br>
Sicherheit für die Menschen in einem zusammenwachsenden Europa. Hierfür bauen<br>
wir die gemeinsamen Zentren der Polizei in den Grenzregionen aus. Die<br>
europäische Polizeibehörde Europol wollen wir zu einem Europäischen Kriminalamt<br>
weiterentwickeln und mit eigenen operativen Möglichkeiten ausstatten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für einen verstärkten Einsatz gegen Organisierte<br>
Kriminalität</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Kampf gegen die Organisierte Kriminalität ist für uns ein Schwerpunkt.<br>
Kriminelle Gruppen bedrohen Menschen mit Gewalt und verursachen in Deutschland<br>
wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. Ihre Auswirkungen sind weltweit zu<br>
spüren und zersetzen auch durch Gewalt und Korruption ganze Staaten. Eine<br>
wesentliche Triebfeder für die Organisierte Kriminalität ist der illegale<br>
Drogenhandel. Der Schaden für die Gesellschaft ist enorm, wenn kriminelle<br>
Gruppierungen legale Wirtschaftsbereiche wie zum Beispiel die Bauwirtschaft oder<br>
den Immobilienhandel unterwandern und so Preise in die Höhe getrieben werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um dem entgegenzutreten, stärken wir die zuständigen kriminalpolizeilichen<br>
Bereiche des BKA, der Bundespolizei sowie des Zolls. Wir verbessern die<br>
Zusammenarbeit und den Informationsaustausch der Sicherheitsbehörden von Bund<br>
und Ländern mit der Einrichtung eines Gemeinsamen Zentrums Organisierte<br>
Kriminalität auf gesetzlicher Grundlage. Auch internationale Kooperationen<br>
werden wir stärken, zum Beispiel durch gemeinsame Ermittlungen oder den Einsatz<br>
von Kontaktbeamt*innen in anderen Staaten. Die Kompetenzen der EUStA wollen wir<br>
auf die grenzüberschreitende Bekämpfung der Organisierten Kriminalität<br>
ausweiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen, dass Organisierte Kriminalität härter bestraft wird. Deswegen wollen<br>
wir den Straftatbestand der kriminellen Vereinigung weiterentwickeln, damit er<br>
ein scharfes und zielgenaues Instrument wird. Ein nachhaltiges Vorgehen gegen<br>
kriminelle Aktivitäten kann nur in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft<br>
gelingen und muss auf Prävention und Aufklärung setzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine klare Kante gegen Geldwäsche und organisierten<br>
Steuerbetrug</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><a href="https://antraege.gruene.de/aobdk2025/frieden-in-freiheit-sichern-innen-und-aussen-63081/20046">WP-01-K3-733</a></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutschland wird häufig als Geldwäscheparadies bezeichnet. Rund 100 Milliarden<br>
Euro aus schweren Straftaten werden jährlich in Deutschland „gewaschen“. Dem<br>
stellen wir uns entgegen: Mit klaren Regeln und schlagkräftig aufgestellten<br>
Behörden wie dem Bundesamt für die Bekämpfung der Finanzkriminalität, das wir zu<br>
einer Finanzpolizei ausbauen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir müssen die Kriminellen dort treffen, wo es ihnen weh tut – beim Geld.<br>
Deswegen müssen wir es einfacher machen, Vermögen einzuziehen, das durch<br>
kriminelle Machenschaften erlangt wurde. Mit einer bundesweiten Servicestelle<br>
wollen wir die Expertise über den Missbrauch von Kryptowährungen bündeln und für<br>
die Länder nutzbar machen. Wir wollen es Kriminellen schwerer machen, ihr Geld<br>
mithilfe komplizierter Unternehmensstrukturen zu verstecken. Deswegen entwickeln<br>
wir das Transparenzregister für Unternehmen weiter.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Steuerhinterziehung und Manipulationen im Finanzmarkt kosten unsere<br>
Volkswirtschaft Milliardenbeträge. Wir werden Steuerschlupflöcher schließen,<br>
damit Betrugsfälle wie Cum-Ex und Cum-Cum der Vergangenheit angehören. Die<br>
Kapazitäten und Kompetenzen der Bundesebene zur Verfolgung schwerer<br>
Finanzkriminalität wollen wir deutlich steigern. Mehr Transparenz zu<br>
Unternehmenssteuern und Eigentumsverhältnissen und bessere Kapazitäten im<br>
Steuervollzug helfen dabei.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für ein entschiedenes Vorgehen gegen Extremismus und Terror</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Extremismus – egal ob politisch oder religiös motiviert – sät Hass, spaltet<br>
unsere Gesellschaft und ist der Wegbereiter für Gewalt und Terror. Weil er sich<br>
stetig wandelt und durch Radikalisierung im digitalen Raum komplexer wird,<br>
müssen wir ihm aufmerksam und energisch entgegentreten und Instrumente<br>
entsprechend anpassen. Gerade junge Leute radikalisieren sich heute vermehrt im<br>
digitalen Raum.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die größte Gefahr geht aktuell laut Bundesamt für Verfassungsschutz vom<br>
Rechtsextremismus aus. Und der Islamismus ist eine sehr ernste Bedrohung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit frühzeitiger Prävention verhindern wir, dass Menschen in den Extremismus<br>
abrutschen – diese Arbeit wollen wir durch eine starke, dauerhafte Finanzierung<br>
sichern. Wir brauchen Programme wie „Demokratie leben!“, die über Islamismus<br>
aufklären, Angebote für Aussteiger*innen aus der rechtsextremen Szene oder<br>
Deradikalisierungsprogramme für den Justizvollzug. Diese Arbeit wollen wir mit<br>
einem Demokratiefördergesetz gesetzlich absichern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Extremistische Netzwerke müssen von den Sicherheitsbehörden intensiv beobachtet<br>
und Vereinsverbote konsequent ausgesprochen werden. Der Staat muss<br>
sicherstellen, dass Extremist*innen keine öffentlichen Ämter bekleiden oder in<br>
Sicherheitsbehörden tätig sind. Verfassungsfeind*innen müssen konsequent<br>
entwaffnet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir werden unsere Sicherheitsbehörden im Kampf gegen den Terrorismus stärken und<br>
das BKA und den Verfassungsschutz dafür mit ausreichend Personal, Technik und<br>
rechtsstaatlichen Befugnissen ausstatten, damit sie Terrorist*innen ausfindig<br>
machen und Anschlagspläne rechtzeitig aufdecken können. Top-Gefährder*innen<br>
müssen stets im Blick der Sicherheitsbehörden sein, lückenlos überwacht und – wo<br>
immer möglich – aus dem Verkehr gezogen werden. Damit das gelingt, muss<br>
europaweit einheitlich klar sein, wen wir als Gefährder*innen in den Blick<br>
nehmen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auf nationaler Ebene müssen alle zuständigen Behörden von Bund und Ländern<br>
engstens in den Gemeinsamen Zentren zur Terrorismusbekämpfung zusammenarbeiten –<br>
mit klar geregelten Verantwortlichkeiten und einer soliden gesetzlichen Basis.<br>
Wir werden prüfen, ob die Sicherheitsbehörden alle notwendigen Befugnisse haben,<br>
um Terrorismus effektiv zu bekämpfen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutschland wurde in den vergangenen Jahren durch viele furchtbare rechtsextreme<br>
und islamistische Terrorakte erschüttert. Im Umgang mit deren Opfern wurden<br>
viele Fehler gemacht. Daher wollen wir, dass die Unterstützung für die Opfer und<br>
deren Angehörige vom Staat weiter gestärkt wird. Damit sie eine zuverlässige<br>
Anlaufstelle haben, haben wir das Amt des Opferbeauftragten geschaffen. Wir<br>
wollen die Aufarbeitung von Terroranschlägen fortführen und der Opfer angemessen<br>
gedenken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für einen krisenfesten Bevölkerungsschutz</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Naturkatastrophen oder schwere Unglücke: Außerordentliche Ereignisse können das<br>
Leben Tausender Menschen im Handumdrehen auf den Kopf stellen, Existenzen<br>
vernichten und enorme Umweltschäden verursachen. Durch die Klimakrise werden<br>
Stürme, Überschwemmungen oder Dürreperioden weiter zunehmen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein leistungsfähiger Bevölkerungsschutz und eine gute Krisenprävention können<br>
dazu beitragen, Schäden abzuwenden oder zu verringern. Deutschland verfügt mit<br>
rund 1,7 Millionen Freiwilligen im Bevölkerungsschutz und seiner dezentralen<br>
Struktur über ein leistungsfähiges Hilfenetz. Wir wollen das Ehrenamt bei der<br>
freiwilligen Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk oder den Hilfsorganisationen<br>
unterstützen und fördern – zum Beispiel mit guten Freistellungsregelungen oder<br>
Erleichterungen für Ehrenamtliche.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein leistungsfähiger Bevölkerungsschutz braucht gute Liegenschaften, zeitgemäße<br>
Ausrüstung und moderne Fahrzeuge. Wir werden weiter in den Bevölkerungsschutz<br>
investieren und die Warninfrastruktur ausbauen. Wir wollen, dass sich der Bund<br>
stärker engagiert, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe<br>
(BBK) mehr Kompetenzen bekommt und die länderübergreifende Zusammenarbeit<br>
ausgebaut wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für die Verbindung von innerer und äußerer Sicherheit</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Damit unser Land sicher bleibt, damit unsere Stromnetze, Mobilfunkdienste oder<br>
Server geschützt sind – unsere Kritische Infrastruktur (KRITIS), die für unseren<br>
Wohlstand entscheidend ist –, müssen wir die innere und äußere Sicherheit<br>
stärker zusammendenken. Denn Grenzen zwischen kriminellen oder terroristischen<br>
Organisationen und Staaten verschwimmen immer mehr. Länder wie Russland nutzen<br>
gezielt hybride Angriffe, Sabotageaktionen und Einflusskampagnen, um in<br>
Deutschland und Europa Angst zu schüren, Bündnisse zu destabilisieren und<br>
Schaden zuzufügen. Beschädigungen von Datenkabeln und KRITIS, Drohnenüberflüge<br>
an Bundeswehrstandorten oder Brandsätze in der Luftfracht haben gezeigt, wie<br>
verletzlich unsere Infrastruktur bzw. wie konkret die Bedrohung ist. Für uns ist<br>
ein integrierter Sicherheitsbegriff leitend, den wir in der Nationalen<br>
Sicherheitsstrategie verankert haben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Nachrichtendienste spielen in der inneren und äußeren Sicherheit eine<br>
wichtige Rolle. Sie müssen angemessen ausgestattet sein und brauchen dringend<br>
eine gute Gesetzesgrundlage, damit sie Gefahren erkennen und bewältigen können.<br>
Das Bundesamt für Verfassungsschutz werden wir in der Spionageabwehr und den<br>
Bundesnachrichtendienst in der Auslandsaufklärung so aufstellen, dass sie besser<br>
als bisher die Demokratie vor Angriffen schützen können. Den Militärischen<br>
Abschirmdienst wollen wir so aufstellen, dass er seine Aufgaben wahrnehmen und<br>
die Angehörigen der Bundeswehr weltweit gut schützen kann. Die europäische<br>
Zusammenarbeit wollen wir durch die Gründung einer Europäischen<br>
Nachrichtendienstagentur verbessern. Wir setzen auf rechtsstaatlich handelnde<br>
Nachrichtendienste und parlamentarische Kontrolle.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit dem KRITIS-Dachgesetz, das konkrete Sicherheitsstandards formuliert, haben<br>
wir einen Grundstein gelegt. Es braucht aber eine weitere Stärkung unserer<br>
Infrastruktur und zugleich einer resilienten Wirtschaft. Wir wollen, dass unsere<br>
Infrastrukturen sicher sind, die Kontrolle darüber hier verbleibt und unsere<br>
Schlüsseltechnologien geschützt werden. Mit einem Investitionsschutzgesetz<br>
wollen wir Schlupflöcher beim Erwerb von KRITIS durch ausländische<br>
Investor*innen schließen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für IT-Sicherheit und gegen systematische Desinformation</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Autoritäre Staaten und andere Akteure nutzen systematisch<br>
Desinformationskampagnen, um unsere Demokratie anzugreifen, unsere Wahlen zu<br>
beeinflussen und unsere Gesellschaften zu spalten. Das ist eine massive<br>
Herausforderung, vor der alle demokratischen Gesellschaften weltweit stehen und<br>
die auch den Zusammenhalt und die Demokratie in unserem Land gefährdet. Deswegen<br>
braucht es wachsame Institutionen und verlässliche Informationen, beispielsweise<br>
durch unabhängige Medien. Medienbildung kann die Menschen bei der Erkennung von<br>
Desinformation unterstützen. Zudem sehen wir in anderen demokratischen<br>
Gesellschaften, wie wichtig es ist, Stellen zu haben, die Deepfakes, groß<br>
angelegte und gesteuerte Kampagnen mit Falschnachrichten und andere, die<br>
Demokratie zersetzende Inhalte frühzeitig erkennen. Die großen Medienplattformen<br>
werden wir in die Pflicht nehmen, wirksame Maßnahmen gegen die Verbreitung von<br>
Desinformation vorzunehmen. Die systematische Verbreitung von Desinformation im<br>
Auftrag eines fremden Staates wollen wir strafrechtlich fassen.Wir werden zur<br>
Bekämpfung von systematischer Desinformation und Organisierter Kriminalität<br>
sowie dem grenzenlosen Ausweiten von Hass und Hetze durch Bots anonymisierte<br>
Accounts, die derzeit strafrechtlich kaum verfolgt werden können, angehen und<br>
dafür die effektiven Möglichkeiten der deutschen Strafverfolgungsbehörden im<br>
digitalen Raum verbessern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sichert die pluralistische, staatsferne und<br>
unabhängige Berichterstattung und kann daher ein Punkt der Orientierung auch im<br>
Angesicht von Desinformationskampagnen sein. Es ist wichtig, dass er diese<br>
bewährte Funktion auch im Digitalen ausfüllen kann. Die dafür nötigen Reformen<br>
sichern wir mit einer auskömmlichen Finanzierung und verlässlichen<br>
Rahmenbedingungen. Auf europäischer Ebene unterstützen wir eine Plattform, die<br>
länderübergreifend die öffentlich-rechtlichen Informationsangebote zusammenführt<br>
und zugänglich macht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die deutsche Wirtschaft erleidet jährlich einen Schaden von mehr als 200<br>
Milliarden Euro durch Cyberangriffe, Datendiebstahl und Spionage. Diese Angriffe<br>
kommen hauptsächlich aus dem Ausland, insbesondere aus China und Russland. Wir<br>
werden mit einem Cybersicherheitsstärkungsgesetz unsere IT-Infrastruktur härten<br>
und widerstandsfähiger gegen Angriffe machen. Das Bundesamt für Sicherheit in<br>
der Informationstechnik muss eine stärkere Rolle beim Schutz digitaler<br>
Infrastruktur bekommen und zur Zentralstelle ausgebaut werden. Unser Ziel ist<br>
es, digitale Netze und Einrichtungen durch hohe IT-Sicherheitsanforderungen<br>
robust gegen Hackerangriffe zu machen. Mit „digitalen Botschaften“ wollen wir<br>
relevante öffentliche Datenbanken im europäischen Verbund absichern, um sie auch<br>
in Krisenfällen vorzuhalten. Wir werden die europäische Richtlinie zur<br>
Cybersicherheit bürokratiearm und zügig umsetzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für die Verteidigung von Frieden und Freiheit</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Russlands Überfall auf die Ukraine verdeutlicht, dass Frieden, Freiheit und<br>
Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind. Sie müssen immer wieder aufs Neue<br>
verteidigt und gestärkt werden. Frieden erfordert gerade in diesen Zeiten<br>
Diplomatie und Kooperation, ebenso wie Widerstands- und Wehrfähigkeit. Dafür<br>
braucht es eine europäische Anstrengung. Es braucht eine umfassend angelegte<br>
Herangehensweise, um dem Spektrum an Herausforderungen und Bedrohungen zu<br>
begegnen. Sicherheitspolitik ist mehr als die Summe aus Diplomatie und Militär;<br>
sie muss alle Stränge unserer Politik zusammenführen. Integrierte Sicherheit für<br>
Deutschland heißt: innere und äußere Sicherheit zusammenzudenken sowie den<br>
Schutz unserer Demokratie und unseres Sozialstaates zu sichern – im Einklang mit<br>
einer feministischen Außen- und Entwicklungspolitik sowie einer starken<br>
internationalen Klimapolitik. All diese Elemente einer integrierten Sicherheit<br>
brauchen eine verlässliche Finanzierung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit dem russischen Angriff auf die gesamte Ukraine am 24. Februar 2022 sind wir<br>
in einer anderen Welt aufgewacht. Millionen Ukrainer*innen verteidigen seither<br>
Tag für Tag ihr Leben, ihre Freiheit und die europäische Friedensordnung gegen<br>
die brutale Aggression Russlands. Dabei stehen wir fest an ihrer Seite – mit<br>
diplomatischer, finanzieller, humanitärer und militärischer Unterstützung. Die<br>
Ukraine muss in der Lage sein, sich zu verteidigen und eine starke Position für<br>
einen möglichen Friedensprozess sicherzustellen. Das ist auch unser bester<br>
Eigenschutz hier im Herzen Europas. Die Souveränität der Ukraine in europäischer<br>
Solidarität muss sichergestellt sein. Wir unterstützen die vielfältigen<br>
diplomatischen Friedensbemühungen der Ukraine und ihrer Partner unter dem<br>
Grundsatz: „Nichts über die Ukraine, ohne die Ukraine“. Zudem bekräftigen wir<br>
das Recht auf freie Bündniswahl und unterstützen die Ukraine auf ihrem Weg zur<br>
Mitgliedschaft in der EU und NATO.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>C. Eine starke Europäische Union</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine EU, die unsere Demokratie verteidigt</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die EU ist das erfolgreichste Friedensprojekt und Basis für unseren<br>
wirtschaftlichen Erfolg. Sie ist die Antwort auf zwei Weltkriege und den<br>
Holocaust. Sie ist unsere Lebensversicherung für Frieden, Sicherheit und<br>
Wohlstand. Aber der europäische Zusammenhalt ist bedroht: von außen durch<br>
Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und gegen unsere europäische<br>
Friedensordnung, von innen durch Extremist*innen und Populist*innen. Deshalb<br>
wollen wir die EU stärken. Als größtes und wirtschaftlich stärkstes Land tragen<br>
wir dafür besondere Verantwortung. Nationale Alleingänge lehnen wir ab und ein<br>
ständiges „German Vote“ ist schädlich. Wir arbeiten an einem Europa, das nach<br>
innen durch Freiheit und Demokratie geeint ist, das soziale Sicherheit<br>
garantiert und das nach außen kooperative Angebote und robuste Antworten auf die<br>
großen Aufgaben gibt, die uns die Entwicklung der Welt bereithält. Deshalb<br>
wollen wir die EU erweitern, um unsere Nachbarschaft zu stabilisieren. Parallel<br>
werden wir die EU reformieren, um sie handlungsfähiger zu machen. Und wir müssen<br>
die europäische Demokratie mit ihrem klaren Wertefundament wehrhaft machen.<br>
Europe United ist auch unsere Antwort auf Trumps America first.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unsere Grundwerte bilden das Fundament der EU. Wenn Mitgliedstaaten dagegen<br>
verstoßen, kann das nicht folgenlos bleiben. Wir wollen das<br>
Rechtsstaatsverfahren nach Artikel 7 des EU-Vertrags nutzbar machen, indem in<br>
allen Stufen des Verfahrens Entscheidungen mit qualifizierter Mehrheit getroffen<br>
werden können. Den Rechtsstaatsdialog möchten wir stärken sowie die Freiräume<br>
der Zivilgesellschaft gezielter und europaweit schützen. Für uns gilt außerdem:<br>
keine EU-Gelder für Antidemokrat*innen. Wir wollen mit dem<br>
Konditionalitätsmechanismus im nächsten EU-Haushalt sicherstellen, dass<br>
Regierungen, die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit untergraben, keine<br>
europäischen Gelder mehr bekommen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die EU bürgernäher und demokratischer zu gestalten, soll das Europäische<br>
Parlament ein vollwertiges Initiativrecht für die Einbringung von Gesetzen<br>
bekommen. In Zukunft soll ein Teil der Abgeordneten über transnationale Listen<br>
gewählt werden. Bürger*innen sollen breiter und effektiver beteiligt werden, die<br>
Europäische Bürgerinitiative wollen wir stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine handlungsfähige EU</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Erweiterung der EU ist eine Erfolgsgeschichte und liegt in unserem<br>
geopolitischen Interesse. Wir unterstützen den Beitrittswunsch der<br>
Westbalkanstaaten, der Ukraine und Moldaus, sofern sie alle Beitrittskriterien<br>
erfüllen. Wir sehen den mutigen und unermüdlichen Einsatz der proeuropäischen<br>
Kräfte in Georgien und möchten diese unterstützen, um Georgien eine Zukunft in<br>
der EU zu ermöglichen. Auch eine demokratische Türkei hat ihren Platz in der EU,<br>
doch eine Wiederaufnahme der Beitrittsgespräche setzt einen glaubhaften<br>
Kurswechsel bei Demokratie und Rechtsstaatlichkeit voraus.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit dem Ziel einer starken, handlungsfähigeren EU möchten wir die laufende<br>
Legislatur zu einer Reformlegislatur machen. Dafür soll das Prinzip der<br>
Einstimmigkeit in allen Politikbereichen – auch in der Gemeinsamen Außen- und<br>
Sicherheitspolitik – durch Mehrheitsentscheidungen ersetzt werden. Wo Reformen<br>
mit allen Mitgliedstaaten nicht möglich sind, soll eine „Koalition der Willigen“<br>
vorangehen können, die stets offen für alle Mitgliedsländer ist. Besonders mit<br>
Frankreich und Polen wollen wir die EU gemeinsam voranbringen. Deshalb haben wir<br>
so stark in die deutsch-französische Kooperation und das Weimarer Dreieck<br>
investiert. Unsere Vision ist eine Föderale Europäische Republik mit eigener<br>
Verfassung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nur ein starkes Europa ist in der Lage, der Wirtschaft im globalen Wettbewerb<br>
den Rücken zu stärken und damit gute Jobs zu sichern. Für die dringend<br>
benötigten Investitionen in Infrastruktur und den klimaneutralen Ausbau der<br>
europäischen Wirtschaft muss der nächste EU-Finanzrahmen stärker auf Innovation<br>
und auf die Zukunftsfähigkeit der europäischen Wirtschaft ausgerichtet werden.<br>
Europäische öffentliche Güter wie Infrastruktur, Erasmus, grenzüberschreitende<br>
Forschung oder gemeinsamen europäischen Grenzschutz werden wir stärken. Daneben<br>
braucht es verbindliche Ziele für den Klima- und Naturschutz und eine starke<br>
soziale Säule.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dafür braucht es aber auch mehr Finanzkraft auf europäischer Ebene. Wir wollen<br>
die finanzielle Ausstattung der EU durch neue Eigenmittel verbessern. Einnahmen,<br>
die durch europäische Instrumente entstehen, sollen mehrheitlich dem EU-Haushalt<br>
zugutekommen. Sollten die USA die globalen Vereinbarungen über die Besteuerung<br>
digitaler Großkonzerne nicht mehr umsetzen, setzen wir uns in der EU für eine<br>
Europäische Digitalkonzernsteuer ein. Für die Bewältigung großer<br>
Herausforderungen haben sich zudem gemeinsame europäische Anleihen bewährt, etwa<br>
im Rahmen der Europäischen Investitionsbank.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>D. Außen- und Sicherheitspolitik in<br>
Verantwortung</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine aktive Außenpolitik</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Als Teil der Bundesregierung haben wir in schwierigen Zeiten Verantwortung<br>
übernommen, sind daran gewachsen und stehen bereit, diese weiterhin zu tragen.<br>
Dieser Verantwortung werden wir mit einer aktiven Außenpolitik in starken<br>
Bündnissen gerecht – für ein starkes Deutschland, in einem friedlichen Europa,<br>
in einer stabilen Welt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die EU ist Garantin für Frieden und Freiheit, Wohlstand und Demokratie. Die EU<br>
als weltpolitische Akteurin steht im Zentrum unserer Außenpolitik. Gemeinsam<br>
stehen wir an der Seite der Ukraine – so lange und so entschlossen, bis die<br>
Ukrainer*innen wieder in Frieden leben können. Frieden ist mehr als die<br>
Abwesenheit von Krieg. Frieden ist ein Leben in Freiheit, Sicherheit und Würde.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Putins Russland stellt derzeit die größte Bedrohung für Frieden und Sicherheit<br>
in Europa dar. Wir setzen auf wirtschaftliche und sicherheitspolitische<br>
Maßnahmen, die Russlands militärischen Sieg verhindern, den ökonomischen Druck<br>
auf das Regime erhöhen und unsere eigene Handlungsfähigkeit wahren. Wir reichen<br>
denjenigen Russ*innen die Hand, die sich als Teil der demokratischen<br>
Zivilgesellschaft glaubwürdig für ein Ende des Kriegs, für Frieden und Freiheit<br>
einsetzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die USA sind Europas zentraler Partner bei globalen Krisen und Konflikten. Trotz<br>
aller Unterschiede und Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen Ausrichtung der<br>
USA verbinden uns gemeinsame Werte, Interessen sowie tiefe kulturelle,<br>
historische und gesellschaftliche Bande. Auch zukünftig werden wir für die USA<br>
ein verlässlicher Verbündeter bleiben. Gleichzeitig müssen wir die europäische<br>
Souveränität stärken, geschlossen und entschlossen für unsere Werte und<br>
Interessen einstehen und politische Differenzen ehrlich und offen ansprechen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir bleiben fest in unseren Bündnissen verankert. Zugleich sind wir auf<br>
vielfältige und robuste Partnerschaften angewiesen – vor allem im Globalen<br>
Süden. Wir wollen unsere Zusammenarbeit mit Ländern in Asien, Afrika,<br>
Lateinamerika und Nahost gezielt ausbauen und um Partnerschaften basierend auf<br>
gegenseitigem Vertrauen und gemeinsamen Interessen werben. So gewinnen wir<br>
Verbündete für die Reform des multilateralen Systems, für globale<br>
Herausforderungen wie den Kampf gegen den Klimawandel und in der systemischen<br>
Auseinandersetzung mit autoritären Regimen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>China versucht zunehmend aggressiv, das internationale System nach seinen<br>
Interessen umzubauen und den militärischen Druck in der Straße von Taiwan zu<br>
erhöhen. Für uns ist China systemischer Rivale, Wettbewerber und Partner, doch<br>
die Rivalität rückt immer mehr in den Fokus Pekings. Mit der ersten China-<br>
Strategie der Bundesregierung haben wir begonnen, die jahrelange Naivität in der<br>
deutschen China-Politik zu beenden – diese gilt es nun konsequent umzusetzen und<br>
weiterzuentwickeln. Wir stärken unsere Zusammenarbeit mit Partnerstaaten im<br>
Indopazifik, insbesondere in den Bereichen Sicherheit, Handel und Klima.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unsere Außenpolitik steht im Bewusstsein für unsere Geschichte und die<br>
Verantwortung, die unser Land mit dem Grauen des Zweiten Weltkriegs und dem<br>
Holocaust auf sich geladen hat. Das Existenzrecht Israels ist für uns<br>
unverhandelbar. Wir stehen ein für die Sicherheit von Jüdinnen und Juden und das<br>
Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser*innen. Dauerhafte Sicherheit für<br>
Israelis und Palästinenser*innen ist nur durch einen politischen Prozess und<br>
eine verhandelte Zwei-Staaten-Lösung auf Basis der Grenzen von 1967 möglich.<br>
Dafür setzen wir uns ein. Aus unserer Geschichte ergibt sich auch die<br>
Verantwortung, für das humanitäre Völkerrecht einzutreten, um menschliches Leid<br>
zu verhindern und Warnsignale ernst zu nehmen. Deswegen haben wir uns so<br>
intensiv dafür eingesetzt, dass die von der Hamas festgehaltenen Geiseln befreit<br>
werden, die Zivilbevölkerung geschützt wird, die humanitäre Hilfe die Menschen<br>
erreicht und es zu einem Waffenstillstand kommt. Das Leid in Gaza ist<br>
unerträglich. Jedes Menschenleben ist gleich viel wert. Menschlichkeit ist<br>
unteilbar.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Ende des Assad-Regimes in Syrien ist ein Aufatmen der syrischen Bevölkerung<br>
nach jahrzehntelanger Unterdrückung, Vertreibung und Folter. Damit verbunden ist<br>
die Hoffnung vieler Syrer*innen auf ein Leben in Frieden und Freiheit. Auf<br>
diesem Weg wollen wir sie zusammen mit unseren Partnern unterstützen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das iranische Regime begeht massive Menschenrechtsverletzungen im eigenen Land<br>
und destabilisiert die ganze Region. Wir werden die Sanktionen gegen die<br>
Verantwortlichen des Regimes fortlaufend prüfen und weiterentwickeln sowie ihre<br>
Einhaltung streng überprüfen. Dazu gehört auch die rechtssichere Terrorlistung<br>
der Revolutionsgarden. Es braucht zudem weiter diplomatische Anstrengungen, um<br>
die nukleare Bewaffnung des Irans zu verhindern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir setzen uns für eine vorausschauende und kohärente Außen-, Sicherheits- und<br>
Entwicklungspolitik ein, die Krisen und Konflikte frühzeitig erkennt und mit<br>
gezielten und koordinierten Maßnahmen menschliches Leid verhindert. Grundlage<br>
dafür ist ein gemeinsames Lagebild über die Bedrohungen, Risiken und Chancen für<br>
unsere Sicherheit sowie eine starke ressortübergreifende Koordination.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für einen zukunftsfesten Multilateralismus</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die regelbasierte internationale Ordnung ist das Fundament unseres Friedens. Die<br>
multilaterale Zusammenarbeit und starke internationale Organisationen sind der<br>
Schlüssel zur Bewältigung globaler Herausforderungen. Diese Ordnung gerät<br>
zunehmend unter Druck: Verstöße gegen die gemeinsamen Regeln nehmen zu,<br>
Abschottung und Protektionismus sind auf dem Vormarsch. Wir treten ein für eine<br>
Welt, in der sich Kooperation vor Konkurrenz und Krieg behauptet und die Stärke<br>
des Rechts über das Recht des Stärkeren triumphiert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit dem UN-Zukunftspakt haben wir den Grundstein für eine Reform der UN gelegt.<br>
Dazu gehört eine Reform des Sicherheitsrats, mit der wir eine gerechtere<br>
Repräsentanz der Weltregionen gewährleisten wollen. Wir wollen diese<br>
Vereinbarungen nun gemeinsam mit den UN-Mitgliedstaaten umsetzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mehr Verantwortung in den UN erfordert von Deutschland und der EU, ihr<br>
Engagement diplomatisch, finanziell und personell weiter zu verstärken. Mittel<br>
für humanitäre Hilfe sollen flexibler eingesetzt und mehrjährig vergeben werden,<br>
um Herausforderungen in fragilen Kontexten gerecht zu werden und die Planbarkeit<br>
zu verbessern. Während die UN eine unverzichtbare Rolle in der humanitären Hilfe<br>
einnehmen, wollen wir auch lokale humanitäre Organisationen weiter stärken.<br>
Durch humanitäre Diplomatie tragen wir dazu bei, dass die Hilfe bei der<br>
notleidenden Bevölkerung ankommt und Helfer*innen geschützt sind.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Aus unserer historischen Verantwortung für die Verbrechen der Nazi-Herrschaft<br>
sowie der Kolonialvergangenheit ergibt sich für uns eine besondere Verpflichtung<br>
zum Schutz des Völkerrechts. Als internationale Gemeinschaft tragen wir<br>
Verantwortung, gegen schwerste Menschenrechtsverletzungen vorzugehen und diese<br>
strafrechtlich zu ahnden. Deswegen wollen wir die internationale<br>
Strafgerichtsbarkeit und das Völkerstrafrecht stärken und seine Fortentwicklung<br>
aktiv vorantreiben. Denn niemand steht über dem Völkerrecht. In enger Abstimmung<br>
mit unseren internationalen Partnern setzen wir uns für die strafrechtliche<br>
Verfolgbarkeit des Verbrechens der Aggression ein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für Menschenrechte und demokratische Entwicklung</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine starke Zivilgesellschaft ist das Rückgrat einer wehrhaften Demokratie und<br>
eines nachhaltigen Friedens. Menschen, die sich weltweit für Demokratie, Frauen-<br>
und Menschenrechte einsetzen, geraten zunehmend unter Druck. Autoritäre Regime<br>
schränken die Meinungs- und Pressefreiheit ein, unterdrücken<br>
zivilgesellschaftliches Engagement, bedrohen Aktivist*innen und verfolgen<br>
Dissident*innen – auch im Ausland. In diesem Systemwettbewerb setzen wir uns<br>
entschlossen für die liberale Demokratie ein und stärken dadurch auch unsere<br>
Sicherheit, unsere Freiheit und unseren Wohlstand.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen zivilgesellschaftliche Organisationen in ihrem Kampf für<br>
Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit gezielt und unkompliziert unterstützen.<br>
Dazu gehören auch Schutzprogramme für Menschenrechtsverteidiger*innen – vor Ort<br>
oder notfalls im Exil. Auch Deutschland ist ein sicherer Zufluchtsort für viele<br>
verfolgte Menschenrechtsverteidiger*innen. Wir wollen die Aufnahme von besonders<br>
gefährdeten Aktivist*innen durch humanitäre Visa und beschleunigte Verfahren<br>
weiter unterstützen sowie den Schutz vor transnationaler Repression durch<br>
gemeinsame europäische Ermittlungen und Sanktionen gegen die Verantwortlichen<br>
verbessern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gerade in Krisenzeiten kann Kultur Brücken bauen und gegenseitiges Verständnis<br>
fördern. Deswegen wollen wir Mittlerorganisationen der auswärtigen Kultur- und<br>
Bildungspolitik stärken und internationale Forschungskooperationen ausbauen. Mit<br>
ehemaligen deutschen Kolonien wie Namibia haben wir den Versöhnungs- und<br>
Aufarbeitungsprozess vorangetrieben und Verantwortung für unsere Vergangenheit<br>
übernommen. Diese Schritte werden wir konsequent fortführen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gleichberechtigung macht Gesellschaften friedlicher, gerechter, resilienter und<br>
wirtschaftlich erfolgreicher. Eine feministische Außen- und Entwicklungspolitik<br>
bedeutet, die Rechte, Ressourcen und Repräsentanz von Frauen, Mädchen und<br>
marginalisierten Gruppen weltweit zu stärken. Wir wollen unseren Einsatz gegen<br>
sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt verstärken, Überlebende besser<br>
unterstützen, den Schutz von queeren Menschen vor Diskriminierung und Gewalt<br>
vorantreiben, Geschlechtergerechtigkeit in allen Projekten der internationalen<br>
Zusammenarbeit stärker verankern und mehr Mittel für Frauenrechtsorganisationen<br>
bereitstellen. Denn Gesellschaften sind immer nur so stark, wie Frauen an der<br>
Gesellschaft teilhaben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das sehen wir insbesondere in den Ländern, in denen Frauenrechte mit Füßen<br>
getreten werden – wie in Afghanistan, im Iran oder unter der<br>
Schreckensherrschaft des sogenannten Islamischen Staates (IS). Wir setzen uns<br>
weiterhin für die Rechte und Unterstützung von Frauen in Afghanistan ein, stehen<br>
an der Seite der feministischen Protestbewegung im Iran und wollen Jesid*innen,<br>
die besonders schlimmes Leid und Vertreibung durch den IS erfahren haben, weiter<br>
schützen. Wir fordern die Innenminister*innen der Länder dazu auf, einen<br>
bundesweiten Abschiebestopp in den Iran und von Jesid*innen zu beschließen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für die Sicherheit und Frieden in Europa und der Welt</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unsere Sicherheit ist eingebettet in der EU und der NATO. Wir stärken den<br>
europäischen Pfeiler der NATO. Deutschland und Europa müssen unabhängig von der<br>
US-Politik mehr Verantwortung für ihre Sicherheit und darüber hinaus übernehmen.<br>
Das können wir wirksamer und kosteneffizienter bewerkstelligen, je enger wir in<br>
der EU zusammenarbeiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir stehen zu unseren Bündnisverpflichtungen und dem damit verbundenen<br>
notwendigen Ausbau unserer Fähigkeiten. Dafür braucht es verlässliche<br>
Finanzierung mit einem Verteidigungsetat, der dauerhaft die in der NATO<br>
vereinbarten und auch national definierten Ziele und Bedarfe erfüllt und dafür<br>
dauerhaft deutlich mehr als 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in unsere<br>
Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit investiert. Dies wird nicht allein aus<br>
laufenden Einnahmen finanzierbar sein, sondern wird mittelfristig auch über eine<br>
höhere Kreditaufnahme finanziert werden müssen. Wie zu Zeiten der Eurokrise und<br>
der Pandemie braucht es auch auf europäischer Ebene eine gemeinsame finanzielle<br>
Kraftanstrengung zur Friedenssicherung in Europa, wie es die Europäische<br>
Kommission vorgeschlagen hat. Damit wollen wir auch europäische Synergieeffekte<br>
nutzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Es ist in unserem Interesse, auch global für Frieden und Stabilität zu wirken<br>
und menschliche Sicherheit in den Fokus zu rücken. Dabei setzen wir auf zivile<br>
Krisenprävention und Konfliktbearbeitung, die eng mit unseren europäischen<br>
Partnern abgestimmt ist. Die Fähigkeiten von zivilgesellschaftlichen Akteuren,<br>
der EU und UN, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa<br>
(OSZE) sowie von Regionalorganisationen wie der Afrikanischen Union wollen wir<br>
dahingehend stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gerade in diesen Zeiten, in denen einige wenige wieder mit dem Einsatz von<br>
Atomwaffen drohen, ist es entscheidend, dass wir Abrüstungsinitiativen und<br>
Rüstungskontrollen vorantreiben. Nur mit gemeinsamen Abrüstungsschritten<br>
schaffen wir dauerhaft mehr Sicherheit für alle und wahren Frieden und<br>
Stabilität. Dieser Einsatz ist und bleibt Pfeiler jeder Friedenspolitik.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Ziel einer atomwaffenfreien Welt ist durch den aggressiven Imperialismus<br>
Russlands in weite Ferne gerückt. Dennoch bleibt es richtig. Wir werden den<br>
Vertrag zur Nichtverbreitung von Kernwaffen stärken, den<br>
Atomwaffenverbotsvertrag weiterhin konstruktiv begleiten und die Zusammenarbeit<br>
mit zivilgesellschaftlichen Organisationen ausbauen. Es braucht dringend neue<br>
Regeln in den Bereichen autonome Waffen, Cyber und Weltraum. Entwicklungen in<br>
diesen Bereichen verändern grundlegend, wie Kriege geführt werden. Für uns ist<br>
klar: Wir halten die Entwicklung und den Einsatz von letalen vollautonomen<br>
Waffensystemen, die gänzlich ohne menschliche Kontrolle über Leben und Tod<br>
entscheiden, für falsch. Deswegen setzen wir uns intensiv auf internationaler<br>
Ebene für eine Ächtung ein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die internationale Rüstungskontrollarchitektur wird in Zeiten von Krieg und<br>
Krisen extrem herausgefordert. Wir stärken die Sicherheit aller Menschen, indem<br>
wir mit unseren Partnern unsere Verpflichtungen zu völkerrechtlichen Verträgen<br>
auch in schwierigen Zeiten aufrechterhalten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine moderne, verteidigungsfähige Bundeswehr</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Bundeswehr ist ein Grundpfeiler unserer Wehrhaftigkeit. Als fest in die NATO<br>
integrierte Armee dient sie der Wahrung von Frieden und Stabilität. Angesichts<br>
der veränderten Sicherheitslage in Europa rückt der Kernauftrag der Bundeswehr –<br>
die Landes- und Bündnisverteidigung – wieder ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit.<br>
Es geht wieder darum, unseren Frieden und unsere Sicherheit im äußersten Notfall<br>
auch militärisch verteidigen und potenzielle Aggressoren wirksam abzuschrecken<br>
und von Angriffen abzuhalten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auch global wachsen die sicherheitspolitischen Herausforderungen. Unsere<br>
internationale Verantwortung werden wir deshalb auch weiterhin in<br>
internationalen Friedenseinsätzen annehmen. Auslandseinsätze der Bundeswehr<br>
müssen in multilateralen Bündnissen verankert und in ein politisches<br>
Gesamtkonzept eingebettet sein, bei dem diplomatische, entwicklungspolitische<br>
und militärische Maßnahmen ineinandergreifen. Wir wollen die parlamentarische<br>
Mitbestimmung und Kontrolle weiter verbessern und dafür die Evaluierung von<br>
Einsätzen verstetigen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Als einer der größten Arbeitgeber der Bundesrepublik hat die Bundeswehr eine<br>
große gesellschaftliche Verantwortung für alle, die in ihr dienen und dienten.<br>
Wir stehen ein für eine Bundeswehr, die die Vielfalt unserer Gesellschaft<br>
abbildet und für alle Menschen ein sicherer Ort ist. Auch nach dem Ausscheiden<br>
aus dem Dienst muss klar sein: Wer bereit war, sein Leben für den Frieden<br>
einzusetzen, hat unsere Aufmerksamkeit und Unterstützung verdient.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr sicherzustellen, wollen wir den<br>
freiwilligen Wehrdienst und die Reserve für eine breite Zielgruppe attraktiver<br>
machen und durch gute Lebens- und Arbeitsbedingungen für Soldat*innen Personal<br>
langfristig binden. Für den potenziellen Verteidigungsfall braucht es schnelle<br>
Rekrutierungsmechanismen – unterstützt durch eine neue Form der Wehrerfassung,<br>
die auch den Zivil- und Heimatschutz stärkt. Darüber hinaus wollen wir die<br>
Kooperation von Streitkräften innerhalb der EU und NATO zur Regel machen,<br>
beispielsweise durch ständige multinationale Einheiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen unsere Verteidigungsfähigkeit sicherstellen und unsere Bundeswehr<br>
mithilfe einer leistungsfähigen europäischen Rüstungsindustrie gut und modern<br>
ausstatten. Ineffiziente Doppelstrukturen unter EU-Mitgliedstaaten wollen wir<br>
zugunsten gemeinsamer Entwicklung, Produktion und Beschaffung von Rüstungsgütern<br>
abbauen. Dafür braucht es finanzielle Anreize, gemeinsame Investitionen und den<br>
politischen Willen, um nationale industriepolitische Interessen in den Dienst<br>
von mehr gemeinsamer Sicherheit zu stellen. Ein bedarfsorientierter europäischer<br>
Rüstungsmarkt und eine restriktive gemeinsame Exportpolitik sind zwei Seiten<br>
einer Medaille. Wir wollen klare, transparente und an Menschenrechten, unseren<br>
Werten und Sicherheitsinteressen orientierte Kriterien für Rüstungsexporte auf<br>
nationaler und europäischer Ebene gesetzlich verankern – mit vorangehenden<br>
Risikoanalysen, einklagbaren Sanktionsmöglichkeiten und Endverbleibskontrollen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für globalen Klimaschutz</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Klimakrise ist eine der größten Sicherheitsrisiken des 21. Jahrhunderts: Sie<br>
zerstört Lebensgrundlagen, verstärkt Konflikte und zwingt Menschen zur Flucht.<br>
Es ist in unserem unmittelbaren Interesse, die Klimakrise und ihre Folgen<br>
abzumildern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Viele Staaten haben die Chancen ambitionierter Klimapolitik erkannt: Die<br>
Energiewende und nachhaltige Technologien stabilisieren nicht nur das Klima, sie<br>
schaffen auch massive wirtschaftliche Wachstumsmöglichkeiten. Mit konsequenter<br>
Klimapolitik hierzulande und effektiver Klimaaußenpolitik machen wir Deutschland<br>
zum Vorreiter und unterstützen gleichzeitig andere Staaten auf ihrem Weg zu<br>
klimaneutralem Wohlstand.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im Rahmen der Klimakonferenzen haben wir trotz widrigster Umstände erfolgreich<br>
für eine Abkehr von den fossilen Energien gestritten, die Energiewende<br>
beschleunigt und Klimagerechtigkeit entschieden vorangetrieben. Wir haben<br>
gezeigt: Es macht einen Unterschied, wenn Grüne am Verhandlungstisch sitzen.<br>
Diesen Weg wollen wir fortsetzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir setzen uns dafür ein, dass Deutschland und Europa ihren fairen Beitrag zur<br>
internationalen Klimafinanzierung leisten, entsprechend der Beschlüsse der<br>
internationalen Klimakonferenz COP. Dafür wollen wir innovative<br>
Finanzierungsinstrumente nutzen und gemeinsam mit unseren Partnern darauf<br>
hinwirken, dass Investitionen mit den Zielen der Klimaneutralität und der Agenda<br>
2030 in Einklang gebracht werden. Im Sinne der Klimagerechtigkeit gilt besondere<br>
Unterstützung den vom Klimawandel besonders betroffenen Staaten und<br>
Gemeinschaften, gerade in Afrika und den kleinen Inselentwicklungsstaaten. Wir<br>
unterstützen unsere Partner zudem beim Schutz der Biodiversität.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir nutzen die Chancen einer ambitionierten Klimapolitik auch für unsere<br>
Wirtschafts-, Finanz- und Handelspolitik. Dabei setzen wir auf Instrumente wie<br>
die Außenwirtschaftsförderung oder das dichte Netz an Klima- und<br>
Energiepartnerschaften mit mittlerweile über 30 Ländern im Globalen Norden und<br>
Süden. Wir setzen uns dafür ein, dass in diesem Rahmen auch<br>
Technologiepartnerschaften mit unseren Unternehmen geschlossen werden. Dazu<br>
gehört, dass Know-how transferiert wird und lokale Produktionskapazitäten<br>
aufgebaut werden, auch um zu verhindern, dass durch andere Kräfte neue, fatale<br>
Abhängigkeiten entstehen. Klimaaußenpolitik kann auch Brücken zu Partnern bauen,<br>
die nicht alle unsere Werte teilen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für robuste Partnerschaften und internationale Gerechtigkeit</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die großen Herausforderungen unserer Zeit sind global. Wir gehen sie an durch<br>
internationale Partnerschaften in gegenseitigem Interesse: für Klima und<br>
Biodiversität, für globale Gesundheit, für nachhaltigen Wohlstand, für<br>
menschliche Sicherheit und für Menschenrechte. Damit stellen wir nicht zuletzt<br>
ein dringend benötigtes glaubhaftes Gegenangebot zum Einfluss insbesondere<br>
Chinas und Russlands.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir stehen zu unserer historisch gewachsenen Verantwortung für die ärmsten<br>
Länder und der Verwirklichung sowie Weiterentwicklung der Agenda 2030 für<br>
nachhaltige Entwicklung. Es braucht einen Endspurt und ambitionierte Folgeziele.<br>
Unser Ansatz dafür ist feministisch und dekolonial. Wir wollen eine<br>
eigenständige Entwicklungspolitik, die strukturelle Ungerechtigkeiten abbaut und<br>
weltweit gleichberechtigte Partnerschaften gestaltet.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir unterstützen Länder des Globalen Südens bei ihrem Streben nach gerechter<br>
Repräsentanz in internationalen Organisationen – nur so bleiben multilaterale<br>
Foren zukunftsfähig. Reformen bei den internationalen Finanzinstitutionen<br>
treiben wir voran und gestalten Handelsabkommen fair und nachhaltig. Wir setzen<br>
uns für solide Schuldenrestrukturierungen und -erlasse für besonders belastete<br>
Länder ein, um ihre Autonomie und Handlungsfähigkeit zu stärken. Daran arbeiten<br>
wir gemeinsam mit Partnern in der EU, den G20 und G7, internationalen<br>
Organisationen, dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen das Recht auf Wasser und Nahrung verwirklichen. Dafür fördern wir<br>
beispielsweise agrarökologische Ansätze, schützen Landrechte von<br>
Kleinbäuer*innen und unterstützen wirksame Mechanismen gegen exzessive<br>
Finanzmarktspekulationen mit Wasser, Land und Lebensmitteln. Die Covid-19-<br>
Pandemie hat erneut gezeigt, dass Gesundheit globale und vorausschauende<br>
Zusammenarbeit erfordert. In diesem Sinne wollen wir Partnerländer im Aufbau<br>
ihrer Gesundheitssysteme unterstützen, die Weltgesundheitsorganisation stärken<br>
und langfristige Forschungs- und Entwicklungskooperation fördern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir setzen uns dafür ein, dass Deutschland seine internationalen Zusagen einhält<br>
und mindestens die in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und<br>
Entwicklung (OECD) vereinbarte Quote von 0,7 Prozent des<br>
Bruttonationaleinkommens in Entwicklungszusammenarbeit investiert. Darüber<br>
hinaus stellen wir zusätzliche Mittel für die internationale Klima- und<br>
Biodiversitätsfinanzierung bereit und setzen uns für ambitionierte neue<br>
Finanzierungsziele für Klima und die Agenda 2030 ein. Um zur Deckung des<br>
massiven Investitionsbedarfs beizutragen, wollen wir auch den deutschen<br>
Entwicklungsbanken einen verstärkten Zugang zum Kapitalmarkt ermöglichen,<br>
insbesondere durch die Erhöhung des Gewährleistungsrahmens des Bundes.<br>
Wirkungsorientierung und Kohärenz sind der Anspruch unseres gesamten<br>
internationalen Handelns.</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Fri, 20 Dec 2024 18:16:48 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A3: WP-01-K2: Einfach dabei sein – fair und bezahlbar</title>
                        <link>https://BG060125.antragsgruen.de/BG060125/WP-01-K2-Einfach-dabei-sein-fair-und-bezahlbar-47891</link>
                        <author>Bundesvorstand (dort beschlossen am: 17.12.2024)</author>
                        <guid>https://BG060125.antragsgruen.de/BG060125/WP-01-K2-Einfach-dabei-sein-fair-und-bezahlbar-47891</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Kraft unseres Landes fußt darauf, dass alle Menschen sich selbstbewusst<br>
einbringen und entfalten können. Dass ihre Leistung, ihre Erfahrung und ihre<br>
Kompetenzen etwas zählen und sich der Einsatz lohnt. Die Kraft unseres Landes<br>
beruht auf den Menschen, die jeden Tag anpacken, in Fabriken und Büros, in<br>
Krankenhäusern und Pflegeheimen, in Kitas und Universitäten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Es geht darum, die aktuelle Verunsicherung in neue Sicherheit zu verwandeln.<br>
Denn viele Menschen fühlen sich überfordert: Steigende Mieten und<br>
Lebenshaltungskosten machen das Leben für viele kaum mehr bezahlbar. Zu wenig<br>
Kitapersonal und -plätze, die aufwendige Suche nach einem Arzttermin oder<br>
langwierige Behördengänge machen das Leben anstrengend und kompliziert. Die<br>
Leute wollen gestalten, sich etwas aufbauen, für ihre Familie sorgen, aus<br>
eigener Kraft. Dafür haben sie gute Rahmenbedingungen verdient. Alle müssen sich<br>
darauf verlassen können, dass der Staat die Institutionen bereithält, die sie<br>
unterstützen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein gutes Bildungssystem ist gleich in mehrfacher Hinsicht der Zentralschlüssel<br>
für eine gute Zukunft unseres Landes. Hier entwickeln sich individuelle<br>
Freiheit, die Möglichkeit zu persönlicher Selbstbestimmung ebenso wie die zu<br>
gesellschaftlicher Teilhabe. Mit der Bildung entscheiden sich die Lebenschancen<br>
junger Menschen: Das fängt grundlegend mit der Kita an und reicht bis zu<br>
Ausbildung oder Studium – und darf dort nicht enden. Und das gilt ganz gleich,<br>
ob man im späteren Leben im Handwerk, der Wissenschaft, im<br>
Dienstleistungsgewerbe oder der Industrie arbeitet. Mit der Bildung entscheidet<br>
sich zudem, ob wir unser Land fit bekommen für die Anforderungen der neuen Zeit.<br>
Wir statten die jungen Menschen mit Fähigkeiten aus, die in der neuen, digitalen<br>
und klimaneutralen Arbeitswelt unverzichtbar sind. Es ist an der Zeit, dem<br>
endlich auch in der Bundespolitik Rechnung zu tragen – Hand in Hand mit Ländern<br>
und Kommunen in einem modernen Föderalismus. Wir stärken unsere Bildungssysteme,<br>
damit sie besser als heute Kindern mit Migrationsgeschichte und aus<br>
sozioökonomisch benachteiligten Familien die gleichen Chancen auf Teilhabe und<br>
Aufstieg ermöglichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gute Arbeit und faire Löhne sind die Grundlage dafür, sich etwas aufzubauen – in<br>
materieller Sicherheit. Arbeit ist der Ort, an dem die Menschen viel Lebenszeit<br>
verbringen, an dem sie ihren gesellschaftlichen Beitrag messen, an dem sie Stolz<br>
ausprägen – oder auch verlieren. Diesen Stolz in die Zukunft zu tragen – in<br>
einer Gesellschaft, in der man sich einbringen kann, in der Anstrengung<br>
honoriert wird und das Sicherheitsnetz für alle funktioniert. Das ist unser<br>
Ziel.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Frage des Wohnens ist entscheidend für die Umstände unseres Lebens. Die Wahl<br>
eines Arbeitsplatzes, die Möglichkeit einer Familiengründung und die Gestaltung<br>
des sozialen Umfelds hängen maßgeblich vom Wohnen ab. Es bezahlbar zu machen,<br>
ist also eine entscheidende soziale Herausforderung. Wir nehmen sie an,<br>
begrenzen effektiv Mieten, erleichtern das Bauen und den Zugang zu Eigentum.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen für die Menschen eine angemessene und unkomplizierte soziale<br>
Absicherung, die die elementaren Dinge eines Lebens in Würde abdeckt. Das gilt<br>
für ein gutes und solidarisches Gesundheitssystem, das für alle da ist. Das gilt<br>
für ein Pflegesystem, das verlässlich und bezahlbar ist und allen Menschen ein<br>
Alter in Würde ermöglicht. Das gilt ganz besonders für Kinder und Jugendliche,<br>
deren Zukunft nicht von der Lotterie ihrer sozialen Umstände abhängen darf. Es<br>
gilt für Menschen, die unverschuldet ihre Arbeit verlieren. Und es gilt für eine<br>
soziale Sicherung im Alter, die Geleistetes würdigt und die Angst vor der Armut<br>
nimmt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>A. Starke Teilhabe: gute Arbeit, bezahlbares<br>
Wohnen, faire Löhne</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für gute Arbeit und faire Löhne</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gute Arbeit und faire Löhne sind entscheidend dafür, dass Menschen für sich und<br>
ihre Familien sorgen können, dass sie sich einbringen können und stolz auf den<br>
gemeinsam erreichten Wohlstand sein können. Wir wollen, dass alle Zugang zu<br>
guter Arbeit haben: durch eine gute Ausbildung, Fort- und Weiterbildung, durch<br>
bessere Integration in einen inklusiven Arbeitsmarkt sowie durch Erleichterung<br>
der Arbeitsaufnahme bzw. Abbau von Arbeitsverboten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Faire Löhne verlangen nach einem fairen Mindestlohn, damit Leistung auch<br>
anerkannt wird. Um die Inflation der vergangenen Jahre auszugleichen, braucht es<br>
jetzt einen Mindestlohn von zunächst 15 Euro im Jahr 2025, der auch für unter<br>
18-Jährige gilt. Das entspricht auch den Vorgaben, die bei der Umsetzung der<br>
Mindestlohnrichtlinie der Europäischen Union (EU) einzuhalten sind. Und es<br>
braucht eine stärkere Tarifbindung. Denn wer nach Tarif arbeitet, verdient im<br>
Schnitt mehr und das unter besseren Arbeitsbedingungen. Deshalb wollen wir die<br>
Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen erleichtern. Durch ein<br>
Tariftreuegesetz werden wir öffentliche Aufträge des Bundes in der Regel an<br>
Unternehmen vergeben, die nach Tarif bezahlen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die betriebliche Mitbestimmung ist gelebte Demokratie. Sie macht die<br>
Beschäftigten zu aktiven Akteuren bei der Gestaltung ihrer Arbeitswelt. Wenn<br>
sich die Beschäftigten einmischen können, wenn sie ihre Arbeitsbedingungen<br>
mitgestalten können, dann entsteht auch in Zeiten von Veränderungsprozessen<br>
Vertrauen und Akzeptanz. Die betriebliche Mitbestimmung werden wir daher stärken<br>
und auf Mitbestimmungsrechte in Sachen Klima- und Umweltschutz,<br>
Qualifizierungsmaßnahmen sowie Gleichstellung im Betrieb erweitern. Gegen<br>
Scheinselbstständigkeit, etwa bei Plattformunternehmen, den Missbrauch von<br>
Werkverträgen und Schwarzarbeit wollen wir entschieden vorgehen. In Branchen,<br>
die von Schwarzarbeit betroffen sind, sorgen wir für eine digitale und<br>
manipulationssichere Erfassung der Arbeitszeit.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit: Dieser Slogan wird<br>
Wirklichkeit, wenn Frauen ihr Recht auf gleiche Bezahlung auch in der Praxis<br>
umsetzen können. Deshalb werden wir die EU-Entgelttransparenzrichtlinie zügig<br>
und vollständig umsetzen. Wir wollen die Regeln verbindlicher und besser<br>
einklagbar machen und dadurch Gleichstellung wirksam voranbringen. Die<br>
Erwerbsmöglichkeiten für Frauen verbessern wir durch gleiche Löhne und flexible<br>
Arbeitszeitmodelle und durch das Rückkehrrecht in Vollzeit. Eine gute<br>
Kinderbetreuung ist dabei wesentliche Voraussetzung für die Erwerbstätigkeit<br>
aller Erziehenden. Es kommt uns dabei darauf an, Arbeit und Familie vereinbarer<br>
zu gestalten und Sorgearbeit fairer zu verteilen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Minijobs wollen wir schrittweise in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung<br>
überführen, mit Ausnahmen für Rentner*innen, Schüler*innen und Studierende. Denn<br>
sie führen vor allem für Frauen und in Kombination mit dem Ehegattensplitting zu<br>
einer Teilzeitfalle, weil sie den Anreiz setzen, weniger und ohne soziale<br>
Absicherung zu arbeiten. Dies verschärft auch den Arbeitskräftemangel und die<br>
Altersarmut. Um mit marktwirtschaftlichen Mitteln die Gehälter am unteren Ende<br>
zu erhöhen, wollen wir Gehaltsangebote in Stellenausschreibungen grundsätzlich<br>
transparent machen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für bezahlbares Wohnen</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Bezahlbares Wohnen ist zu einer der entscheidenden sozialen Fragen unserer Zeit<br>
geworden. Es ist in der vergangenen Legislaturperiode leider nicht gelungen,<br>
entsprechende Abhilfe zu schaffen. Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft<br>
stehen vor Fragen wie: Kann ich an meinem Wohnort eine Familie gründen? Kann ich<br>
mir dort eine Wohnung leisten, wo ich ein Jobangebot habe? Wie kann ich im Alter<br>
wohnen? Wir wollen, dass Menschen in Deutschland bezahlbaren Wohnraum finden und<br>
sich keine Ängste und Sorgen um den Verbleib in ihrer Wohnung machen müssen. Es<br>
braucht mehr Wohnungen, kluge und sozialverträgliche Modernisierung und den<br>
Schutz vor zu hohen Mietsteigerungen im Bestand.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Etwa die Hälfte der Menschen in unserem Land lebt zur Miete und gibt dafür immer<br>
mehr Geld aus. Die Mietpreisbremse muss verlängert werden. Sie soll Anstiege der<br>
Mieten über die ortsübliche Vergleichsmiete hinaus zudem stärker begrenzen. Den<br>
Betrachtungszeitraum zur Ermittlung der Vergleichsmiete wollen wir dafür<br>
deutlich verlängern. Wir wollen die Mietpreisbremse außerdem bereits auf<br>
Wohnungen anwenden, die älter als fünf Jahre sind. Und wir werden Schlupflöcher<br>
schließen, etwa wenn Wohnungen nicht zu fairen Preisen, sondern überteuert als<br>
möblierte Wohnung oder Ferienwohnung angeboten werden. Auch einen Stopp von<br>
Mietensteigerungen über die ortsübliche Vergleichsmiete hinaus wollen wir für<br>
sehr angespannte Wohnungslagen regional ermöglichen. Bei bestehenden<br>
Mietverhältnissen, auch bei Staffel- und Indexmieten, werden wir dafür sorgen,<br>
dass die Menschen nicht durch sehr starke Mietsteigerungen aus ihren Wohnungen<br>
vertrieben werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Obdachlosigkeit sollte in einem reichen Land wie Deutschland nicht vorkommen –<br>
ein eigenes Zuhause ist eine wichtige Voraussetzung für ein Leben in Würde und<br>
für gesellschaftliche Teilhabe. Mit dem Housing-First-Ansatz können wir<br>
Obdachlose direkt in eigene Wohnungen vermitteln.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mieter*innen wollen wir besser schützen, besonders vor dem Missbrauch von<br>
Kündigungen wegen Eigenbedarf oder Mietschulden. Viele Menschen haben das<br>
Interesse, ihre Wohnung zu tauschen, weil sich ihre Lebensumstände geändert<br>
haben. So könnte Wohnraum besser genutzt werden. Wir wollen Menschen bei diesen<br>
Plänen unterstützen, indem wir rechtliche Hürden abbauen und Förderinstrumente<br>
anpassen und flexibilisieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung gibt Sicherheit und Freiheit. Deshalb<br>
wollen wir die Chance auf ein Eigenheim leichter zur Realität werden lassen. Wir<br>
wollen den Kauf von selbst genutztem Wohneigentum und die Modernisierung leer<br>
stehender Wohnungen und Ausbauten zu günstigem Wohnraum stärker fördern. Wir<br>
entlasten bei den Nebenkosten wie den Makler- und Notargebühren. Eine<br>
Wohnungsbauprämie, deren Höhe mit der Inflation steigt und eine Klimakomponente<br>
beinhaltet, erleichtert auch Menschen mit geringem Einkommen den Zugang zu<br>
Wohneigentum. Wenn Mieter*innen gemeinschaftlich ihr Wohnhaus übernehmen wollen,<br>
beispielsweise durch eine Genossenschaft, wollen wir das unbürokratisch durch<br>
günstige Kredite oder Bürgschaften unterstützen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für schnelles, günstiges und klimaverträgliches Bauen</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen da, wo Wohnraum fehlt, die Rahmenbedingungen für schnelles, möglichst<br>
preiswertes und klimaverträgliches Bauen schaffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dafür braucht es eine realistische Strategie. Der beste Weg liegt darin,<br>
vorhandenes Potenzial zu nutzen: bestehende Gebäude aufstocken, ungenutzte<br>
Büroflächen zu Wohnraum umwandeln, Dachböden ausbauen und leer stehende Gebäude<br>
wieder aktivieren. Mehrere Millionen Wohnungen könnten auf diesem Weg<br>
bereitgestellt werden. Hier muss nicht aufwendig neue Infrastruktur gelegt<br>
werden, was das Bauen einfacher und günstiger macht. Das scheitert bislang<br>
oftmals an rechtlichen Hürden und Bürokratie. Wir wollen dieses Potenzial<br>
nutzen. Dazu werden wir das Baurecht vereinfachen, Verfahren digitalisieren und<br>
bundesweit angleichen – davon profitieren alle Formen des Bauens. Übertriebene<br>
Anforderungen an bauliche Standards werden wir auf ein sinnvolles Maß<br>
zurückführen. Wir wollen es erleichtern, dass die Sanierung von Wohnungen mit<br>
Aufstockung oder Erweiterung verbunden wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wohnraum und Bauflächen dürfen kein Spekulationsobjekt sein. Steuerschlupflöcher<br>
bei Immobiliengeschäften, etwa über sogenannte Share Deals, sind deshalb zu<br>
schließen. Stattdessen stärken wir das Vorkaufsrecht von Kommunen. Den sozialen<br>
und gemeinnützigen Wohnungsbau unterstützen wir, indem im Bund die Fördermittel<br>
für sozialen Wohnungsbau erhöht werden. Gemeinnützige und genossenschaftliche<br>
Wohnungsunternehmen wollen wir besonders unterstützen. Die Neue<br>
Wohngemeinnützigkeit wollen wir weiter stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Klimaverträgliches Bauen und Sanieren nutzt nicht nur dem Klima, es reduziert<br>
auch zukünftige Wohnkosten. Damit diese positiven Effekte auch bei Mieter*innen<br>
ankommen, wollen wir klare Anreize dafür setzen, dass Vermieter*innen verfügbare<br>
öffentliche Fördermittel zur Sanierung auch tatsächlich nutzen. Dazu gibt es<br>
viele Wege: Manchmal sind es neue Technologien, manchmal der Rückgriff auf<br>
bewährte Bautraditionen, die den Schlüssel dazu liefern. Die Kreislaufwirtschaft<br>
beim Bau ist ebenfalls entscheidend, damit Bauschutt vermieden, Rohstoffe<br>
geschont und Material wiederverwendet werden kann. Wir reduzieren Vorschriften,<br>
die dem im Weg stehen. Um die Finanzierung von klimafreundlichen Sanierungen zu<br>
erleichtern, wollen wir sanierte Gebäude einfacher als taxonomiekonform<br>
anerkennen. Komfortables, preiswertes und klimaverträgliches Bauen bedarf<br>
technischer und rechtlicher Innovationen – es ermöglicht auch neue Formen des<br>
Zusammenlebens. Dieses neue Zusammenspiel sollten wir als Gesellschaft mithilfe<br>
des Instruments des Reallabors unkompliziert ausprobieren und daraus lernen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für ein gerechtes Steuersystem</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutschland ist ein wohlhabendes Land. Vielen Menschen geht es gut. Aber es gibt<br>
auch diejenigen, die sich außer Miete und Lebensmitteln kaum etwas leisten<br>
können. Diese Menschen haben besonders unter der Inflation der vergangenen Jahre<br>
gelitten. Und der Wohlstand in unserer Gesellschaft ist ungleich verteilt. Das<br>
reichste Prozent der Deutschen besitzt mehr Vermögen als 90 Prozent der<br>
Gesellschaft zusammen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Insbesondere bei der Konzentration von sehr hohen Vermögen gibt es auch im<br>
internationalen Vergleich große Handlungsnotwendigkeit in Deutschland. Zum<br>
Angehen dieser großen Gerechtigkeitslücken gehören folgende Möglichkeiten: eine<br>
globale Milliardärssteuer, eine fairere Erbschaftssteuer, eine gerechte<br>
Immobilienbesteuerung ohne Schlupflöcher oder eine nationale Vermögenssteuer.<br>
Wir wollen die Ziele Gerechtigkeit, Gemeinwohlfinanzierung und den Erhalt von<br>
Betrieben, ihren Investitionsmöglichkeiten und ihren Arbeitsplätzen<br>
zusammenbringen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das ist alles andere als einfach, aber wir möchten endlich etwas erreichen.<br>
Deswegen fokussieren wir uns auf folgende Maßnahmen: das effektive Angehen der<br>
Ausnahmen bei der Erbschaftssteuer für außerordentlich große Erbschaften, den<br>
aktiven Einsatz für die Einführung der globalen Milliardärssteuer sowie das<br>
Schließen weiterer offenkundiger Gerechtigkeitslücken im Steuersystem, vor allem<br>
bei der Immobilienbesteuerung wie Share Deals und beim Auseinanderklaffen der<br>
Besteuerung von Arbeits- und Kapitaleinkünften.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die Erwerbstätigen bürokratisch und finanziell zu entlasten, werden wir die<br>
Arbeitnehmerpauschbeträge in der Einkommensteuererklärung anheben. Wir wollen<br>
eine Anhebung auf 1.500 Euro. Dies wird dazu führen, dass mehr als die Hälfte<br>
der Arbeitnehmer*innen keine Belege für ihre Steuererklärung mehr sammeln muss.<br>
Wer höhere Auslagen hat, kann sie bei der Steuererklärung wie gewohnt angeben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um insbesondere niedrige Einkommen zielgenau und unbürokratisch zu entlasten,<br>
führen wir Steuergutschriften ein. Das ist ein Baustein, um die Arbeitsanreize<br>
im Bürgergeldsystem zu erhöhen. Alleinerziehende entlasten wir gezielt durch<br>
eine Steuergutschrift. Den Grundfreibetrag erhöhen wir. Den Solidaritätszuschlag<br>
werden wir in den Einkommensteuertarif integrieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>B. Eine gute Bildung für gute Chancen</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für gute und verlässliche Kitas</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gute Kitas und Ganztagsbildung sind der entscheidende Grundstein für die Zukunft<br>
unserer Kinder. Eine gute und verlässliche Betreuungsinfrastruktur mit einem<br>
gestärkten Bildungsangebot bietet Kindern gleiche Chancen von Anfang an und<br>
ermöglicht Eltern, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Ein Gewinn für<br>
unsere Gesellschaft insgesamt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Leider wird unser Land diesem Anspruch bei Weitem nicht gerecht. Kitaplätze<br>
fehlen in weiten Teilen des Landes. Dort, wo Eltern einen Platz für ihren<br>
Nachwuchs ergattern, wird der Betrieb regelmäßig wegen Personalknappheit<br>
eingeschränkt oder ganz eingestellt. Es fehlen schon jetzt Erzieher*innen, und<br>
wir wissen, dass bereits viele an oder über der Belastungsgrenze arbeiten.<br>
Deshalb investieren wir in gute Kitas und die Gewinnung von Erzieher*innen und<br>
unterstützenden Arbeitskräften. Außerdem setzen wir uns für schulgeldfreie<br>
Ausbildungen, berufsbegleitende Anerkennungsverfahren, schnellere Anerkennung<br>
ausländischer Abschlüsse und flexiblere Weiterbildungen und Umschulungen ein.<br>
Denn nur wenn ausreichend gut qualifizierte Fachkräfte ausreichend Zeit für ihre<br>
Arbeit haben, können unsere Kitas dauerhaft Bildung und Betreuung auf hohem<br>
pädagogischen Niveau ermöglichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit dem Kita-Qualitätsgesetz investiert der Bund derzeit jährlich rund 2<br>
Milliarden Euro in gute Kitas. Diesen Weg setzen wir fort, indem wir bundesweite<br>
Qualitätsstandards im Kitabereich gesetzlich festschreiben und im Bund die<br>
Investitionen in frühkindliche Bildung erhöhen und verstetigen. Ein besonderes<br>
Augenmerk haben wir dabei auf Kitas mit einem hohen Anteil sozioökonomisch<br>
benachteiligter Kinder. Dort wollen wir besonders unterstützen. Und wir werden<br>
steuerliche Anreize für Unternehmen einführen, die selbst oder in Kooperation<br>
Kitaplätze schaffen, sodass Kinder von Beschäftigten in unmittelbarer Nähe zur<br>
Arbeitsstelle betreut werden können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für starke Schulen mit starken Kindern</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Schulen sind für Heranwachsende neben der Familie der Mittelpunkt ihres Lebens.<br>
Hier entwickelt sich die Persönlichkeit, hier wird gelebt und gelacht. Daher ist<br>
es so wichtig, dass jede bzw. jeder sich dort zugehörig fühlt und angenommen<br>
wird. Schulen befähigen Kinder und Jugendliche auch dabei, ihre selbstbestimmte<br>
und nachhaltige Zukunft zu gestalten. Daher hat jeder junge Mensch die beste<br>
Bildung verdient – ganz unabhängig von Herkunft oder Wohnort.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Den Startschuss für einen Bildungsaufbruch haben wir in der Bundesregierung<br>
gegeben: Als größtes Bund-Länder-Schulprogramm der Geschichte unseres Landes<br>
haben wir mit dem Startchancen-Programm in Höhe von 20 Milliarden Euro gemeinsam<br>
für einen kraftvollen Schub für mehr Bildungsgerechtigkeit gesorgt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Aber unser Land braucht deutlich mehr: Eine gemeinsame Bildungsoffensive, um<br>
noch mehr Schulen, Kinder, Jugendliche und Heranwachsende zu erreichen. Mit<br>
einem „Zukunftsinvestitionsprogramm Bildung“ wollen wir Hand in Hand mit Ländern<br>
und Kommunen bundesweit für mehr Chancen- und Generationengerechtigkeit sorgen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dadurch sorgen wir für moderne und barrierefreie Schulgebäude mit dichten<br>
Dächern, funktionierenden Toiletten und digital ausgestatteten Klassenräumen.<br>
Wir schaffen mehr Stellen für Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und Inklusion.<br>
Wir stärken die Kompetenzen und Leistungen der Kinder und legen dabei einen<br>
Schwerpunkt auf den Erwerb von Basiskompetenzen, die für einen erfolgreichen<br>
Bildungsweg unverzichtbar sind. Wir fördern die digitalen Fähigkeiten,<br>
Medienkompetenz, Bildung für nachhaltige Entwicklung und politische Bildung. Die<br>
Digitalisierung unserer Schulen begreifen wir als Daueraufgabe von Bund, Ländern<br>
und Kommunen, in die wir weiter investieren werden. Genau wie in den Ausbau<br>
guter ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Diese Unterstützung soll dort ankommen, wo sie besonders gebraucht wird. Statt<br>
nur nach dem Königsteiner Schlüssel nach Einwohnerzahl und Finanzkraft zu<br>
finanzieren, wollen wir die Finanzierung stärker an den tatsächlichen Bedarfen<br>
ausrichten. Wir brauchen eine engere Kooperation zwischen Bund und Ländern in<br>
der Bildungspolitik. Wo verfassungsrechtliche Beschränkungen zuverlässige und<br>
notwendige Investitionen in Bildung aktuell verhindern, werden wir mit den<br>
Ländern gemeinsame Ziele und tragfähige Lösungen vereinbaren, um die großen<br>
Herausforderungen im Bildungssystem erfolgreich gemeinsam zu bewältigen und auch<br>
über neue Gemeinschaftsaufgaben im Grundgesetz sprechen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Einen besonderen Schwerpunkt werden wir außerdem auf den Spracherwerb legen.<br>
Denn Sprache ist der Schlüssel zum Erfolg. Wir wollen erreichen, dass alle<br>
Kinder am Ende der Grundschule sicher lesen, schreiben und rechnen können, weil<br>
nur wer die deutsche Sprache versteht und beherrscht, am Unterricht und der<br>
Gemeinschaft teilhaben, sich entfalten und lernen kann. Die Sprachförderung muss<br>
deshalb als durchgängiger Prozess angelegt werden, der in der Kita beginnt und<br>
sich in der Schule fortsetzt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine gute Bildung, die allen offensteht</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unser Land braucht weitere energische Schritte für mehr Fachkräfte – in<br>
Industrie und Handwerk ebenso wie in Kitas, Schulen oder in der Pflege. Nur so<br>
können wir den notwendigen Umbau der Wirtschaft und den demografischen Wandel<br>
bewältigen. Oft bleiben Ausbildungsplätze aber unbesetzt, offene Stellen können<br>
nicht nachbesetzt werden. Dabei stehen 2,9 Millionen junge Menschen in<br>
Deutschland heute ohne Berufsabschluss da.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine gute Ausbildung ist ein attraktives Versprechen für die berufliche Zukunft<br>
junger Menschen. Auf dem Weg dahin schaffen wir gute finanzielle und rechtliche<br>
Rahmenbedingungen für Auszubildende. Durch eine deutliche Anhebung der<br>
Mindestausbildungsvergütung werden wir die Attraktivität der Ausbildung erhöhen.<br>
Wir wollen für Azubis auch den Führerscheinerwerb fördern und eine Lösung für<br>
ein Azubi-Deutschlandticket finden. Mit einer solidarischen Ausbildungsumlage<br>
sorgen wir dabei für einen finanziellen Ausgleich, um die<br>
Ausbildungsbereitschaft kleiner und mittlerer Betriebe zu fördern. Zur<br>
Unterstützung des Handwerks erhöhen wir die Förderung der überbetrieblichen<br>
Lehrlingsunterweisung weiter. Außerdem stärken wir Ausbildungsverbünde, um die<br>
Anzahl passender Stellen für Auszubildende und Betriebe zu erhöhen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir verbessern die Berufsorientierung für junge Menschen und informieren dort,<br>
wo junge Menschen sind, insbesondere an Schulen. Dies erfordert die aktive<br>
Einbeziehung von Ausbildungsbetrieben und Hochschulen, Eltern sowie Vorbildern<br>
aus der beruflichen Bildung. Mehr praxisnahe Angebote können helfen, den<br>
Horizont für die Berufswahl zu weiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine berufliche Ausbildung oder ein Studium ebnet gleichwertig einen starken Weg<br>
in die berufliche Zukunft. Wir wollen nicht, dass finanzielle Gründe oder die<br>
soziale Herkunft darüber entscheiden, welcher der beiden Wege eingeschlagen<br>
wird. Nach dem größten Update für das BAföG in dieser Wahlperiode machen wir es<br>
jetzt zukunftsfest, für Studium und berufliche Bildung: Das BAföG soll<br>
existenzsichernd sein, auch bei steigenden Lebenshaltungskosten. Wir erhöhen die<br>
Freibeträge bei den elterlichen Einkommen und öffnen das BAföG für mehr<br>
Menschen. Für Berufstätige, die beispielsweise einen Meister machen wollen,<br>
reformieren wir das Aufstiegs-BAföG und ermöglichen den Bezug in Teilzeit, die<br>
Förderung gleichwertiger Fortbildungsabschlüsse sowie ein vollständig<br>
digitalisiertes Antragsverfahren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für mehr bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende und Studierende möchten wir den<br>
Bau von neuen Wohnheimen über das von uns in der laufenden Wahlperiode<br>
aufgelegte Programm „Junges Wohnen“ weiter fördern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir werden die Angebote der Alphabetisierung und Grundbildung ausbauen und dafür<br>
sorgen, dass die allgemeine Weiterbildung als wichtige Säule des<br>
lebensbegleitenden Lernens weiter gestärkt wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine starke Hochschul- und Wissenschaftslandschaft</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Hochschulen sind Orte der Bildung, Wissenschaft und Forschung. Sie sind<br>
Triebfedern unserer Gesellschaft, indem sie Ideen und Lösungen für die großen<br>
und die ganz konkreten Probleme unserer Zeit entwickeln. Sie sind Orte der<br>
freien und kritischen Debatte und der produktiven Reibung, ohne die kein<br>
wissenschaftlicher Fortschritt möglich ist. Gute Ausstattung und<br>
Arbeitsbedingungen, Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt garantieren den<br>
gerechten Zugang.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit einer „Innovationsinitiative Zukunfts-Campus“ wollen wir Hörsäle, Labore und<br>
Bibliotheken, die oftmals baufällig oder veraltet sind, gemeinsam mit den<br>
Ländern modernisieren und zu Experimentierräumen für den nachhaltigen, digitalen<br>
Wandel machen. Die bestehenden Bund-Länder-Pakte für Hochschule, Wissenschaft<br>
und Forschung wollen wir fortführen, weiterentwickeln und gezielt ergänzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine auskömmliche Grundfinanzierung stärkt die Hochschulen als Orte von Bildung,<br>
guter Arbeit und innovativer Forschung. Wenn sie richtig eingesetzt werden und<br>
die tatsächlich anfallenden Kosten abdecken, können Drittmittel zusätzliche<br>
Dynamiken entfachen. Damit sich Wissenschaftler*innen auf ihre eigentliche<br>
Arbeit konzentrieren können, wollen wir in diesem Kontext Bürokratie abbauen und<br>
vereinfachen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gute Arbeitsbedingungen sind entscheidend für eine chancengerechte,<br>
zukunftsfeste Wissenschaft. Wir wollen den Anteil befristet Beschäftigter<br>
deutlich senken, indem wir wissenschaftliche Qualifikation als Sachgrund enger<br>
und klarer fassen, die Tarifsperre abschaffen und gemeinsam mit den Ländern mehr<br>
Dauerstellen neben der Professur garantieren. Wir wollen Frauen in der<br>
Wissenschaft gezielt fördern und Machtmissbrauch und Diskriminierung<br>
entgegenwirken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auch in Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen wollen wir den<br>
internationalen Austausch der Wissenschaft fördern und vereinfachen, etwa durch<br>
schnellere Visavergaben, die Stärkung der Mittlerorganisationen und bessere<br>
Beratung für Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Wir wollen mehr Menschen<br>
den akademischen und beruflichen Austausch über Erasmus+ ermöglichen.<br>
Wissenschaftliche Erkenntnisse sind die Grundlage verantwortungsbewusster<br>
Politik und es ist zugleich Aufgabe der Politik, die Freiheit der Wissenschaft<br>
zu verteidigen. Der Verächtlichmachung ganzer Forschungsfelder wie etwa der<br>
Klima- oder Geschlechterforschung stellen wir uns entschieden entgegen, stärken<br>
die Wissenschaftskommunikation und schützen Betroffene vor Anfeindungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>C. Mitten im Leben – in jeder Lebensphase</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für starke Familien</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Steigende Mieten und Energiekosten, veränderte Anforderungen in der Arbeitswelt,<br>
die Angst, nicht mehr mitzukommen – diese Sorgen treffen Familien in besonderem<br>
Maße. Und die vielerorts mangelnde Kinderbetreuung kommt als weitere Belastung<br>
hinzu. Alle Familien sollen sich daher auf gute und unterstützende<br>
Rahmenbedingungen verlassen können, die zu ihrem Leben passen. Dafür braucht es<br>
finanzielle Unterstützungen, die Familien fördern und in schwierigen<br>
Lebensphasen Sicherheit geben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Kindergeld und Kinderfreibetrag sind die Basis für die Unterstützung von<br>
Familien. Mit der stärksten Erhöhung des Kindergeldes in den vergangenen 30<br>
Jahren und der Einführung des Kindersofortzuschlags konnten wir Millionen von<br>
Familien auf dem Höhepunkt der Inflation gezielt entlasten. Perspektivisch<br>
koppeln wir die Erhöhung des Kindergeldes an die regelmäßige Erhöhung des<br>
Kinderfreibetrages und sorgen dafür, dass alle Kinder das gleiche Maß an<br>
finanzieller Unterstützung erhalten – egal wie viel ihre Eltern verdienen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit dem Start ins Familienleben stellen viele Paare bereits die Weichen für die<br>
spätere Aufgabenteilung. Teilen sich Eltern ihre Elternzeit gerecht auf, setzt<br>
sich das häufig später auch in der familiären Aufgabenverteilung fort. Deshalb<br>
gestalten wir das Elterngeld attraktiver und setzen Anreize für eine<br>
partnerschaftlichere Aufteilung. Den Mindest- und Höchstbetrag, der seit der<br>
Einführung des Elterngeldes unverändert ist, wollen wir auf 400 bzw. 2.400 Euro<br>
erhöhen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir werden Vätern oder Co-Müttern die Möglichkeit geben, sich die ersten zwei<br>
Wochen nach der Geburt eines Kindes mit einer Lohnersatzleistung von der Arbeit<br>
freizustellen. So können Eltern gemeinsam ins Familienleben starten. Durch die<br>
Einführung eines gestaffelten Mutterschutzes wollen wir Frauen, die eine<br>
Fehlgeburt erleiden, besser unterstützen, wenn sie dies möchten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für selbstständige Frauen ist der Sprung in die Familiengründung oft mit<br>
besonderem Wagnis verbunden. Doch auch sie brauchen Sicherheit und Schutz bei<br>
der Familiengründung. Wir setzen uns dafür ein, dass auch für Selbstständige die<br>
Wochen rund um die Geburt durch Mutterschaftsgeld finanziell abgesichert werden.<br>
Hierzu sollen sich künftig auch Selbstständige an der dafür vorgesehenen<br>
Umlagefinanzierung beteiligen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auch über 2025 hinaus sollen Eltern jeweils an 15 Tagen Kinderkrankengeld<br>
beziehen können, Alleinerziehende an 30 Tagen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Allein- und getrennt erziehende Familien leben in vielfältigen Konstellationen.<br>
Viele Alleinerziehende stemmen Kinderbetreuung, Job und Haushalt und kommen<br>
finanziell kaum über die Runden. Wir wollen die Steuerlast von Alleinerziehenden<br>
durch einen Freibetrag senken und ihnen das Kindergeld nur noch zur Hälfte auf<br>
den Unterhaltsvorschuss anrechnen. Damit entlasten wir Alleinerziehende und ihre<br>
Kinder gezielt. Insbesondere für junge Alleinerziehende mit kleinen Kindern<br>
wollen wir die Arbeitsmarktchancen verbessern – mit Rechtsansprüchen auf<br>
Beratung und Qualifizierungsmaßnahmen. Wächst ein Kind in einer Trennungsfamilie<br>
bei beiden Elternteilen auf, wollen wir den sogenannten Umgangsmehrbedarf im<br>
Steuer- und Sozialrecht berücksichtigen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für die Teilhabe der Jüngsten – gegen Kinderarmut</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Kinderarmut bedeutet Ausgrenzung, Diskriminierung und schlechtere<br>
Bildungschancen. Jedes fünfte Kind in Deutschland lebt in Armut oder ist<br>
armutsgefährdet. Wir sind fest davon überzeugt, dass es keine Rolle spielen<br>
darf, in welchem Elternhaus ein Kind aufwächst oder woher es kommt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit der von uns angestoßenen breiten öffentlichen Debatte über Kinderarmut in<br>
Deutschland haben wir es geschafft, dass mehr Familien als bisher ihnen<br>
zustehende Leistungen wie den Kinderzuschlag auch tatsächlich beantragen und<br>
erhalten. Auch konnten sich Millionen von Familien über die stärkste Erhöhung<br>
des Kindergeldes in den vergangenen 30 Jahren und die Einführung des<br>
Kindersofortzuschlags freuen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Da unsere Sozialleistungen aber weiterhin nicht von allen Anspruchsberechtigten<br>
abgerufen werden, müssen sie einfacher, digitaler, bürgerfreundlicher und<br>
transparenter werden. Das gilt insbesondere für den bisherigen Kinderzuschlag<br>
und die Leistungen der Bildung und Teilhabe. Das Ziel der Kindergrundsicherung<br>
ist deshalb klar: Wir wollen Leistungen bündeln, Antragsverfahren weiter<br>
verschlanken und stetig automatisieren, damit Kinder und ihre Familien die ihnen<br>
zustehenden Leistungen auch tatsächlich erhalten. Eltern müssen von Anfang an,<br>
bei Geburt ihres Kindes, über ihre Ansprüche informiert werden. Unser Ziel ist<br>
die Hilfe aus einer Hand, damit jede Familie nur noch eine zentrale<br>
Ansprechstelle für Leistungen für Familien von Bund, Land und Kommune hat, die<br>
sowohl digital als auch vor Ort erreichbar ist. Die Beantragung und Auszahlung<br>
soll, soweit möglich und kosteneffizient, pauschal und automatisiert erfolgen,<br>
um den Zugang zu erleichtern. Die Überwindung von unterschiedlichen<br>
Rechtskreisen und Zuständigkeiten der verschiedenen staatlichen Ebenen muss<br>
dabei im Hintergrund automatisiert stattfinden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Diesen Ansatz wollen wir auch als Vorlage für die weitere Modernisierung unseres<br>
Sozialstaates nehmen. Die verschiedenen Sozialleistungen müssen besser<br>
aufeinander abgestimmt werden und ineinandergreifen. Dafür wollen wir die<br>
notwendigen rechtlichen und technischen Grundlagen schaffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Neben der Modernisierung der Verwaltung wollen wir weiterhin insbesondere das<br>
soziokulturelle Existenzminimum für Kinder neu berechnen und Alleinerziehende<br>
bei der Anrechnung von Unterhalt und Einkommen entlasten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für einen guten Start der jungen Generation</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Junge Menschen haben in der Pandemie verantwortungsvoll und solidarisch mit<br>
älteren und vulnerablen Teilen unserer Gesellschaft zurückgesteckt und auf<br>
Freiheiten verzichtet – und die großen Herausforderungen der vergangenen Jahre<br>
besonders gespürt. Deswegen legen wir ein besonderes Augenmerk darauf, der<br>
jungen Generation Gehör zu verschaffen, sie zu unterstützen und zu entlasten,<br>
sie in ihren Rechten zu stärken und ihre Beteiligungsmöglichkeiten auszubauen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In den vergangenen Jahren sind viele Angebote der Kinder- und Jugendarbeit vor<br>
Ort weggebrochen. Damit sind besonders im ländlichen Raum wichtige<br>
Begegnungsorte verloren gegangen. Mit einem Sonderprogramm wollen wir über zehn<br>
Jahre Kommunen dabei unterstützen, Strukturen für Kinder- und Jugendarbeit<br>
aufzubauen und zu stärken. Die Mittel des Kinder- und Jugendplans und der<br>
sogenannten Frühen Hilfen wollen wir aufstocken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Migrantische Jugendverbände wollen wir gezielt unterstützen und Mehrsprachigkeit<br>
als eine wertvolle Kompetenz fördern und damit jungen Menschen unabhängig von<br>
Herkunft oder Aufenthaltsstatus faire Chancen und Teilhabe bieten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die psychische Gesundheit junger Menschen hat sich in den vergangenen Jahren<br>
verschlechtert. Das nehmen wir ernst. Mit den Mental Health Coaches und ihren<br>
Gruppenangeboten an weiterführenden Schulen konnten wichtige Anlaufstellen<br>
geschaffen werden, die wir ausbauen wollen. Bewährte Anlaufstellen wie die<br>
Nummer gegen Kummer und andere Beratungsstellen brauchen eine bedarfsgerechte<br>
finanzielle Ausstattung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wichtig ist, dass wir Verbesserungen für junge Menschen mit jungen Menschen<br>
zusammen gestalten und sie stärker beteiligen. Damit junge Menschen ihre Ideen<br>
und Rechte auch wirksam einbringen und einfordern können, wollen wir<br>
Beteiligungsgremien wie Kinder- und Jugendparlamente, insbesondere auf<br>
kommunaler Ebene, stärken. Parteiübergreifend wollen wir darauf hinarbeiten, die<br>
Kinderrechte endlich ins Grundgesetz zu schreiben und das Wahlalter auch auf<br>
Bundesebene auf 16 Jahre zu senken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit der inklusiven Kinder- und Jugendhilfe im SGB VIII sorgen wir dafür, dass<br>
alle Kinder und Jugendlichen mit und ohne Behinderung eine zentrale<br>
Ansprechstelle haben und ganzheitlich und individuell gefördert werden. Junge<br>
Menschen, die die Jugendhilfe verlassen, wollen wir im Übergang ins<br>
Erwachsenenleben besser unterstützen und Maßnahmen der Ausbildungsbegleitung<br>
fördern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Junge Menschen haben auch das Anrecht auf einen besonderen Schutz. Besonders<br>
wichtig sind der Schutz und ein entschiedenes Vorgehen gegen sexualisierte<br>
Gewalt. Wir werden die vorhandenen Strukturen zum Kinder- und Jugendschutz<br>
stärken und denken Maßnahmen vom Kind aus – durch einheitliche<br>
Kinderschutzstandards, gesetzlich geregelte Mindeststandards für<br>
Gutachter*innen, eine gesetzliche Grundlage für die Arbeit der Unabhängigen<br>
Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Strafverfolgung durch<br>
die Polizei im Netz und offline, bessere Meldestellen und gezielte Löschungen<br>
von Missbrauchsdarstellungen sowie Prävention in Schule, Jugendhilfe und<br>
Familie.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für ein aktives und selbstbestimmtes Leben im Alter</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ältere Menschen stehen mitten im Leben – heute mehr denn je. Ältere sind<br>
wichtige Säulen in unserer Gesellschaft. In unzähligen Vereinen,<br>
Nachbarschaftstreffs und Initiativen teilen sie ihre Zeit, Erfahrung und<br>
Lebensklugheit und bringen sich durch ihr Ehrenamt ein. Großeltern unterstützen<br>
in der Kinderbetreuung und sorgen in vielen Familien dafür, dass Kinder und<br>
Beruf gut miteinander vereinbart werden können. Das schätzen und unterstützen<br>
wir.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Engagementstrukturen für Ältere wollen wir ausbauen, damit sich auch diejenigen<br>
einbringen können, die bislang schwerer Zugang finden. Und wir erleichtern den<br>
selbstbestimmten Übergang vom Arbeitsleben in den Rentenbezug durch flexiblere<br>
Übergänge und investieren in Präventions- und Rehamaßnahmen. Das ist auch ein<br>
wichtiger Beitrag gegen Einsamkeit im Alter. In den vergangenen Jahren ist es<br>
gelungen, das Thema Einsamkeit aus der Tabuecke zu holen. Mit der nationalen<br>
Strategie gegen Einsamkeit binden wir auch Länder, Kommunen und Verbände ein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mehrgenerationenhäuser sind wichtige Treffpunkte für Jung und Alt und sorgen für<br>
Zusammenhalt und Gemeinschaft, die wir unterstützen wollen. Doch auch das<br>
Mehrgenerationenwohnen, das gemeinschaftliches Wohnen mehrerer Generationen zum<br>
Ziel hat, wollen wir fördern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Damit auch ältere Menschen die vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Welt<br>
nutzen können, arbeiten wir an Strukturen, die digitale Kenntnisse vermitteln<br>
oder erneuern können. Mit Maßnahmen wie dem DigitalPakt Alter sorgen wir dafür,<br>
dass Ältere lange selbstbestimmt und aktiv am gesellschaftlichen Leben<br>
teilnehmen können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>D. In jeder Lebensphase abgesichert</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine gute Gesundheitsversorgung überall</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Viele Menschen sind heutzutage bis ins hohe Alter aktiv. Zugleich sind ältere<br>
Menschen aber auch häufig auf Behandlungen und Pflege angewiesen. Das stellt uns<br>
vor eine doppelte Herausforderung: Denn wir brauchen Fachkräfte für eine<br>
angemessene Versorgung und würdevolle Pflege. Und wir müssen die gestiegenen<br>
Kosten schultern, ohne dass die Versicherten zu große Lasten tragen müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dabei wollen wir, dass die Patient*innen zur richtigen Zeit am richtigen Ort<br>
eine optimale Versorgung erhalten, statt lange und aufwendig nach<br>
Behandlungsterminen zu suchen und darauf zu warten. Deshalb wollen wir die<br>
Primärversorgung insbesondere durch Hausärzt*innen stärken, um eine bessere<br>
Behandlungsqualität zu erreichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unterversorgte Gebiete wollen wir stärker unterstützen. Die Verteilung von<br>
niedergelassenen Ärzt*innen muss enger mit der Krankenhausplanung der Länder<br>
verknüpft werden. Die bestehende Trennung der Finanzierungssysteme von<br>
ambulanter und stationärer Versorgung wollen wir überwinden, um bessere<br>
Kooperation und Koordination zu fördern. Durch regionale Verbünde<br>
(Gesundheitsregionen) sowie gemeinsame Versorgungszentren, in denen verschiedene<br>
Therapie- und Pflegeberufe unter einem Dach zusammenarbeiten, sorgen wir für<br>
eine gute Versorgung vor Ort. Und wir wollen Maßnahmen ergreifen, um Fehl- und<br>
Überversorgung abzubauen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vertragsärzt*innen wollen wir von unnötiger Bürokratie entlasten und den<br>
Sprechstundenanteil für gesetzlich Versicherte erhöhen, damit Patient*innen<br>
schneller Termine erhalten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><a href="https://antraege.gruene.de/aobdk2025/einfach-dabei-sein-fair-und-bezahlbar-31208/20030">WP-01-K2-536</a></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Krankenhausreform werden wir nachbessern, zusammen mit den Ländern umsetzen<br>
und nicht nur die gesetzlichen, sondern auch die privaten Versicherungen an den<br>
Kosten beteiligen. Wir werden gemeinsam eine gute Krankenhausreform umsetzen.<br>
Oberste Priorität hat für uns dabei, dass für alle Menschen in unserem Land<br>
Krankenhäuser und bestmögliche Grundversorgung schnell erreichbar sind. Die<br>
Notfallversorgung, den Rettungsdienst und die Finanzierung der Apotheken wollen<br>
wir im Hinblick auf eine gute, flächendeckende und effiziente Versorgung<br>
reformieren. Für die Gesundheitsberufe wollen wir mehr Kompetenzen und so eine<br>
bessere Arbeitsteilung und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe erreichen. Auch in<br>
der Geburtshilfe wollen wir attraktive Arbeitsbedingungen für Hebammen,<br>
besonders im Krankenhaus.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In den ländlichen Regionen – gerade in Ostdeutschland – ist das<br>
Durchschnittsalter in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Darauf<br>
müssen wir reagieren. Daher schaffen wir zusätzliche Programme für<br>
Gemeindegesundheitspfleger*innen, früher die Gemeindeschwester, und „Medizin auf<br>
Rädern“. Auch bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen wollen wir weiter<br>
vorankommen. Unnötige Bürokratie, die heutzutage digital und effizienter laufen<br>
könnte, muss abgebaut und der Nutzen für Patient*innen erhöht werden, auch durch<br>
den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Die Nutzung von Daten für Forschung und<br>
Versorgung haben wir verbessert und werden auf diesem Wege weitergehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine verlässliche und würdige Pflege</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Alle pflegebedürftigen Menschen sollen die Pflege erhalten, die sie benötigen,<br>
egal ob durch Fachkräfte oder nahestehende Mitmenschen, ob zu Hause oder in<br>
einer Einrichtung. Wir wollen, dass Menschen sich darauf verlassen können,<br>
würdevoll behandelt zu werden, wenn sie der Pflege bedürfen. Wir wollen Angebote<br>
im Quartier, also vor Ort, fördern und so auch Pflegebedürftigkeit hinauszögern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für uns ist es wichtig, dass die Pflege wieder bezahlbar wird. Es ist eines<br>
Sozialstaates unwürdig, wenn Menschen am Ende eines langen Arbeitslebens<br>
aufgrund ihrer Pflegebedürftigkeit auf Sozialhilfe angewiesen sind. Wir haben<br>
die Leistungen der Pflegeversicherung erhöht und sorgen weiter für dringend<br>
benötigte Entlastung der Pflegebedürftigen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen die Situation der Menschen verbessern, die selbst Angehörige oder<br>
nahestehende Personen pflegen. Eine Aufgabe, die erfüllend sein kann, aber auch<br>
Kraft und Zeit kostet und ohne die die Versorgung der pflegebedürftigen Menschen<br>
in Deutschland nicht möglich wäre. Wer die eigene Arbeitszeit für die Pflege<br>
reduziert, braucht finanzielle Unterstützung in Form eines zeitlich begrenzten<br>
Ausgleichs der entgangenen Einkünfte. Die Leistung soll so ausgestaltet sein,<br>
dass mehrere Personen sich die Pflege teilen können. Berufliche Freistellungen<br>
sollen besser und flexibler möglich sein. Den Zugang zur Tagespflege wollen wir<br>
verbessern und Angebote ausbauen. Pflegebedürftige sollen Pflege, therapeutische<br>
Leistungen oder Unterstützung bei der Haushaltsführung flexibler als bisher in<br>
Anspruch nehmen und miteinander kombinieren können, zum Beispiel in Form eines<br>
Pflegebudgets.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Pflegekräfte brauchen Arbeitsbedingungen, die ihnen die Zuwendung zu ihren<br>
Patient*innen möglich machen. Fachkräfte, die aufgrund von Überlastung den Job<br>
verlassen haben, wollen wir mit einer Rückkehroffensive zurückgewinnen.<br>
Hunderttausende wären dazu bereit, wenn sich die Arbeitsbedingungen verbessern –<br>
dazu zählt auch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dieses<br>
Potenzial wollen wir durch Beratung, die weitere Umsetzung höherer<br>
Personalschlüssel, mehr Kompetenzen für den Pflegeberuf und bessere<br>
Aufstiegschancen nutzen. Wir wollen die Ausbildungsbedingungen verbessern und<br>
für die Pflegeassistenz vereinheitlichen. Und wir wollen Dokumentationspflichten<br>
und Bürokratie in der Pflege auf ein Mindestmaß reduzieren, damit Pflegekräfte<br>
wieder dafür Zeit haben, wofür sie ihren Beruf gewählt haben: den Menschen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine solidarische Kranken- und Pflegeversicherung</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unser Gesundheits- und Pflegesystem ist dafür da, kranke Menschen zu heilen und<br>
Pflegebedürftige gut zu pflegen. In den vergangenen Jahren wurden den<br>
Versicherungen jedoch viele Kosten zugeschoben, die aus Steuermitteln hätten<br>
finanziert werden sollen. Diesen Trend wollen wir umkehren und damit die<br>
Versicherten und die Arbeitgeber von versicherungsfremden Leistungen entlasten.<br>
Dazu gehört, dass wir die Finanzierung der Rentenbeiträge von pflegenden<br>
Angehörigen oder die Beiträge für Empfänger*innen von Bürgergeld angemessener<br>
über den Staat finanzieren. Damit bleibt auch mehr Geld im System, um in gute<br>
Gesundheit und Pflege zu investieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In Zeiten steigender Pflegekosten und Versicherungsbeiträge müssen wir auch<br>
dafür sorgen, dass öffentliches und beitragsfinanziertes Geld in der Versorgung<br>
bleibt und für die Menschen arbeitet. Wir wollen den Einfluss von<br>
Finanzinvestoren auf unsere Gesundheits- und Pflegeversorgung begrenzen. Deshalb<br>
wollen wir öffentliche und gemeinnützige Träger stärken und für eine bezahlbare<br>
und gerechtere Kranken- und Pflegeversorgung sorgen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir setzen uns für eine Finanzierung von Gesundheit und Pflege unserer<br>
Gesellschaft ein, die verlässlicher und gerechter ist als der Status quo. Basis<br>
hierfür ist eine faire Beteiligung aller Versicherten an der Finanzierung. Auf<br>
dem Weg hin zu einer Bürgerversicherung werden wir neben den gesetzlich<br>
Krankenversicherten auch die Privatversicherten in den solidarischen<br>
Finanzausgleich des Gesundheitssystems einbeziehen. Auch in der Pflege wollen<br>
wir auf dem Weg hin zu einer Pflegebürgerversicherung mit einem Ausgleich<br>
zwischen gesetzlicher und privater Pflegeversicherung dafür sorgen, dass sich<br>
alle gerecht an der Finanzierung des Pflegerisikos beteiligen. So tragen<br>
Versicherte mit finanziell starken Schultern stärker zur Finanzierung von Pflege<br>
und Gesundheit bei als solche, die nur über geringe Einkünfte verfügen. Die<br>
Beitragsbemessung werden wir reformieren und beispielsweise auch<br>
Kapitaleinnahmen zur Finanzierung unseres Gesundheits- und Pflegesystems<br>
heranziehen. Damit schützen wir auch Löhne und Gehälter vor höheren<br>
Beitragsabgaben. Um freiwillig versicherte, geringverdienende oder in Teilzeit<br>
beschäftigte Soloselbstständige besser abzusichern, werden wir die<br>
Mindestbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung reformieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für die Beamt*innen werden wir die Wahlfreiheit stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine vorausschauende Gesundheitspolitik</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine gesunde Gesellschaft braucht es eine vorsorgende Politik, die die<br>
Ursachen von Krankheiten in den Blick nimmt und angeht. Prävention und<br>
Gesundheitsförderung wollen wir grundsätzlich als Querschnittsaufgabe in allen<br>
Politikbereichen verfolgen. Wir wollen den öffentlichen Gesundheitsdienst<br>
stärken und dabei vor allem Menschen in sozioökonomisch benachteiligten<br>
Verhältnissen in den Blick nehmen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><a href="https://antraege.gruene.de/aobdk2025/einfach-dabei-sein-fair-und-bezahlbar-31208/20044">WP-01-K2-629</a></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Seelische Gesundheit ist ein Fundament für Lebensqualität und körperliche<br>
Gesundheit. Es ist nicht zumutbar, dass viele Menschen in einer psychischen<br>
Krise monatelang auf therapeutische Hilfe warten müssen. Wir schlagen daher<br>
einen Bund-Länder-Pakt für mentale Gesundheit vor. Alle Menschen, insbesondere<br>
Kinder und Jugendliche, sollen im Bedarfsfall niedrigschwellige Zugänge zu<br>
passgenauen psychosozialen und therapeutischen Angeboten haben. Therapieplätze,<br>
Beratungsstrukturen und die Ausbildung von Fachpersonal werden wir ausbauen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit Blick auf die steigende Anzahl von Betroffenen von ME/CFS und Long Covid<br>
müssen Projekte zur Ursachen- und Versorgungsforschung ausreichend finanziert<br>
und vorangetrieben werden. Betroffene wurden oft viel zu lang stigmatisiert –<br>
wir wollen eine bestmögliche Versorgung nach dem Stand der wissenschaftlichen<br>
Erkenntnisse sicherstellen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen unser Gesundheitswesen auf Epidemien, große Katastrophen und<br>
militärische Bedrohungen besser vorbereiten. Das betrifft zum Beispiel den<br>
Vorrat an Arzneimitteln und Medizinprodukten sowie regelmäßige<br>
Katastrophenschutzübungen. Auch den öffentlichen Gesundheitsdienst wollen wir<br>
weiter stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit dem Cannabisgesetz haben wir den Schutz von Gesundheit, Jugend und<br>
Verbraucher*innen in den Mittelpunkt gestellt und setzen auf Vernunft statt<br>
Kriminalisierung. Diesen Wechsel in der Drogenpolitik, der die Befähigung zum<br>
eigenverantwortlichen Umgang mit Risiken in den Mittelpunkt stellt, wollen wir<br>
fortführen. An dem Ziel des Verkaufs von Cannabis in lizenzierten Fachgeschäften<br>
halten wir weiter fest und setzen uns auf europäischer und internationaler Ebene<br>
dafür ein, auch um damit den Schwarzmarkt und die Organisierte Kriminalität<br>
weiter einzudämmen. Mit Blick auf die enormen Mengen an Kokain, Crack und<br>
synthetischen Opioiden, die in vielen deutschen Großstädten ankommen, werden wir<br>
die Ressourcen der Polizei und des Zolls auch im Hinblick auf die Bekämpfung der<br>
dahinterstehenden Strukturen der Organisierten Kriminalität stärken.<br>
Gleichzeitig wollen wir die Angebote für Prävention, Therapie und<br>
Schadensminderung ausbauen, damit Menschen gar nicht erst abhängig werden oder<br>
ihnen besser geholfen werden kann, wenn sie suchtkrank sind.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine zukunftsfeste und würdige Rente</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Sicherheit ihrer Altersvorsorge ist für viele Menschen gerade in<br>
Krisenzeiten ein entscheidender Stabilitätsanker. Die Menschen in diesem Land<br>
sollen sich auf stabile Renten verlassen können. Das gilt heute und morgen, für<br>
aktuelle und zukünftige Generationen, also auch und erst recht für diejenigen,<br>
die jetzt in ihre Rentenkasse einzahlen. Gleichzeitig werden wir die Kosten des<br>
demografischen Wandels gerecht über die Generationen verteilen. Langjährig in<br>
der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherte dürfen im Alter eine<br>
auskömmliche Rente erwarten, daher werden wir das gesetzliche Rentenniveau bei<br>
mindestens 48 Prozent halten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das beste Mittel für eine verlässliche Altersvorsorge und einen möglichst<br>
geringen Rentenbeitragssatz sind gute Löhne und eine breite Basis derer, die in<br>
die Rente einzahlen. Deshalb fördern wir sozialversicherungspflichtige<br>
Beschäftigung und verbessern insbesondere die Erwerbsmöglichkeiten für Frauen<br>
durch gleiche Löhne, gute Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeitmodelle, das<br>
Rückkehrrecht in Vollzeit und eine faire Verteilung von Sorgearbeit. Durch<br>
qualifizierte Zuwanderung stärken wir unsere Wirtschaftskraft und steigern die<br>
Beitragszahlungen in die Rente. Und wir schaffen Anreize, um ältere Beschäftigte<br>
gesünder und länger im Erwerbsleben zu halten. Dafür investieren wir auch in<br>
Präventions- und Rehamaßnahmen und ermöglichen flexible Übergänge in die<br>
Altersrente. Um die Renten zu stärken, werden wir auch den Mindestlohn anheben<br>
und prekäre Beschäftigung, insbesondere Minijobs, abbauen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um das Alterssicherungssystem gerechter und zukunftsfest zu machen, wollen wir<br>
als ersten Schritt auf dem Weg zu einer Bürgerversicherung, dass auch<br>
Abgeordnete und perspektivisch Beamte, unter Beibehaltung des<br>
Alimentationsprinzips, in die gesetzliche Rente einzahlen. Auch nicht<br>
anderweitig abgesicherte Selbstständige wollen wir unter fairen Bedingungen<br>
einbeziehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir halten an der Rente mit 67 fest. Aber wir schaffen Anreize und machen es den<br>
Menschen leichter, länger zu arbeiten, wenn sie dies wollen, auch über die<br>
Regelaltersgrenze hinaus. Wir schaffen daher einen flexibleren Übergang in<br>
Altersteilzeit und Vorteile, damit sich die Weiterarbeit neben dem Rentenbezug<br>
noch mehr lohnt. Dafür werden wir den Arbeitgeberbeitrag zur Arbeitslosen- und<br>
Rentenversicherung an die Arbeitnehmer*innen auszahlen, falls sie sich gegen<br>
freiwillige Beiträge in die Rentenversicherung entscheiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir schaffen in der gesetzlichen Rentenversicherung den Einstieg in eine<br>
notwendige ergänzende Kapitaldeckung – und zwar mittels Darlehen aus dem<br>
Bundeshaushalt und der Übertragung von Eigenmitteln vom Bund. Hierfür führen wir<br>
einen öffentlich verwalteten Bürger*innenfonds ein, der Nachhaltigkeitskriterien<br>
berücksichtigt und sich am 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens ausrichtet.<br>
Der Bürger*innenfonds soll auch in europäische und deutsche Start-ups und<br>
Wachstumsunternehmen investieren. Mit den daraus resultierenden Erträgen werden<br>
wir geringe und mittlere Renten stärken, was insbesondere Frauen und Menschen in<br>
Ostdeutschland unterstützt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Darüber hinaus wollen wir, dass mehr Menschen als bisher von einer privaten<br>
Altersvorsorge profitieren. Auch hierfür greifen wir auf den Bürger*innenfonds<br>
zurück, der kostengünstig die Vorteile des Kapitalmarktes erschließt. Dafür<br>
werden wir die Freibeträge für Kleinsparer*innen erhöhen, sie dynamisch an die<br>
Inflation anpassen und die öffentliche Zulagenförderung auf niedrige und<br>
mittlere Einkommen fokussieren. Wer nicht teilnehmen möchte, kann widersprechen.<br>
Den Bürger*innenfonds öffnen wir als fairen und transparenten Weg auch für die<br>
betriebliche Altersversorgung, damit noch mehr Beschäftigte, insbesondere von<br>
kleinen und mittleren Unternehmen, von Betriebsrenten profitieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auch Menschen mit geringem Einkommen unterstützen wir dabei, auskömmliche<br>
Rentenansprüche zu erwerben und so Altersarmut zu vermeiden.Die Grundrente<br>
werden wir zu einer Garantierente nach 30 Versicherungsjahren weiterentwickeln,<br>
die deutlich mehr Menschen als bisher einbezieht und finanziell besserstellt.<br>
Zur Finanzierung dieses Instruments können auch Erträge des Bürger*innenfonds<br>
beitragen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Menschen, die lange in die Rentenkasse eingezahlt haben, aber aus<br>
gesundheitlichen Gründen nicht länger arbeiten können, verdienen unsere<br>
solidarische Unterstützung. Deshalb wollen wir die Erwerbsminderungsrente<br>
verbessern. Für besonders langjährig Versicherte wollen wir die sogenannte Rente<br>
mit 63 beibehalten, welche insbesondere denjenigen zugutekommt, die nach<br>
jahrzehntelanger, anspruchsvoller und körperlicher Arbeit ihre Belastungsgrenze<br>
erreicht haben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für verlässliche soziale Sicherung</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In schwierigen Zeiten braucht es einen verlässlichen Sozialstaat, der Menschen<br>
unter die Arme greift, wenn sie in Not geraten. Denn jeder Mensch hat das Recht<br>
auf soziale Teilhabe, auf ein würdevolles Leben. Deswegen haben wir Hartz IV<br>
überwunden und es durch das Bürgergeld ersetzt. Es schützt vor Armut und<br>
ermöglicht die Teilhabe an unserer Gesellschaft. Statt arbeitslose und<br>
arbeitende Menschen gegeneinander auszuspielen, unterstützen wir und sorgen<br>
gleichzeitig für gute und auskömmliche Arbeit. Das heißt: Diejenigen, die<br>
arbeiten, sollen mehr haben. Zu einer verlässlichen sozialen Sicherung gehört<br>
für uns daher auch, den Mindestlohn zu erhöhen und prekäre Beschäftigung<br>
abzubauen. So stärken wir Menschen in Zeiten des Wandels, geben Sicherheit und<br>
eröffnen Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir stehen dafür ein, dass Menschen existenz- und teilhabesichernde Leistungen<br>
so lange erhalten, bis sie in Arbeit sind. Unser Ziel ist es, so viele Menschen<br>
wie möglich in zumutbare Arbeit oder Selbstständigkeit zu führen. Auf dem Weg<br>
dahin unterstützen wir sie durch Qualifizierung, Ausbildung, Weiterbildung und<br>
vor allen Dingen durch schnelle und nachhaltige Vermittlung. Wir fordern dabei<br>
ihre aktive Mitwirkung ein. Wir wollen den Arbeitsagenturen und Jobcentern die<br>
Instrumente an die Hand geben, diesen Auftrag zu erfüllen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir verbessern die Anreize zur Aufnahme von Arbeit und schaffen<br>
Arbeitsgelegenheiten, um Menschen wieder zurück an den Arbeitsmarkt<br>
heranzuführen. Wenn Menschen trotz Arbeit auf zusätzliche Unterstützung<br>
angewiesen sind, soll es sich für sie noch mehr als bisher lohnen, ihren<br>
Stundenumfang zu erhöhen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den staatlichen Sozialversicherungssystemen sollen alle Zugang haben –<br>
unabhängig davon, ob sie selbstständig oder abhängig beschäftigt arbeiten. Für<br>
Selbstständige vereinfachen wir daher den Zugang zur freiwilligen<br>
Arbeitslosenversicherung.</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Fri, 20 Dec 2024 18:15:56 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A2: WP-01-K1: In die Zukunft wachsen – ökologisch und ökonomisch</title>
                        <link>https://BG060125.antragsgruen.de/BG060125/WP-01-K1-In-die-Zukunft-wachsen-okologisch-und-okonomisch-45776</link>
                        <author>Bundesvorstand (dort beschlossen am: 17.12.2024)</author>
                        <guid>https://BG060125.antragsgruen.de/BG060125/WP-01-K1-In-die-Zukunft-wachsen-okologisch-und-okonomisch-45776</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Menschen in Deutschland sind zu Recht stolz auf das, was sie schaffen, auf<br>
die Qualität ihrer Arbeit, auf ihre Leistung, auf ihre Erfahrungen und<br>
Kompetenz. Deutschland muss auf diese Kraft bauen, um die großen strukturellen<br>
Herausforderungen anzugehen, vor denen wir stehen: Der Angriffskrieg von<br>
Russland auf die Ukraine und der Systemkonflikt zwischen liberalen Demokratien<br>
und autoritären Staaten im Umfeld Chinas erfordern eine Neuausrichtung von<br>
Wirtschaftssicherheit und Handel, Lieferketten und Absatzmärkten. Wir werden<br>
diesen Wettstreit auch im Ökonomischen nur gewinnen, wenn wir den großen Vorteil<br>
der liberalen Demokratie maximal zur Geltung bringen: dass Menschen neue Ideen<br>
haben und Dinge frei entdecken und entfalten können. Wir wollen in der kommenden<br>
Regierung daran weiterarbeiten, die strukturellen Schwächen unseres Standorts zu<br>
beheben. Wir sorgen dafür, dass Deutschland und Europa bei den Innovationen der<br>
Zukunft vorn mit dabei sind. Dafür muss Wirtschaften einfacher und verlässlicher<br>
werden, dafür müssen Chancen fair eröffnet und alle gerecht entlohnt werden.<br>
Dafür können wir nicht im Status quo verharren. Vielmehr brauchen wir mehr Raum<br>
und Begeisterung für die Bereitschaft, mit neuen Ideen und Technologien ins<br>
Risiko zu gehen. Unser Ziel ist, die Innovationskraft unseres Landes spürbar zu<br>
stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Damit wir unseren Wohlstand erneuern und nicht nur verwalten, braucht es ein<br>
Land, das einfach funktioniert – einen Staat, der es den Menschen und<br>
Unternehmen leichter macht, ihre Ideen umzusetzen, und nicht schwerer: mit einem<br>
Klick zur Lösung statt mit einem Dutzend Formularen in den Papierkrieg. Den<br>
Aufbruch haben wir in den vergangenen drei Jahren geschafft: Wir haben ein<br>
Rekordtempo beim Ausbau der Erneuerbaren erzeugt, haben Grundlagen gelegt bei<br>
der Modernisierung der Industrie, der Zuwanderung von Fachkräften, der<br>
Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren, der Stärkung von<br>
Investitionen. Aber unser Land braucht jetzt eine gemeinsame Anstrengung, damit<br>
wir auf diesem Weg erfolgreich vorankommen. Der Wettlauf bei der technologischen<br>
Entwicklung macht es notwendig, dass neue Ideen und Innovationen schneller<br>
Wirklichkeit werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wenn wir auf diesem Weg den deutschen und europäischen Standort stärken, stärken<br>
wir dabei auch die Idee der sozialökologischen Marktwirtschaft – und eine<br>
Wirtschaft, die Verantwortung übernimmt für Gesellschaft und Umwelt, sichere<br>
Arbeitsplätze bietet und vor Ort verankert ist: eine Wirtschaft im Dienst der<br>
Menschen. Eine starke Wirtschaft ist nicht nur Bedingung unseres Wohlstandes,<br>
sondern auch Voraussetzung für Zusammenhalt und Stabilität im Inneren, für unser<br>
Gewicht in der Welt und nicht zuletzt zur Bewältigung der Klimakrise.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unser Wohlstand ermöglicht und basiert auf Gerechtigkeit, Klimaneutralität,<br>
Lebensqualität und Vorsorge. Seine Erneuerung ist eng verknüpft mit der<br>
Bekämpfung der Klimakrise, die gemeinsam mit der Krise der Artenvielfalt die<br>
große Aufgabe unserer Zeit ist. Denn wir wollen einen Planeten erhalten, auf dem<br>
Menschen in Freiheit und Sicherheit leben können. Wir werden den immer<br>
häufigeren Extremwettern nicht gleichgültig gegenüberstehen, sondern mit aller<br>
Kraft dafür kämpfen, dass sich das Klima stabilisiert. Das erfordert große<br>
Investitionen, zum Beispiel in den Ausbau günstiger erneuerbarer Energien, der<br>
jahrelang verschleppt wurde. Dafür brauchen wir intakte Ökosysteme, gesunde<br>
Wälder, saubere Meere und Respekt vor den Tieren als Mitgeschöpfe. Wenn wir die<br>
Umwelt schützen, schützt sie uns auch. Klimaschutz ist Menschenschutz und<br>
zugleich eine zentrale Wettbewerbsfrage unserer Zeit. Der Weg zurück zu den<br>
fossilen Technologien führt in den wirtschaftlichen Stillstand.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir werden darauf achten, dass alle Menschen unseres Landes den Weg mitgehen<br>
können, der in eine gute Zukunft führt. Wir sorgen dafür, dass auch Mieter*innen<br>
mit knappem Budget eine moderne Heizung und eine verbesserte Dämmung bekommen.<br>
Wir sorgen dafür, dass der Zugang zu elektrischer Mobilität die Fortbewegung<br>
komfortabler und das Auto erschwinglich macht. Wir sorgen dafür, dass durch<br>
Klimaanpassung das Eigentum von Hausbesitzer*innen geschützt und Lebensleistung<br>
erhalten wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>A. Eine starke Wirtschaft für sichere Jobs</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für einen wettbewerbsfähigen Standort</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unternehmen brauchen gute Wettbewerbsbedingungen und ein gutes<br>
Investitionsklima, allem voran klare Rahmenbedingungen und Planungssicherheit.<br>
Für unsere Wirtschaft sorgen wir für dauerhaft günstige Energie, erhöhen private<br>
und öffentliche Investitionen in Innovation und Infrastruktur, vereinfachen,<br>
digitalisieren und beschleunigen staatliche Verfahren und Prozesse und arbeiten<br>
daran, das Fachkräftepotenzial in und für Deutschland zu erhöhen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine sichere, saubere und bezahlbare Energieversorgung ist ein entscheidender<br>
Standortfaktor.Erleichterungen für Eigenstromproduktion und eine Förderung von<br>
langfristigen Abnahmeverträgen sichern der Wirtschaft direkten Zugang zu<br>
günstiger Energie. Auch für die Wirtschaft ist die weitere Absenkung der Steuern<br>
und Abgaben auf Strom wichtig. Deshalb übernehmen wir die Netzentgelte für die<br>
überregionalen Stromleitungen aus dem Deutschlandfonds und senken die<br>
Stromsteuer auf das europäische Minimum. Wir werden weiterhin Maßnahmen zur<br>
Steigerung der Energieeffizienz unterstützen. Zudem setzen wir uns ein für eine<br>
dauerhafte und breitere Ausgestaltung der Strompreiskompensation für<br>
energieintensive Unternehmen, die im globalen Wettbewerb stehen. Wir werden das<br>
Wasserstoffkernnetz zügig aufbauen, die Erzeugung von grünem Wasserstoff in<br>
Deutschland fördern und neue Importquellen sichern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gerade die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) leiden besonders unter<br>
aufwendiger Bürokratie und oft zu komplizierten Regeln. Die Beschleunigung des<br>
Ausbaus der Erneuerbaren haben wir maßgeblich durch das Abschaffen<br>
bürokratischer Hürden wie Anträge für einzelne Stecker ermöglicht. Den gleichen<br>
Weg müssen wir in allen Bereichen gehen. Mit dem Praxischeck haben wir dafür ein<br>
pragmatisches und erfolgreiches Instrument zum Abbau unnötiger Bürokratie in<br>
Deutschland eingeführt, das wir in der nächsten Legislatur skalieren werden.<br>
Dabei werden Sektor für Sektor die Betroffenen aus Unternehmen, Verwaltung und<br>
Zivilgesellschaft eingebunden, unnötige bürokratische Hürden bestimmt und<br>
praktische Lösungen zu deren Abbau identifiziert, ohne soziale oder ökologische<br>
Schutzstandards abzubauen. Das werden wir nun flächendeckend und systematisch<br>
ausrollen und auch in den Gesetzgebungsprozessen vorab umsetzen. Bei jeder<br>
Gesetzgebung muss die einfache Umsetzbarkeit im Vordergrund stehen. Ein<br>
wesentliches Mittel für den Bürokratieabbau ist die Digitalisierung der<br>
Verwaltung: Wir wollen, dass zentrale öffentliche Dienstleistungen für<br>
Unternehmen an einer Stelle gebündelt werden und Daten nur einmal eingereicht<br>
werden müssen. Die Notarpflichten werden wir vereinfachen und reduzieren, um so<br>
Kosten zu senken und Zeit zu sparen. Damit mehr Unternehmen von den KMU-<br>
Ausnahmeregeln profitieren können, werden wir die Schwellenwerte für die<br>
Definition von KMU anheben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutschland ist von früheren Regierungen jahrelang auf Verschleiß gefahren<br>
worden. Zu lange hat es zu wenig verlässliche öffentliche Investitionen gegeben.<br>
Dabei steht hinter jeder öffentlichen Investition realwirtschaftliche<br>
Wertschöpfung. Wir wollen der Wirtschaft eine starke, resiliente und<br>
verlässliche Infrastruktur bereitstellen, indem wir die öffentlichen<br>
Investitionen dafür aus nationalen und aus Mitteln der Europäischen Union (EU)<br>
stärken und ausbauen. Dafür werden wir auch die Schuldenbremse sinnvoll<br>
modernisieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Großteil der Investitionen kommt jedoch von Unternehmen und anderen privaten<br>
Akteuren. Wer in Deutschland investiert, soll es bei der Steuer leichter haben:<br>
Dazu führen wir eine auf fünf Jahre befristete, unbürokratische<br>
Investitionsprämie von 10 Prozent für alle Unternehmen und alle Investitionen<br>
mit Ausnahme der Gebäudeinvestitionen ein. Diese Prämie wird mit der<br>
Steuerschuld des Unternehmens verrechnet; falls die Prämie die Steuerschuld<br>
übersteigt, wird sie ausgezahlt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Es ist absolut entscheidend, dass wir nicht nur gute Ideen entwickeln, sondern<br>
dass daraus auch starke neue deutsche Unternehmen entstehen.Hier haben wir<br>
bisher im Vergleich zu den USA oder China eine große Schwäche beim Zugang zu<br>
Finanzierung. Wir erleichtern deshalb den Zugang zu Wagniskapital durch die<br>
Fortsetzung der WIN-Initiative, um jungen innovativen Unternehmen durch<br>
verbesserte steuerliche, rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen einen<br>
einfacheren Zugang zu privatem Kapital zu ermöglichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wettbewerbsfähigkeit steht und fällt auch mit gut qualifizierten Beschäftigten.<br>
Gewerkschaften, betriebliche Mitbestimmung und die Sozialpartnerschaft mit ihrer<br>
starken Tarifbindung sind eine Stärke unseres Standorts.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für mehr Arbeitskräfte und die gleichberechtigte<br>
Erwerbstätigkeit von Frauen</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Mangel an Arbeits- und Fachkräften ist eine der größten Herausforderungen<br>
für die wirtschaftliche Entwicklung und Modernisierung Deutschlands. Ob<br>
Handwerk, Gastronomie oder große Konzerne – alle sind betroffen. Um diese Lücke<br>
zu schließen, gilt es Hindernisse abzubauen und Anreize zu setzen, damit<br>
Menschen sich auf dem Arbeitsmarkt einbringen können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutschland hat 2,9 Millionen junge Menschen ohne Berufsabschluss, während viele<br>
Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Wir müssen dazu beitragen, dass junge<br>
Menschen besser ihren Weg in den Beruf finden und die Attraktivität der<br>
beruflichen Ausbildung erhöhen. Mit Maßnahmen wie dem Qualifizierungsgeld<br>
unterstützen wir Menschen, die schon im Berufsleben sind und sich neu<br>
orientieren oder weiterqualifizieren möchten. Älteren Arbeitnehmer*innen werden<br>
wir Anreize für längeres Arbeiten über die Regelaltersgrenze hinaus bieten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wenn alle Frauen mit Kindern so arbeiten könnten, wie sie möchten, hätten wir in<br>
Deutschland bis zu 840.000 zusätzliche Arbeitskräfte. Um die Vereinbarkeit von<br>
Familie und Beruf zu erleichtern, wollen wir durch einen gesetzlichen Rahmen<br>
flexible Lösungen ermöglichen und zugleich passgenaue Regelungen für die<br>
Betriebe bieten, die sie nicht überfordern. Ein gutes und verlässliches Angebot<br>
an Betreuungsplätzen ist dafür die Grundlage. Betreuungskosten sollten<br>
umfangreicher bei der Steuer absetzbar sein. In der jetzigen Form stellt das<br>
Ehegattensplitting ein Erwerbshindernis für Frauen dar. Deshalb wollen wir es<br>
grundlegend geschlechtergerecht reformieren, indem wir für Neuehen eine<br>
individuelle Besteuerung mit übertragbarem Grundfreibetrag einführen. Für<br>
bestehende Ehen ändert sich nichts. Indem wir eine gleichberechtigte<br>
Erwerbsbeteiligung von Frauen ermöglichen, stärken wir ihre eigenständige<br>
Absicherung, schützen sie so vor Altersarmut und stärken gleichzeitig die<br>
Volkswirtschaft.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutschland muss für die besten Arbeitskräfte aus aller Welt attraktiv sein. Wir<br>
wollen, dass Menschen, die bei uns arbeiten wollen, ihr Arbeitsvisum online<br>
beantragen können und dafür nur einen Ansprechpartner brauchen. Eine digitale<br>
Einwanderungsagentur soll den Einwanderungsprozess modernisieren und<br>
beschleunigen. Wir setzen uns dafür ein, dass ein Austausch mit Ämtern und<br>
Behörden noch leichter auf Englisch erfolgen kann. Die Anerkennung von<br>
ausländischen Berufsabschlüssen vereinfachen wir deutlich und schaffen dafür<br>
eine zentrale Anerkennungsstelle. Die Arbeitshindernisse für Geflüchtete bauen<br>
wir weiter ab, auch weil sie über den Arbeitsmarkt schneller in unsere<br>
Gesellschaft integriert werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine starke europäische Wirtschaft</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der europäische Binnenmarkt mit seinen 450 Millionen Einwohner*innen und 17<br>
Billionen Euro Wirtschaftsleistung ist eine historische Errungenschaft. Nur mit<br>
mehr Europa können wir im Wettbewerb mit den USA und China bestehen, können wir<br>
die gemeinsame Wachstums- und Innovationsschwäche überwinden und wieder<br>
treibende Kraft beim technologischen Fortschritt werden. Das schafft und sichert<br>
auch Wohlstand und gute Jobs in Deutschland.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen den europäischen Binnenmarkt weiter vertiefen und um eine vertieften<br>
Digitalunion ergänzen: Damit die Unternehmen der Zukunft auch in Europa groß<br>
werden. Und wir wollen, dass Europa seine Kräfte bei Forschung und Innovation<br>
bündelt. Starke Netzwerke europäischer Universitäten, gemeinsame Rechenzentren<br>
oder Forschungsagenturen können uns wieder zum Spitzenreiter bei den<br>
Zukunftstechnologien machen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Europa ist bereits Weltmarktführer bei sauberen, nachhaltigen Technologien wie<br>
Windturbinen und Elektrolyseure. Der europäische Green Deal gibt mit<br>
klimapolitischen und ökologischen Zielen und Leitplanken den Rahmen für fairen<br>
Wettbewerb in Europa. Bei pragmatischer Umsetzung kann Europa so zum Marktführer<br>
für nachhaltige Elektrotechnik, Chemie, Maschinenbau und Dienstleistungen<br>
werden. Damit sichern wir durch Klima- und Ressourcenschutz gute Jobs im<br>
Industriebereich – einem wichtigen Zukunftsmarkt. Dazu brauchen wir jetzt<br>
stabile Rahmenbedingungen für Zukunftstechnologien statt innovationsfeindliche<br>
Diskussionen um ein Rollback oder eine Bremsung des europäischen Green Deal.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir unterstützen die Erweiterung des Green Deal um eine industrielle Dimension.<br>
Wir müssen von Klimaschutzmaßnahmen wirtschaftlich stärker profitieren und<br>
unsere klimaneutrale europäische Innovationskraft zu einem globalen<br>
Wettbewerbsvorteil ausbauen. Dafür wollen wir im nächsten EU-Finanzrahmen die<br>
entsprechenden Instrumente schaffen und sie mit den notwendigen Mitteln<br>
unterlegen. Dazu gehört auch, dass wir das Beihilferecht der EU so ändern, dass<br>
es kurzfristig einer umfassenden Unterstützung der Dekarbonisierung der<br>
Industrie und dem Abbau gefährlicher Abhängigkeiten von Autokratien nicht im<br>
Wege steht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für funktionierende und nachhaltige Finanzmärkte</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Funktionierende Finanzmärkte sind ein essenzieller Bestandteil stabiler<br>
wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und einer nachhaltigen Investitionsdynamik,<br>
die für klimaneutrale Erneuerung unerlässlich sind. Um Finanzkrisen vorzubeugen,<br>
benötigen Banken, aber auch Versicherungen und andere Finanzmarktakteure<br>
ausreichend haftendes Eigenkapital. Gerade kleine Banken und Finanzmarktakteure<br>
wollen wir von unnötig kleinteiliger Bürokratie entlasten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der gemeinsamen Währung orientieren sich die Kapitalmärkte der EU-<br>
Mitgliedstaaten häufig noch an nationalen Staatsgrenzen. Die uneinheitliche<br>
Regulierung hemmt Investitionen aus dem Ausland und schränkt<br>
Finanzierungsmöglichkeiten für in der EU ansässige Konzerne ein. Aber auch<br>
kleine und mittelständische Firmen leiden, etwa unter dem vergleichsweise<br>
unterentwickelten europäischen Markt für Eigenkapitalinstrumente und<br>
Schuldverschreibungen. Wir werden uns europäisch für eine rasche Vollendung der<br>
Kapitalmarkt- und Bankenunion einsetzen. Das Vertrags- und Insolvenzrecht für<br>
Finanzmarktakteure wollen wir dafür europaweit angleichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen Finanzmarktakteuren die nachhaltige Finanzierung erleichtern.<br>
Sustainable Finance leistet einen wichtigen Beitrag, Investitionen in fossile<br>
Energien unwirtschaftlich und Investitionen in Zukunftstechnologien günstiger zu<br>
machen. Deutschland soll eine führende Rolle bei der Verbesserung der<br>
Sustainable-Finance-Regulierung spielen. Wir setzen uns dabei für mehr<br>
Konsistenz und Vereinfachung bei der Sustainable-Finance-Regulierung auf<br>
europäischer und internationaler Ebene ein, mit Fokus auf Wirkung und Effizienz.<br>
Alle Geldanlagen des Staates sollen nach Nachhaltigkeitskriterien angelegt<br>
werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für mehr Innovationskraft</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutschland und Europa müssen bei den Innovationen der Zukunft vorn mit dabei<br>
sein.Denn diese Innovationen sind nicht nur entscheidend für unsere<br>
wirtschaftliche Zukunft, sondern auch für die Bewältigung der großen<br>
gesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit – von der Klimakrise bis zur<br>
geopolitischen Behauptung gegen den Autoritarismus.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die deutsche Forschung soll Weltspitze bleiben. Wir wollen erreichen, dass Staat<br>
und Unternehmen mindestens 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung in Forschung und<br>
Entwicklung investieren. Unsere Forschungspolitik umfasst die freie<br>
Grundlagenforschung ebenso wie die missions- und anwendungsorientierte Forschung<br>
sowie den Transfer in marktreife Produkte. Wir werden daher die<br>
Bemessungsgrundlage für die Forschungszulage weiter ausweiten und so Unternehmen<br>
bei der Forschung besser unterstützen. Gleichzeitig brauchen wir eine<br>
auskömmliche Grundfinanzierung in der Wissenschaft. Mit der Deutschen Agentur<br>
für Transfer und Innovation (DATI) wollen wir regionale Innovationsökosysteme<br>
unterstützen, in denen Wissenschaft, Gesellschaft und die Wirtschaft gemeinsam<br>
an innovativen Lösungen arbeiten. Die Bundesagentur für Sprunginnovationen<br>
(SPRIND) fördert Innovationen nicht klassisch durch Förderprogramme, sondern<br>
durch sogenannte Challenges. Diesen Ansatz wollen wir ausbauen und auf<br>
europäischer Ebene flankieren. Wir schaffen auch mehr Experimentierräume wie die<br>
Reallabore, in denen neue Technologien erprobt und in die Anwendung gebracht<br>
werden können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir werden die Digitalisierung der Wirtschaft und die Entwicklung von digitalen<br>
Geschäftsmodellen erleichtern. Dazu wollen wir die Anwendung von Künstlicher<br>
Intelligenz (KI), die Etablierung robuster Cybersicherheitsstandards sowie die<br>
Stärkung digitaler Kompetenzen in Unternehmen gezielt fördern und<br>
Datenschutzbürokratie abbauen. Wir schaffen zudem passende Rahmenbedingungen für<br>
interoperable Standards und für einen sicheren und effizienten Datenaustausch<br>
entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der Staat sollte als vertrauensvoller<br>
Referenzkunde seine Marktmacht als Einkäufer nutzen, um innovative digitale<br>
Produkte zu fördern. Dabei sollte er insbesondere Open-Source-Anwendungen und<br>
Produkte von Start-ups und KMU berücksichtigen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für die notwendige Innovationskraft brauchen Deutschland und Europa eine neue<br>
Gründungskultur. Wir werden Gründungen einfacher machen durch rechtliche<br>
Vereinfachungen und indem wir Gründer*innen in One-Stop-Shops Begleitung und<br>
Beratung aus einer Hand anbieten. Wir wollen Gründungen in ihrer Vielfalt<br>
unterstützen. Dafür geben wir insbesondere Gründerinnen und nachhaltigen Start-<br>
ups einen Booster, etwa durch verbesserte Finanzierungsangebote. Ausgründungen<br>
aus Hochschulen werden wir erleichtern, die EXIST-Hochschulförderung auf mehr<br>
Universitäten ausweiten und den Transferauftrag für Hochschulen und<br>
außeruniversitäre Forschungseinrichtungen stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für die klimaneutrale Modernisierung der Industrie</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unser Anspruch ist es, dass Deutschland ein starker Industriestandort bleibt,<br>
denn Industrieunternehmen sind in ihren Regionen identitätsstiftend und wichtige<br>
Arbeitgeber. Wir wollen unsere Industrie bei der klimafreundlichen<br>
Modernisierung unterstützen, sie hier halten und verhindern, dass die Produktion<br>
in Länder abwandert, in denen es noch keinen CO<sub>2</sub>-Preis und nur laxe<br>
Umweltschutz- und Sozialstandards gibt. In einer Welt, in der Krisen, Konflikte<br>
oder machtpolitische Bestrebungen jederzeit Lieferketten stören oder zerbrechen<br>
lassen können, brauchen wir in essenziellen Bereichen eigene<br>
Produktionsmöglichkeiten, um fatale Abhängigkeiten zu vermeiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Damit die klimaneutrale Modernisierung der Industrie gelingen kann, setzen wir<br>
auf einen effizienten Instrumentenmix aus marktwirtschaftlichen Instrumenten wie<br>
CO<sub>2</sub>-Preis, gezielter Unterstützung vor allem bei Investitionen und – wo nötig –<br>
möglichst unbürokratischem Ordnungsrecht. Wo Investitionshürden zu Beginn zu<br>
hoch sind und über den CO<sub>2</sub>-Preis nicht genug Anreize gesetzt werden, setzen wir<br>
auf wettbewerbsorientierte Instrumente wie die Klimaschutzverträge. Den<br>
Anwendungsbereich der Klimaschutzverträge werden wir ausweiten und so diejenigen<br>
Unternehmen finanziell fördern, die pro Euro am meisten CO<sub>2</sub> einsparen. Um<br>
ausreichend Nachfrage für klimaneutral hergestellte Produkte zu garantieren,<br>
werden wir grüne Leitmärkte in Sektoren wie Stahl und Zement europaweit<br>
etablieren. Dafür wollen wir beispielsweise bei öffentlichen Aufträgen eine<br>
Mindestquote von grünem Stahl einführen, die stetig ansteigt. Die vollständige<br>
Klimaneutralität der Industrie wird aufgrund von schwer zu vermeidenden<br>
Emissionen bei bestimmten Produktionsprozessen nur mit der Abscheidung,<br>
Speicherung und Nutzung von CO<sub>2</sub> (CCS/CCU) möglich sein. Deshalb ermöglichen wir<br>
dafür die Anwendung dieser Technologie und unterstützen den Ausbau der<br>
notwendigen Infrastruktur. Die Speicherung von CO<sub>2</sub> in Meeresschutzgebieten<br>
lehnen wir ab.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Global ist der Wettbewerb zwischen Verbrenner und E-Autos längst entschieden.<br>
Für die Unternehmen in der Automobilindustrie, mit ihren mittelständischen<br>
Zulieferbetrieben der größte Industriezweig in unserem Land, ist<br>
Planungssicherheit entscheidend: dass wir dabei bleiben, ab 2035 nur noch<br>
klimafreundliche Antriebe neu zuzulassen. Die konkreten Ziele der EU-<br>
Flottengrenzwerteverordnung unterstützen wir und lehnen eine Abschwächung ab.<br>
Mögliche Strafzahlungen sollen gegebenenfalls gestreckt und für den Hochlauf der<br>
E-Mobilität durch europäische Programme genutzt werden. Wir beschleunigen den<br>
Hochlauf der Elektromobilität durch gezielte Förderung für die Ladeinfrastruktur<br>
und sozial ausgewogene Kauf- und Leasinganreize. Förderung wollen wir dabei nur<br>
jenen gewähren, die auch in Europa mit seinen hohen sozialökologischen Standards<br>
produzieren: in Europa, für Europa. Mit gezielten Forschungsprogrammen und dem<br>
Ausbau der regionalen Transformationsnetzwerke unterstützen wir die<br>
Fortentwicklung von Geschäftsmodellen, insbesondere in den Bereichen vernetztes<br>
Fahren und Batteriezellen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Durch eine stärkere Offenheit und Förderung in Schlüsselbereichen wie KI,<br>
Quantentechnologie, Mikrochips, Biotechnologie, Robotik und Raumfahrt wollen wir<br>
wettbewerbsfähig bleiben und globale Trends mitgestalten können. Insbesondere<br>
werden wir den Aufbau von Produktionskapazitäten für Schlüsseltechnologien wie<br>
beispielsweise Mikrochips und Batterien weiter vorantreiben. Wir setzen uns für<br>
eine wettbewerbsfähige europäische Raumfahrtindustrie ein, um durch<br>
Satellitenkommunikation und -navigation, New Space, (Klima-)Forschung und<br>
Erdbeobachtung unsere strategische Souveränität zu stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auch der Schritt zur Klimaneutralität ist ein Innovationsmotor. Von modernster<br>
Kraftwerkstechnologie über Elektrolyseure bis zur Herstellung von Wasserstoff,<br>
vom E-Auto bis zur Wiederverwendbarkeit von Materialien entstehen neue<br>
Zukunftstechnologien, bei denen die deutsche Industrie ganz vorn mit dabei sein<br>
kann. Diese Zukunftstechnologien wollen wir ermöglichen, fördern und bei der<br>
Markteinführung unterstützen – und damit Arbeitsplätze und Wohlstand von morgen<br>
sichern. Dafür wollen wir den europäischen Net-Zero Industry Act der EU<br>
möglichst schnell und umfassend in Deutschland umsetzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für die Stärkung von Mittelstand und Handwerk</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die ökonomische Kraft unseres Landes liegt in der Vielfalt seiner Unternehmen.<br>
Die Tatkraft und Innovationsfähigkeit der Handwerksbetriebe, der Selbstständigen<br>
und Freiberufler*innen sowie der KMU sind Motor unserer Wirtschaft. Sie treiben<br>
den Klimaschutz voran und sorgen gerade in ländlichen Räumen für Arbeitsplätze<br>
und Stabilität. Der Entfaltung dieser Kraft wollen wir Rückenwind geben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Handwerk bietet in einer nachhaltigen Wirtschaft krisensichere<br>
Arbeitsplätze.Durch Bürokratieabbau, die Unterstützung bei Nachfolgen und die<br>
gezielte Förderung der Ausbildung im Handwerk wollen wir die Rahmenbedingungen<br>
verbessern. Oberstes Ziel sind der Erhalt und die Zukunftsfähigkeit der<br>
Betriebe. Damit Handwerksberufe noch attraktiver werden, setzen wir auf<br>
branchenspezifische Mindestvergütungen und mehr Gleichwertigkeit von beruflicher<br>
und akademischer Ausbildung. Der Meisterbrief soll kostenlos werden. Wir setzen<br>
uns dafür ein, dass auch für Handwerkerinnen und Soloselbstständige die Wochen<br>
rund um die Geburt durch Mutterschaftsgeld finanziell abgesichert werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir stehen für eine starke deutsche und europäische Wettbewerbspolitik mit dem<br>
unabhängigen Bundeskartellamt und der EU-Kommission im Zentrum. Das<br>
Wettbewerbsrecht braucht eine Weiterentwicklung, um KMU sowie Verbraucher*innen<br>
effektiver vor Monopolen zu schützen. Auf europäischer Ebene wollen wir dazu das<br>
von der Kommission bereits vorgeschlagene New Competition Tool wiederbeleben,<br>
vor allem um heimische Unternehmen vor unfairen Praktiken globaler<br>
Großunternehmen zu schützen. Umgekehrt sollen kleine Übernahme- und Fusionsfälle<br>
in Deutschland und Europa von bürokratischen Verfahren entlastet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unfaire und teure Praktiken von Onlineplattformen zulasten des mittelständischen<br>
Gewerbes und der Verbraucher*innen werden wir mithilfe des Wettbewerbsrechts<br>
zurückdrängen. Über große Onlinehändler gelangen massenweise Waren zu uns, die<br>
europäische Standards nicht einhalten. Im Internet entstehen immer wieder neue,<br>
unfaire und manipulative Praktiken. Wir setzen uns dafür ein, dass große<br>
Plattformen – genau wie der Laden um die Ecke – Produktverantwortung übernehmen<br>
müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die Vergabestellen gerade der Kommunen und die Wirtschaft um<br>
Verwaltungskosten von über einer Milliarde Euro zu entlasten, modernisieren wir<br>
das Vergaberecht umfassend, um nachhaltige Beschaffung zu vereinfachen und zur<br>
Regel zu machen. Um die Vergabestellen gerade der Kommunen zu entlasten, werden<br>
wir die Direktauftragsgrenzen deutlich anheben. Wir berücksichtigen Start-ups<br>
bei der Vergabe besser.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um Familienunternehmen und Start-ups weitere Nachfolgeoptionen zu bieten, wollen<br>
wir eine neue attraktive Rechtsform für Gesellschaften mit gebundenem Vermögen<br>
einführen. Gemeinwohlorientierte Unternehmen sollen künftig die gleiche<br>
Förderung erhalten wie alle anderen Gründer*innen auch. Gelder von verwaisten<br>
Konten werden wir zur Stärkung sozialer Innovationen und gemeinwohlorientierter<br>
Unternehmen verwenden. Die Nationale Strategie für Soziale Innovationen und<br>
Gemeinwohlorientierte Unternehmen werden wir fortführen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Von Wertschöpfung und Investitionen vor Ort in den Kommunen hängt die<br>
Wirtschaftskraft und Lebensqualität in ländlichen Räumen entscheidend ab. Durch<br>
den Ausbau der Gemeinschaftsaufgabe Regionale Wirtschaftsentwicklung (GRW)<br>
stellen wir sicher, dass Menschen und Unternehmen sich überall im Land entfalten<br>
können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gerade in den vom Strukturwandel betroffenen Regionen wie der Lausitz liegt das<br>
Potenzial für ambitionierten Klimaschutz und vorausschauende Wirtschaftspolitik.<br>
Die Herausforderungen sind groß und dennoch wollen wir den Strukturwandel als<br>
Chance begreifen, um mit neuer Infrastruktur, Wirtschaftsförderung,<br>
Renaturierung und Investitionen in Zukunftstechnologien den Weg in eine<br>
nachhaltige Zukunft zu ebnen. Wichtig ist uns dabei, die Menschen vor Ort durch<br>
transparente Entscheidungsprozesse, aber auch durch Unterstützung der Ideen und<br>
Wünsche vor Ort zu beteiligen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Tourismus ist in Deutschland Motor für Wachstum und Beschäftigung,<br>
insbesondere in ländlichen Regionen. Wir werden die Nationale Tourismusstrategie<br>
fortentwickeln und den Tourismusstandort Deutschland nachhaltiger, sozial<br>
gerechter und innovativer gestalten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wohlstand ist für uns mehr als nur das Wachstum des Bruttoinlandsprodukt. Wir<br>
haben daher erstmals im Jahreswirtschaftsbericht auch den Zustand von Umwelt und<br>
Klima sowie soziale Faktoren mit in den Blick genommen. Diese umfassende<br>
Wohlstandsmessung wollen wir ausbauen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für Wirtschaftssicherheit und zukunftsfähigen Außenhandel</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unser Wohlstand und unsere wirtschaftliche Resilienz und Sicherheit hängen neben<br>
dem europäischen Binnenmarkt wesentlich von belastbaren internationalen<br>
Partnerschaften und vom globalen Handel ab. Angesichts geopolitischer Konflikte,<br>
protektionistischer Maßnahmen und zunehmend schärferem internationalen<br>
Wettbewerb brauchen wir eine zukunftsfähige Handelsagenda, die sich für alle<br>
auszahlt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ausgewogene Handelspartnerschaften eröffnen deutschen Unternehmen nicht nur neue<br>
Absatzmärkte, sondern stärken auch ihre Lieferketten. Eine breitere Streuung<br>
unserer Wirtschaftsbeziehungen hilft zudem, Abhängigkeiten in kritischen<br>
Bereichen zu verringern. Der Fokus auf einzelne Sektoren und gezielte Abkommen<br>
für bestimmte Waren und Dienstleistungen verspricht dabei schnelle<br>
Verhandlungserfolge. Hohe Standards bei sozialer Gerechtigkeit, Klima- und<br>
Naturschutz sowie Menschenrechten bewahren gleichzeitig die heimische Wirtschaft<br>
vor einem schädlichen Unterbietungswettbewerb und schützen vor Ausbeutung oder<br>
Umweltzerstörung in anderen Ländern. Wir verhandeln entsprechend folgender<br>
Prinzipien: rechtsverbindliche und einklagbare ökonomische, soziale und<br>
ökologische Standards, eine Verankerung des Vorsorgeprinzips, eine verbindliche<br>
Verankerung des Pariser Klimaabkommens, der zentralen Arbeitsschutzkonventionen<br>
der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und des Übereinkommens zur<br>
biologischen Vielfalt, der Beendigung der missbräuchlichen Nutzung von<br>
Schiedsgerichten sowie der Begrenzung von zukünftigen Investitionsabkommen auf<br>
direkte Enteignung und Diskriminierung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die EU-Lieferkettenrichtlinie ist eine große Errungenschaft: Verbraucher*innen<br>
in Europa können sicher sein, dass Produkte, die sie hier kaufen, frei von<br>
Ausbeutung und Kinderarbeit entstanden sind. Wir sorgen dafür, dass die<br>
Lieferkettenrichtlinie unbürokratisch in deutsches Recht übertragen wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unfaire Handelspraktiken und Marktverzerrungen erfordern entschiedenes Handeln –<br>
deshalb setzen wir uns, wo es geboten ist, bei der EU-Kommission für<br>
Ausgleichszölle ein, etwa auf Stahl. Wir stärken der EU-Kommission in ihren<br>
Verhandlungen mit China über Dumping von E-Autos den Rücken, um die Interessen<br>
der europäischen Industrie zu wahren. Die Schlupflöcher im Zollrecht müssen<br>
geschlossen werden, durch die besonders asiatische Onlinehändler wie Temu<br>
unsichere Wegwerfprodukte am Zoll vorbeischleusen und europäische Hersteller<br>
unterbieten. Wer dauerhaft illegale Produkte im großen Stil nach Europa<br>
einführt, muss nach dem EU-Gesetz über digitale Dienstleistungen sanktioniert<br>
werden. Wir werden den europäischen CO<sub>2</sub>-Zoll CBAM durch eine Ausweitung des<br>
Anwendungsbereichs, eine Berücksichtigung der Gesamtemissionen des Herstellers<br>
im Herkunftsland und die Nutzung von Standardwerten praxistauglicher und<br>
effektiver gestalten. Damit er die Wettbewerbsnachteile ausgleicht, die<br>
europäischen Industrieunternehmen gegenüber Herstellern aus Ländern ohne CO<sub>2</sub>-<br>
Preis entstehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Strategisch wichtige Branchen werden wir mit einem neuen<br>
Investitionsprüfungsgesetz vor Übernahmen schützen. Um unsere Unabhängigkeit und<br>
ungestörte Lieferketten zu sichern, gehen wir bei Ausschreibungen in Sektoren<br>
mit hoher Abhängigkeit entsprechend der Resilienzvorgaben des Net-Zero Industry<br>
Acts vor. Staatliche Förderprogramme für den Kauf von Produkten wie E-Autos<br>
werden wir künftig für Produkte gewähren, die größtenteils auch in Europa mit<br>
seinen hohen sozialen und ökologischen Standards produziert wurden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für Rohstoffsicherheit und Kreislaufwirtschaft</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine nachhaltige, unabhängige und wettbewerbsfähige Wirtschaft erfordert sowohl<br>
eine gesicherte Versorgung mit Rohstoffen als auch den Übergang zu einer<br>
effektiven Kreislaufwirtschaft im Einklang mit den planetaren Grenzen, die<br>
Ressourcen spart und Müll vermeidet. Auch für das Erreichen der Klimaziele sind<br>
wir auf eine verlässliche Versorgung mit Rohstoffen angewiesen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unser Ansatz für mehr Rohstoffsicherheit basiert auf vier Säulen. Erstens wollen<br>
wir den Verbrauch von Primärrohstoffen senken und langfristig halbieren. Der<br>
Ausstieg aus der Verbrennung fossiler Energierohstoffe, Rohstoffeffizienz und –<br>
wo möglich – der Ersatz von Rohstoffen, ebenso wie der gezielte Einsatz von<br>
Recyclingrohstoffen sind der Schlüssel dafür. Zweitens fördern wir Recycling und<br>
den Aufbau einer effektiven Kreislaufwirtschaft. Drittens setzen wir auf<br>
heimischen und europäischen Bergbau, auch mit einem modernisierten,<br>
umweltschonenden Bergrecht. Und viertens entwickeln wir eine nachhaltige<br>
Rohstoffaußenpolitik und schließen neue Rohstoffpartnerschaften.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Niemand hat Lust, ständig Dinge wegzuwerfen und große Mengen an Müll zu<br>
produzieren. Die Kreislaufwirtschaft macht daraus mit neuen Geschäftsmodellen<br>
eine wirtschaftliche Chance, von der Wasserflasche über das Smartphone bis zum<br>
Wohnhaus. Sie braucht die richtigen regulatorischen und ökonomischen<br>
Rahmenbedingungen, mehr Materialstandardisierung und gleiche<br>
Wettbewerbsbedingungen für recyceltes Material. Ein digitaler Produktpass<br>
schafft bessere Informationen über die Materialien, die in einem Produkt<br>
stecken. Dafür werden wir jetzt die Kreislaufwirtschaftsstrategie umsetzen. Wir<br>
haben uns auf europäischer Ebene erfolgreich dafür eingesetzt, dass Produkte<br>
langlebig und reparaturfreundlich hergestellt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für einen starken Verbraucherschutz</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Faire Verträge und einklagbare Verbraucherrechte – darauf müssen sich<br>
Verbraucher*innen verlassen können. Gerade in Zeiten steigender<br>
Lebenshaltungskosten kann und muss Verbraucherschutz dazu beitragen, das Leben<br>
einfacher zu machen und Menschen vor unfairen Preisen, Intransparenz und Betrug<br>
zu schützen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gentechnikfreie Lebensmittel sind für viele Verbraucher*innen wichtig. Damit das<br>
möglich bleibt, müssen alle, die gentechnikfrei arbeiten wollen, das auch in<br>
Zukunft können. Dafür ist entscheidend, dass es keine Patente auf Leben gibt:<br>
Pflanzen, Tiere, Saatgut und Gene dürfen nicht patentiert werden, auch nicht in<br>
digitalisierter Form. Und es braucht eine Kennzeichnungspflicht für gentechnisch<br>
verändertes Saatgut und Lebensmittel.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Steigende Energiepreise und die notwendige Energie- und Wärmewende stellen<br>
Verbraucher*innen vor große Herausforderungen. Wir werden einen wirksamen Schutz<br>
vor Wärme- und Stromsperren auf den Weg bringen. Damit für Stromkund*innen<br>
schnell und einfach sichtbar wird, ob sie aufgrund eines überteuerten<br>
Altvertrags Monat um Monat zu viel für ihren Strom bezahlen, machen wir die<br>
Angabe des durchschnittlichen Strompreises für Neukund*innen auf der<br>
Energierechnung verpflichtend. Dann weiß jede und jeder, wann sich ein Wechsel<br>
besonders lohnt. Das wirkt als Teuer-Bremse für Stromtarife.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wenn es ums Geld geht, sind transparente und einfach verständliche Informationen<br>
besonders wichtig. Deshalb bedarf es beim finanziellen Verbraucherschutz<br>
besonders hoher Standards und einer fairen und unabhängigen Finanzberatung. Im<br>
Zentrum steht der Schutz von Kleinanleger*innen. Die Bundesanstalt für<br>
Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wollen wir auch beim Schutz vor<br>
Greenwashing von Finanzprodukten in die Pflicht nehmen. Zudem setzen wir auf<br>
transparente und einfach verständliche Mindeststandards und Normen für<br>
nachhaltige Finanzprodukte.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die hohen Kosten des Zahlungsverkehrs für deutsche Unternehmen und<br>
Verbraucher*innen – etwa bei der Nutzung von Kreditkarten – wollen wir mithilfe<br>
innovativer Wettbewerber und des Wettbewerbsrechts günstiger machen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>B. Ein modernes und digitales Land</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für einen Staat, der für die Menschen funktioniert</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für die Herausforderungen im Heute und Morgen wollen wir unseren Staat besser<br>
aufstellen und bieten dafür den demokratischen und föderalen Partnern die Hand<br>
für eine Staatsreform. Darunter verstehen wir unter anderem, dass die Aufgaben<br>
und Rollen an manchen Stellen in unserem föderalen Staat neu verteilt, gebündelt<br>
und auch klarer gestaltet werden, zum Beispiel im Sozialleistungsbereich. Wir<br>
setzen auf konstruktive Zusammenarbeit statt Doppelstrukturen und Gegeneinander.<br>
Der Bund sollte bei Gesetzen und Förderprogrammen mehr Umsetzungsverantwortung<br>
auf Länder und Kommunen übertragen, statt alles detailliert selbst zu regeln.<br>
Länder und Kommunen brauchen mehr Spielräume für eigenverantwortliches Handeln<br>
wie auch für konkrete Kooperationen. Umgekehrt sollte der Bund für bundesweit<br>
gesetzlich geregelte Leistungen wie Elterngeld oder Wohngeld einen digitalen<br>
Dienst bereithalten, den Länder und Kommunen für die Leistungserbringung vor Ort<br>
nutzen können. Durch solche zentralen Serviceeinheiten kann der Bund<br>
Routineaufgaben zentral erbringen, damit sich die Verwaltung vor Ort auf die<br>
Beratung konzentrieren kann. Den Auftakt für diese Reformprozesse könnten die<br>
Diskussionen in einem Bürgerrat geben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Gesetzgebung des Bundes muss praxistauglicher und weniger kompliziert<br>
gestaltet werden. Die Digital- und Praxischecks wollen wir dafür ausbauen. Bei<br>
neuen Gesetzgebungsvorhaben ist das zugrunde liegende Stammgesetz zu<br>
modernisieren, sind Leistungen zu pauschalisieren sowie Experimentierräume und<br>
Reallabore vorzusehen. Die Bundeshaushaltsordnung und ihre Anlagen wollen wir<br>
entschlacken, ohne die Fehlverwendung öffentlicher Gelder zu begünstigen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Durch Modernisierung und Automatisierung, auch durch den Einsatz von KI, kann<br>
der Arbeitsaufwand für Verwaltungsprozesse geringer werden. So verkleinern wir<br>
auch die Ministerialverwaltung des Bundes und stärken die<br>
Umsetzungsverantwortung der nachgeordneten Bundesbehörden. Dies ist in Zeiten<br>
des Fachkräftemangels und unbesetzter Stellen dringend nötig.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine serviceorientierte Verwaltung</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir werden unsere öffentliche Verwaltung konsequent modernisieren,<br>
digitalisieren und an den Bedürfnissen der Menschen ausrichten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Bürger*innen sollen mit dem Staat digital und auf Augenhöhe kommunizieren<br>
können. Deshalb werden wir gemeinsam mit den Ländern und Kommunen die<br>
Deutschland-App einführen, in der schrittweise alle staatlichen<br>
Verwaltungsangebote sicher, barrierefrei und anwendungsfreundlich zur Verfügung<br>
stehen sollen. In dieser App kann man künftig mit wenigen Klicks einen<br>
Personalausweis beantragen oder die neue Wohnung anmelden. Die App dient als<br>
einfache Bedienungsoberfläche für die Bürger*innen und als Zielbild für die<br>
deutsche Verwaltungsdigitalisierung. Im Hintergrund der App bauen wir eine<br>
moderne, modulare und standardisierte IT-Architektur, bei der die<br>
Verwaltungsdomänen von Bund, Ländern und Kommunen sinnvoll ineinandergreifen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Beschäftigten in den Behörden sind motiviert, sie packen an und wollen<br>
Prozesse besser machen. Uns geht es darum, sie zu entlasten und mehr Effizienz<br>
zu ermöglichen: Wir gehen mit einer Innovationskultur in der Verwaltung voran,<br>
die offen ist für antragslose Verfahren, risikobereite Entscheidungen,<br>
Experimentierfreude und den Einsatz moderner Technik. Dafür erhöhen wir die<br>
Ermessensspielräume der Entscheider*innen. Wir ermöglichen den Einsatz von<br>
Automatisierung und KI-Anwendungen überall, wo sie hilfreich und sinnvoll sind.<br>
Damit Daten nicht immer wieder neu erhoben werden müssen, treiben wir die<br>
Registermodernisierung und -vernetzung voran. Die Behörden sollen Datentools<br>
vorhalten, bei denen Bürger*innen und Unternehmen ihre Daten nur einmal<br>
einpflegen müssen. Dann müssen die verschiedenen Ebenen der Verwaltung darauf<br>
selbst zurückgreifen. Das verschlankt persönliche Meldungen, Berichtspflichten<br>
und Kontrolldaten in der Landwirtschaft. Dafür brauchen wir auch eine sichere<br>
eigene Cloud in Deutschland.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine schnelle und umfassende Digitalisierung</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Digitalisierung zu gestalten, ist für unser Zusammenleben und unseren<br>
Wohlstand zentral. Bisher ist das in Deutschland nicht ausreichend gelungen.<br>
Dies liegt auch an der Zersplitterung der Zuständigkeiten dafür und der<br>
fehlenden Ressourcenbündelung. Deswegen braucht es eine Bündelung von<br>
Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten und der Budgetverantwortung. Damit gehen<br>
wir den Ausbau der digitalen Infrastruktur, die europäische und internationale<br>
Digitalpolitik und die Entwicklung einer Open-Source-Strategie fokussiert an.<br>
Für den Digitalen Staat wollen wir zentrale digitale Dienste wie die BundID und<br>
die Deutschland-App vorantreiben. Den Digitalcheck als aktives und begleitendes<br>
Instrument der Gesetzgebung entwickeln wir weiter und gestalten die<br>
Digitalisierung nachhaltig.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Schlüssel zur Beschleunigung der Digitalisierung Deutschlands liegt in der<br>
Überwindung der Grenzen der unterschiedlichen IT-Systeme von Unternehmen,<br>
Behörden und Forschungseinrichtungen durch Interoperabilität. Nur dann können<br>
Prozesse durchgängig digital ohne Handarbeit oder Medienbrüche abgewickelt<br>
werden. Diese Art der Vernetzung ist zu sehr vernachlässigt worden. Wir werden<br>
offene Standards fördern und dabei Entwickler*innen, Zivilgesellschaft und KMU<br>
stets miteinbeziehen. Diese Standards sollen ohne Lizenzgebühren frei nutzbar<br>
sein. Wir denken Interoperabilität und digitale Kooperation weiter, nämlich als<br>
eine notwendige Grundlage, um die Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und<br>
Nachhaltigkeit unserer Wirtschaft zu stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um das große Potenzial von Datenkollaboration für Innovation und Produktivität<br>
zu heben, muss die Umsetzung des Datenschutzes einfacher und weniger<br>
bürokratisch werden. Die Datenschutzgrundverordnung muss effizienter und<br>
einheitlicher umgesetzt werden – auch um Doppelregulierung und unklare<br>
Zuständigkeiten zu vermeiden. Eine Reform beim Datenschutz hin zu<br>
Einheitlichkeit, Verlässlichkeit und Einfachheit ist nötig, etwa durch die<br>
Bündelung von Zuständigkeiten für bestimmte Sektoren oder Forschung bei<br>
einzelnen Aufsichtsbehörden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutschland braucht schnelles Internet in Stadt und Land. Wir werden bessere<br>
Rahmenbedingungen für den privatwirtschaftlichen Ausbau von Glasfaser und 5G-<br>
Mobilfunk setzen, indem wir Genehmigungsprozesse beschleunigen, alternative<br>
Verlegemethoden erleichtern und Open Access fördern. Für ländliche Gebiete und<br>
strukturschwache Regionen werden wir die staatliche Gigabitförderung erhöhen.<br>
Wir stärken die Rechte von Verbraucher*innen auf schnelles Internet, indem wir<br>
die Mindestbandbreite schrittweise erhöhen und es einfach machen, mangelhaftes<br>
Internet nachzuweisen und einen besseren Zugang zu bekommen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für einen Deutschlandfonds und eine Reform der<br>
Schuldenbremse</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir werden in der Regierung entschlossen die Investitionen in tragfähige<br>
Infrastrukturen nachholen, die unser Land so dringend braucht. Die schwarze Null<br>
im Haushalt wurde mit einem Kredit bei der Zukunftsfähigkeit unseres Landes<br>
erkauft. Wir werden deshalb einen Deutschlandfonds für Bund, Länder und Kommunen<br>
errichten. Daraus werden wir die Schienen bauen, auf denen Züge die Menschen<br>
pünktlich an ihr Ziel bringen, die Kitas und Schulen sanieren, in denen Chancen<br>
für alle entstehen, die Forschung finanzieren, die die Technologien und den<br>
Wohlstand von morgen begründet, und Unternehmen den Raum für Investitionen in<br>
ihre Zukunft ermöglichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Investitionsstau in Deutschland liegt im dreistelligen Milliardenbereich.<br>
Die Schuldenbremse in ihrer aktuellen Form verhindert Investitionen und andere<br>
Maßnahmen, die unsere stagnierende Volkswirtschaft wieder ankurbeln. Um die<br>
notwendigen Investitionen in Infrastruktur, in die Dekarbonisierung unseres<br>
Landes und in eine starke, zukunftsfähige Wirtschaft zu finanzieren, wollen wir<br>
die Schuldenbremse reformieren. Wir schaffen damit neue finanzielle Spielräume,<br>
die wir angemessen zwischen Bund und Ländern verteilen werden. Zugleich werden<br>
wir sicherstellen, dass die Gesamtverschuldung dauerhaft tragfähig bleibt. Das<br>
raten auch die führenden Wirtschaftsinstitute wie der Internationale<br>
Währungsfonds (IWF), die Bundesbank oder der Sachverständigenrat der<br>
Bundesregierung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nachdem die Große Koalition das Land fast zwei Jahrzehnte kaputtgespart hat,<br>
haben wir in der Bundesregierung die Trendwende eingeleitet. Bis zur Umsetzung<br>
einer Reform der Schuldenbremse wollen wir mit dem Deutschlandfonds der jüngeren<br>
Generation ein modernes, funktionierendes und klimaneutrales Land sowie eine<br>
wettbewerbsfähige Volkswirtschaft garantieren, statt ihnen aufgeschobene Lasten<br>
und marode Infrastrukturen zu hinterlassen. Bürger*innen wollen wir ermöglichen,<br>
sich an diesen Investitionen zu beteiligen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Investitionen in Klima- und Umweltschutz sowie in Verkehrs-, Energie-, Bildungs-<br>
und Forschungsinfrastruktur sowie in die nationale Sicherheit haben für uns<br>
dabei Priorität. Klar ist auch: Bei sogenannten konsumtiven Ausgaben bleibt es<br>
bei den derzeit strikten Regeln. Das bedeutet zum Beispiel: Die energetische<br>
Sanierung des Schulgebäudes kann kreditfinanziert werden, das Gehalt des<br>
Lehrpersonals muss aus dem regulären Etat kommen. So hinterlassen wir der jungen<br>
Generation keine unnötigen Schulden und vermeiden zugleich versteckte Schulden.<br>
Denn auch unterlassene Investitionen sind eine Bürde für die junge Generation.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Deutschlandfonds hilft, die Spielräume für dringend notwendige<br>
Zukunftsinvestitionen zu erhöhen. Er ist aber kein Ersatz für die Aufgabe, im<br>
Haushalt stärker zu priorisieren und effizienter mit den vorhandenen Einnahmen<br>
umzugehen. Denn viele wichtige Anliegen wie bessere Bildung oder stärkere<br>
Sicherheit erfordern auch konsumtive Ausgaben. Wir wollen den Haushalt<br>
entlasten, indem wir mehr Geflüchtete und mehr Bürgergeldbezieher*innen in<br>
Arbeit bringen. Zudem wollen wir die Verwaltung durch die weitere<br>
Digitalisierung verschlanken. Und wir wollen insbesondere klima- und<br>
umweltschädliche Subventionen abbauen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung der Steuern zwischen Bund, Ländern und Kommunen muss den<br>
tatsächlichen Aufgaben und Investitionsbedarfen entsprechen, um gleichwertige<br>
Lebensverhältnisse in allen Landesteilen zu ermöglichen. Das aktuelle System des<br>
Bund-Länder-Finanzausgleichs werden wir in seiner jetzigen Form beibehalten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>C. Ein Klima, in dem wir gut leben können</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für ein stabiles und sicheres Klima</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Staatengemeinschaft hat sich mit dem Pariser Klimaabkommen darauf<br>
verständigt, die Klimakrise einzudämmen. Alle großen Länder mit hohen<br>
Treibhausgasemissionen haben sich auf diesen Weg gemacht – darauf kommt es an.<br>
Die EU ist nach den USA und China aktuell der drittgrößte Emittent von<br>
klimaschädlichen Emissionen. Es kommt also auch auf unser gemeinsames Handeln<br>
an. Wir haben uns in der EU deshalb gemeinsam auf ein Ziel verpflichtet: Europa<br>
soll bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit dem europäischen Green Deal haben wir in den vergangenen drei Jahren große<br>
Fortschritte auf dem Weg zu einem stabilen und sicheren Klima erzielt und<br>
gleichzeitig begonnen, die europäische Wirtschaft und Industrie zu<br>
modernisieren. Das wirkt: Die EU ist auf Kurs, ihre Klimaziele zu erfüllen.<br>
Jetzt braucht die Wirtschaft Planungssicherheit. Der Green Deal und das „Fit for<br>
55“-Paket müssen nun europaweit konsequent und möglichst unbürokratisch<br>
umgesetzt werden. Neuer Aufschieberei und Verwässerung stellen wir uns entgegen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutschland spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die Großen Koalitionen hatten<br>
hohe Klimaschutzziele beschlossen, aber keinen Plan und keine Maßnahmen<br>
entwickelt, wie diese Ziele erreicht werden. Wir haben Deutschland und Europa<br>
erstmals auf einen Pfad gebracht, diese Lücke zu schließen. Es hängt vom<br>
entschiedenen Handeln der nächsten Bundesregierung ab, ob sie diese Chance nutzt<br>
und die Ziele auch erreicht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die dafür notwendigen Veränderungen sind anspruchsvoll und haben deshalb auch<br>
viele hitzige Diskussionen, Sorgen und Ängste ausgelöst und neue Fragen<br>
aufgeworfen. Es ist klar: Wir müssen noch mehr dafür tun, damit der Weg<br>
verlässlich ist und alle ihn mitgehen können. Wir machen Klimaschutz einfacher<br>
und bezahlbarer und lösen Umsetzungsprobleme pragmatisch. Dabei setzen wir<br>
gezielt verschiedene Instrumente ein – von marktwirtschaftlichen Anreizen wie<br>
dem Emissionshandel über eine gezielte Förderung für Wirtschaft und Haushalte<br>
bis hin zum Ordnungsrecht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Anstrengungen lohnen sich: Die klimaschädlichen Emissionen sinken. Erstmals<br>
ist Deutschland auf einem Kurs hin zum Erreichen der Klimaziele. Es kommt nun<br>
darauf an, diesen Kurs zu halten, um weiterhin Verlässlichkeit und<br>
Planungssicherheit herzustellen und eine Orientierung für die klimaneutrale<br>
Modernisierung unseres ganzen Kontinents zu geben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Europa muss nach wissenschaftlichem Rat nun bis 2040 seine<br>
Treibhausgasemissionen um 90 Prozent gegenüber 1990 verringern. Dazu braucht es<br>
entschiedene Anstrengungen und einen bedeutenden Beitrag von Deutschland als<br>
größtes Mitgliedsland mit den höchsten Emissionen und einem hohen Wohlstand. Wir<br>
halten deshalb an den rechtlich festgeschriebenen Zielen der Klimaneutralität<br>
2045 und den verbindlichen Zwischenzielen fest. Die Energiewende setzen wir<br>
ebenso fort wie den Umstieg auf das klimaneutrale Heizen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Verkehrsbereich hat den größten Aufholbedarf beim Erreichen der Klimaziele.<br>
Deshalb erhöhen wir die Dynamik, indem wir den Ausbau der Bahn noch weiter<br>
intensivieren und den Umstieg auf E-Mobilität beschleunigen. Um das<br>
sicherzustellen, werden wir, wie rechtlich vorgesehen, das aktuelle<br>
Klimaschutzgesetz evaluieren und entsprechend die Verantwortung von Sektoren<br>
stärken, in denen Klimaschutz zu wenig vorankommt. Würden Ziele verfehlt, drohen<br>
Deutschland teure Strafzahlungen und zukünftig höhere CO<sub>2</sub>-Preise, beides wollen<br>
wir für öffentliche Haushalte und Bürger*innen vermeiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für sozial gerechten Klimaschutz</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Den Weg zur Klimaneutralität gestalten wir als Weg zu einer gerechteren<br>
Gesellschaft: Von einem erschwinglichen und flächendeckend gut ausgebauten<br>
öffentlichen Verkehr profitieren vor allem Menschen, die sich kein Auto leisten<br>
können. Elektromobilität sowie der Fuß- und Radverkehr tragen zu besserer<br>
Luftqualität für alle bei. Gut gedämmte Häuser und klimaneutrale Wärme schützen<br>
die Menschen vor steigenden Heizkosten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Weg zur Klimaneutralität ist also mit vielen Vorteilen verbunden, aber er<br>
bedarf auch großer Investitionen – sei es bei der Installation neuer<br>
Heizungsanlagen, der Wärmedämmung, dem Einbau eines Energiespeichers oder dem<br>
Wechsel zum E-Auto. Investitionen brauchen Planungssicherheit und Vertrauen,<br>
gerade im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Fördermitteln. Dahin wollen wir mit<br>
einer berechenbaren Haushaltspolitik zurück. Viele Menschen werden diese<br>
Investitionen ohne Unterstützung nicht leisten können. Die Finanzierung der<br>
Investitionen zur klimaneutralen Erneuerung ist eine Generationenaufgabe, die<br>
entscheidend für das langfristige menschliche Leben auf diesem Planeten ist und<br>
die deshalb teilweise auch über Kreditaufnahme finanziert werden sollte.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir achten besonders darauf, dass alle die notwendige Modernisierung mitgehen<br>
können. Damit klimafreundliche Alternativen für alle Menschen erschwinglich<br>
werden, wollen wir in Zukunft Förderprogramme weiter ausbauen und durch soziale<br>
Staffelung insbesondere auf Menschen mit geringen und mittleren Einkommen<br>
zuschneiden. Erste Schritte in diese Richtung haben wir bereits unternommen, zum<br>
Beispiel mit den sozial ausgestalteten Förderprogrammen für die Modernisierung<br>
von Heizungssystemen und bei der Sanierung von Wohnungen und Häusern. Auch den<br>
Umstieg auf die E-Mobilität wollen wir für Menschen mit kleinen und mittleren<br>
Einkommen fördern, gerade im ländlichen Raum. Dazu schlagen wir eine staatliche<br>
Unterstützung beim Erwerb eines verbrauchsarmen E-Autos vor, welches zusätzlich<br>
die europäische Automobilwirtschaft unterstützt. Sie besteht aus einer Ladekarte<br>
für das Tanken an öffentlichen Ladesäulen, einer steuerlichen Förderung für<br>
kleine und mittlere Einkommen und einem Social-Leasing-Programm. Zudem beenden<br>
wir überzogene Preise an Ladesäulen durch scharfe Anwendung des EU-Rechts und<br>
stärken den Verbraucherschutz, sodass Strom und Wärme durch mehr Wettbewerb<br>
bezahlbarer werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir geben ein Sicherheitsversprechen: Alle Menschen mit niedrigen und mittleren<br>
Einkommen bekommen zum Ausgleich einen Großteil der Einnahmen der CO<sub>2</sub>-Bepreisung<br>
von Gebäudewärme und Transport als Klimageld zurück. Das Klimageld soll in der<br>
nächsten Legislatur so schnell wie möglich eingeführt werden und dann direkt und<br>
ohne vorherige Beantragung auf das Konto eingehen. Mieter*innen wollen wir<br>
dauerhaft und verlässlich davor schützen, dass die CO<sub>2</sub>-Kosten einseitig auf sie<br>
umgewälzt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Derzeit subventioniert der Staat klimaschädliches Verhalten. Das werden wir<br>
schrittweise abbauen und die frei werdenden finanziellen Mittel für den sozialen<br>
Ausgleich und Klimaschutz verwenden. Betroffene werden wir bei der Anpassung<br>
unterstützen, auf soziale Ausgewogenheit achten und Planungssicherheit geben.<br>
Als ersten Schritt werden wir das Dienstwagenprivileg so reformieren, damit es<br>
noch deutlichere Anreize für klimaneutrale Mobilität setzt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Klimakrise und damit verbundene Extremwetter wie Überschwemmungen oder<br>
Dürren führen zu immer größeren Schäden. Zugleich machen Ölkonzerne, die<br>
maßgeblich für die weltweiten CO<sub>2</sub>-Emissionen verantwortlich sind, weiter<br>
gigantische Gewinne. Wir werden uns dafür einsetzen, dass diese Verschmutzer<br>
einen Beitrag zum Ausgleich der Kosten der Klimakrise leisten und Bürger*innen,<br>
Landwirt*innen und Unternehmen nicht mit immer größeren Schäden allein dastehen.<br>
Auch in Deutschland gilt für uns ganz klar das Verursacherprinzip. Das bedeutet,<br>
dass beispielsweise die Folgekosten des Kohlebergbaus nicht auf die<br>
Allgemeinheit fallen dürfen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Weltweit und bei uns zu Hause: Es sind die Ärmsten, die am stärksten unter den<br>
Folgen einer eskalierenden Klimakrise leiden. Die Klimakrise ist ein<br>
Beschleuniger von Ungleichheit, dem stellen wir uns mit sozial gerechter<br>
Klimapolitik und unserem internationalen Einsatz für Klimagerechtigkeit<br>
entgegen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für günstige, verlässliche und klimaneutrale Energie</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Günstiger Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind, Sonne, Wasserkraft,<br>
Geothermie und naturverträgliche Bioenergie sichert unseren Wohlstand. Er ist<br>
auch die Grundlage für ein bezahlbares Leben, denn Wärme und Mobilität werden<br>
zunehmend elektrisch. Wir halten Kurs beim erreichten Rekord-Ausbautempo und<br>
bauen die Infrastruktur so aus, dass der günstige Strom bei Menschen und<br>
Unternehmen ankommt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die vergangenen Jahre sind wir auf diesem Weg einen riesigen Schritt<br>
vorangekommen: 2024 kamen circa 60 Prozent unseres Stroms aus erneuerbaren<br>
Quellen, 2021 waren es erst 40 Prozent. Bis 2030 wollen wir 80 Prozent<br>
erreichen; 2035 wird der Strom komplett klimaneutral hergestellt.<br>
Eigentümer*innen, Mieter*innen, Unternehmen und Kommunen sollen ohne große<br>
bürokratische Hürden eigene Energie nutzen oder an Energieprojekten teilhaben<br>
können. Dazu werden wir auch in Zukunft dezentrale Erzeuger von Solar- und<br>
Windenergie sowie Speicher, Elektrolyseure durch konsequenten Bürokratieabbau,<br>
Planungssicherheit und rentable Geschäftsmodelle unterstützen. Mit Energy<br>
Sharing werden wir es möglich machen, günstig erzeugten erneuerbaren Strom noch<br>
einfacher gemeinschaftlich und kommunal zu teilen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Erneuerbare Energien liefern enorm günstig, aber nicht gleichmäßig Strom. Daher<br>
müssen wir Angebot und Nachfrage optimal und möglichst dezentral aufeinander<br>
abstimmen. Dies erreichen wir durch kosteneffizienten Netzausbau und bessere<br>
Netznutzung, dezentrale Preissignale ohne eine Aufteilung der Gebotszone,<br>
Speichern aller Arten, eine neue Generation von wasserstofffähigen und flexibel<br>
einsetzbaren Kraftwerken und die effiziente Ausnutzung der enormen<br>
Flexibilitätspotenziale von Industrie, Gewerbe, Verkehr und privaten<br>
Verbraucher*innen. Wir setzen uns für einen leistungsfähigen europäischen<br>
Strombinnenmarkt ein und bauen die Stromnetze zu unseren europäischen Nachbarn<br>
aus. Außerdem setzen wir auf die konsequente Digitalisierung des Energiesektors.<br>
Mit digitalen und flexiblen Stromnetzen und dynamischen Stromtarifen werden<br>
künftig die Bürger*innen in die Lage versetzt, in Zeiten von viel Wind und Sonne<br>
den Strom per Batterie oder Wärmepumpe systemdienlich zu speichern, die<br>
Waschmaschine laufen oder das E-Auto laden zu lassen. Damit kann jede und jeder<br>
Geld sparen und von den Vorteilen der erneuerbaren Stromwelt direkt profitieren.<br>
Zugleich sinken die Kosten im Gesamtsystem.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Notwendig sind dazu auch neue Regeln, wie unser Strommarkt funktioniert.<br>
Langfristige Sicherheit für Investitionen in Kraftwerke, zum Beispiel im Rahmen<br>
von Kapazitätsmärkten, müssen mit intelligenten kurzfristigen Anreizen zum<br>
effizienten Stromverbrauch einhergehen. Damit ermöglichen wir einen zunehmend<br>
sich selbst tragenden Ausbau von Sonne, Wind und Speichern sowie sonstiger<br>
Infrastruktur und entlasten Strompreise und Bundeshaushalt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gerade weil der Umbau zum klimaneutralen Stromsystem hohe Investitionen<br>
erfordert, achten wir besonders auf die Kosten. Wir senken die<br>
Finanzierungskosten durch langfristig sichere Rahmenbedingungen, Garantien und<br>
intelligente Regulierung. Für neu zu planende Hochspannungsgleichstromleitungen<br>
werden wir die einfacheren Freileitungen wieder zum Standard machen und<br>
Erdverkabelung nur noch bei besonderen örtlichen Erfordernissen nutzen. Wir<br>
setzen zugleich den Weg fort, die Kosten nicht umzulegen, sondern anders zu<br>
finanzieren und Strom damit für Verbraucher*innen und Unternehmen billiger zu<br>
machen. Die Umlage aus dem <em>Erneuerbare-Energien-Gesetz (</em>EEG) wurde für die<br>
Verbraucher*innen bereits abgeschafft und wird nun vollständig aus dem Haushalt<br>
finanziert. Im nächsten Schritt senken wir die Stromsteuer auf das europäische<br>
Mindestmaß. Zudem reformieren wir die Finanzierung des Netzausbaus, um die<br>
Netzentgelte zu senken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Fossile Energieerzeugung ist ein Auslaufmodell. Gerade damit die Kohleregionen<br>
Planungssicherheit haben und der Strukturwandel geordnet unterstützt werden<br>
kann, halten wir daran fest, alle verbliebenen Kohlekraftwerke ab 2030 nicht<br>
mehr zu befeuern. Wir stehen für eine endgültige Absage an die Gasförderung in<br>
ganz Deutschland – an Land wie auf dem Meer. Eine Rückkehr zur Atomkraft ist<br>
weder für das Erreichen der Klimaziele noch für die Versorgungssicherheit<br>
notwendig – zudem scheiden neue Atomkraftwerke wegen der extrem langen Planungs-<br>
und Bauzeiten, der hohen finanziellen Risiken und der Ewigkeitskosten als<br>
realistische Option ohnehin aus. Der lange geplante und parteiübergreifend<br>
beschlossene Atomausstieg hat unser Land sicherer gemacht. Die Suche eines<br>
verlässlichen Endlagers bleibt eine Herausforderung, der sich das ganze Land<br>
stellen muss.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für verlässliche und bezahlbare Wärme</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Einstieg in eine verlässliche und klimafreundliche Wärme ist jahrelang<br>
verschlafen worden. Jetzt sind die Weichen richtig gestellt. In den nächsten<br>
Jahren wollen wir gemeinsam mit den Kommunen den Weg dafür ebnen, allen Menschen<br>
den schrittweisen Umstieg auf klimafreundliches und bezahlbares Heizen zu<br>
ermöglichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir geben mit dem bestehenden Gebäudeenergiegesetz und einer Förderung von bis<br>
zu 70 Prozent für den Einbau von fossilfreien Heizungen den<br>
Eigenheimbesitzer*innen, der Wirtschaft sowie den Mieter*innen und<br>
Vermieter*innen die nötige Planungssicherheit für Kauf und Einbau einer modernen<br>
klimafreundlichen Heizung, wie der Wärmepumpe, bis 2045. Die Unterstützung auf<br>
diesem Weg werden wir ausbauen. Ebenso ausbauen werden wir die Energieberatung.<br>
Zudem wollen wir die Klimakomponente im Wohngeld weiter stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wärmenetze sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu klimafreundlicher und<br>
bezahlbarer Wärme für alle. Vor allem in dicht besiedelten Gebieten können sie<br>
dazu beitragen, viele Häuser gleichzeitig mit klimafreundlicher Wärme zu<br>
versorgen. Den Aus- und Umbau von Wärmenetzen wollen wir mit der Verlängerung<br>
und Stärkung der Förderung für effiziente Wärmenetze (BEW) absichern,<br>
Genehmigungsprozesse optimieren und durch eine Senkung der Stromkosten auch die<br>
Erzeugung von klimafreundlicher Wärme bei den Energieerzeugern vor Ort stärken.<br>
Ein gleichzeitig starker Verbraucherschutz ist dafür Voraussetzung. Durch die<br>
Einführung einer Preisaufsicht wollen wir den Verbraucherschutz bei der<br>
Fernwärme, die vor allem von Mietshaushalten bezogen wird, weiter stärken.<br>
Mögliche Preisanstiege bei der Fernwärme wollen wir analog zu den Regelungen im<br>
Gebäudeenergiegesetz begrenzen. Außerdem werden wir privates Kapital für den<br>
Ausbau der Wärmenetze aktivieren und die Finanzierungskosten durch öffentliche<br>
Bürgschaften senken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Wärmewende kann sich auf eine Vielzahl von Technologien stützen.<br>
Entscheidend ist für uns jedoch, dass sich Verbraucher*innen auf<br>
Klimafreundlichkeit, Verlässlichkeit und Bezahlbarkeit verlassen können und sie<br>
nicht mit falschen Versprechen in Heiztechnologien investieren, mit denen sie<br>
einige Jahre später in der Kostenfalle landen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für vorsorgende Anpassungen an ein verändertes Klima</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dürren und Hitzeperioden, Waldbrände, Überschwemmungen und Starkregen kosten<br>
Menschenleben, zerstören Wohnhäuser, Straßen und Brücken, schädigen die<br>
Landwirtschaft und unsere Lebensmittelerzeugung. Indem wir unser Wirtschaften<br>
und Leben klimaneutral gestalten, bekämpfen wir ihre Ursachen. Aber im Angesicht<br>
der sich verschärfenden Auswirkungen der Klimakrise müssen wir weitaus stärker<br>
Vorsorge leisten. Wie groß die Schäden durch die Klimakrise sind, hängt auch<br>
davon ab, wie gut wir uns darauf vorbereitet haben. Die Anpassung an die<br>
Klimakrise ist deshalb eine gesellschaftliche, ökonomische und soziale<br>
Kernaufgabe der kommenden Jahre und Jahrzehnte.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit dem Klimaanpassungsgesetz haben wir Bund, Länder und Kommunen in Deutschland<br>
verpflichtet, diese Aufgabe anzugehen. Die Kommunen tragen die Hauptlast der<br>
Anpassungen, die uns als gesamte Gesellschaft betreffen. Deswegen wollen wir<br>
Klimavorsorge zur Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern machen und mehr<br>
Bundesmittel für die Anpassung bereitstellen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die vernichtende Ahrtalflut 2021 oder die zerstörerischen Fluten in Osteuropa<br>
2024 führen uns vor Augen, wie verletzlich unsere Gesellschaft besonders<br>
angesichts von Hochwasserkatastrophen ist. Deshalb werden wir den<br>
Hochwasserschutz zusammen mit den Ländern verbessern. Zusätzlich brauchen wir<br>
Investitionen in natürliche Überschwemmungsräume wie Auenwälder oder<br>
Erlenbrüche. Flüsse und ihre natürlichen Auen werden wir im Interesse des<br>
Hochwasserschutzes stärken und ihnen, wo immer möglich, durch Renaturierungen<br>
mehr Raum geben. Wir brauchen aber auch Hochwasserschutzanlagen wie starke<br>
Deiche, funktionierende Rückhaltesysteme und einen gut ausgestatteten<br>
Katastrophenschutz. Den Versicherungsschutz gegen Elementarschäden werden wir<br>
sozialverträglich ausweiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Besonders die Menschen in dicht bebauten Städten müssen besser vor Hitzewellen<br>
und Starkregen geschützt werden. Dafür sorgen wir mit mehr Bodenentsiegelung,<br>
Frischluftschneisen, Gebäudebegrünung, Stadtgrün, Wasserflächen und öffentlichen<br>
Trinkbrunnen. Als Schwammstädte sollen sie künftig mehr Wasser aufnehmen,<br>
speichern und im Sommer kühlend wirken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>D. Eine mobile Gesellschaft – Stadt und Land<br>
zusammen</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für schnelles, nachhaltiges und sicheres Fortkommen</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Schienen, Straßen und Brücken sind Lebensadern unseres Landes, doch sie wurden<br>
über Jahrzehnte auf Verschleiß gefahren. Die Folgen spüren wir alle in unserem<br>
Alltag: verspätete Züge, Umwege und Staus. Das ist ein Schaden für Menschen,<br>
Wirtschaft und Umwelt. Zugleich ist unser Verkehrssystem noch weit davon<br>
entfernt, seinen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele zu leisten. Das ändern wir<br>
durch ein leistungsfähiges Angebot an Bussen und Bahnen und mit dem klaren<br>
Signal hin zur klimafreundlichen E-Mobilität.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen die Mobilität für alle verbessern. Wir brauchen eine Grundsanierung<br>
unserer Verkehrsinfrastruktur. Planungs- und Genehmigungsverfahren haben wir<br>
stark beschleunigt. Jetzt gilt es, das mit dem Deutschlandfonds verlässlich zu<br>
finanzieren und so Wirklichkeit werden zu lassen, dass der Verkehrssektor seine<br>
Klimaziele erfüllen kann. Während unser Schienennetz deutschlandweit einen<br>
deutlichen Ausbau braucht, ist das Straßennetz bereits flächendeckend gut<br>
ausgebaut und benötigt daher Sanierungen statt Neubau. Dazu wollen wir einen<br>
integrierten Bundesmobilitätsplan erarbeiten, der Basis für eine klimaneutrale<br>
und flächenschonende Mobilität bis zum Jahr 2045 ist. Verkehrswege wollen wir<br>
erhalten und sanieren, das Schienennetz massiv ausbauen, stillgelegte<br>
Bahntrassen – gerade in den ländlichen Räumen – reaktivieren und modernisieren<br>
und ein bundesweites Netz von Radschnellwegen finanzieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um den Luft- und Schiffsverkehr klimaneutral zu modernisieren, unterstützen wir<br>
die Produktion nachhaltiger Kraftstoffe aus erneuerbaren Energien, zum Beispiel<br>
E-Kerosin, fördern Technologien zur Kraftstoffeinsparung und den schnellen<br>
Aufbau einer klimaneutralen Energieversorgung in Häfen, insbesondere einer<br>
klimaneutralen Landstromversorgung. Inlandsflüge wollen wir durch eine<br>
Verbesserung der Bahn überflüssig machen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen, dass alle in Stadt und Land günstig, sicher und klimafreundlich<br>
unterwegs sein können, egal mit welchem Verkehrsmittel. Mobil auf dem Land setzt<br>
vielerorts ein eigenes Auto voraus. Wir wollen den öffentlichen Verkehr so<br>
entwickeln, dass er auch auf dem Land eine alltagstaugliche Alternative zum Auto<br>
wird. Rufbusse und andere Konzepte wie digital vernetzte Kleinbusse können den<br>
Taktverkehr in der Fläche ergänzen. Bis zur nächsten Bundestagswahl wollen wir,<br>
dass dies exemplarisch in mindestens zehn Landkreisen Wirklichkeit wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen, dass ein funktionierendes Miteinander im Verkehr gelingt und alle<br>
sicher an ihr Ziel kommen. Das ist nur erreichbar, wenn überhöhte<br>
Geschwindigkeiten reduziert werden. In der Regierung haben wir mit der Reform<br>
des Straßenverkehrsrechts für Kommunen in einem ersten Schritt die Chance<br>
geschaffen, leichter Tempo 30 anzuordnen und den Fuß- und Radverkehr zu stärken.<br>
Als einziges Land weltweit erlaubt Deutschland das unbegrenzte Rasen auf<br>
Autobahnen – zum Schaden von Menschenleben und Umwelt. Ein Sicherheitstempo von<br>
130 km/h auf Autobahnen als generelles Tempolimit ist deshalb überfällig. Den<br>
Bußgeldkatalog für schwere Verkehrsverstöße wollen wir auf europäisches Niveau<br>
bringen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um Verkehrsräume attraktiver zu gestalten, Barrierefreiheit auszuweiten und die<br>
Verkehrssicherheit insbesondere von Schulwegen zu erhöhen, wollen wir Stadtumbau<br>
stärker fördern und veraltete Regelwerke erneuern. Unser Leitbild dabei ist die<br>
Vision Zero, also eine komplette Vermeidung von Verkehrstoten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine verlässliche und bezahlbare Bahn</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit dem Deutschlandticket haben wir den Tarifdschungel im öffentlichen<br>
Personennahverkehr (ÖPNV) gelichtet, Millionen von Kund*innen entlastet und ein<br>
attraktives Angebot entwickelt: Bus und Bahn im Nahverkehr sind heute so günstig<br>
wie nie zuvor. Diese Erfolgsgeschichte wollen wir fortschreiben und das<br>
Deutschlandticket weiter zu einem günstigen Preis für alle anbieten. Unser Ziel<br>
ist, gemeinsam mit den Ländern einen Ticketpreis von 49 Euro sicherzustellen.<br>
Wir begrüßen es, wenn Länder und Tarifverbünde Regelungen treffen, um junge<br>
Menschen kostenlos oder stark vergünstigt den ÖPNV nutzen zu lassen. Solche<br>
Angebote wollen wir bundesweit ausbauen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir werden das Nahverkehrsangebot in Deutschland weiter verbessern, um die<br>
Fahrgastzahlen in klimaneutralen Bussen und Bahnen bis 2040 zu verdoppeln.<br>
Bundesmittel wollen wir zusammen mit höheren Ausgaben der Länder und Kommunen<br>
für den Nahverkehr weiter steigern. Der öffentliche Nahverkehr soll<br>
mittelfristig im ganzen Land ein alltagstaugliches Angebot mit verlässlichen<br>
Taktverkehren garantieren. Unser mittelfristiges Ziel ist, alle Dörfer in der<br>
Zeit von 6 bis 22 Uhr mindestens einmal pro Stunde anzubinden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutschland soll ein Bahnland werden, in dem man seine Wege preiswert, bequem<br>
und klimaneutral zurücklegen kann. Hier bleibt viel zu tun, aber der Anfang ist<br>
gemacht: Immer mehr Menschen fahren Bahn, Takte werden verbessert und neue Züge<br>
eingesetzt. Unser Ziel ist der Deutschlandtakt, der Städte und Regionen<br>
regelmäßig und verlässlich miteinander verbindet. Das Schienennetz, das wir<br>
marode vorgefunden haben, werden wir weiter mit Hochdruck sanieren und im<br>
erforderlichen Maß ausbauen. Auch für den Schienengüterverkehr wollen wir<br>
Kapazitäten, zum Beispiel im Kombiverkehr, ausbauen und die Verlagerung von<br>
Straßentransport auf die Schiene fördern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für gleichwertige Lebensverhältnisse</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In den ländlichen Regionen ruht viel Kraft unseres Landes. In manchen haben<br>
Unternehmen Firmensitze, die Weltmarktführer sind, andere sind geprägt durch<br>
einzigartige Naturschätze. Sie alle haben eine eigene regionale Kultur und<br>
lokale Traditionen. Es gilt ihre Vielfalt zu schützen und die Gleichwertigkeit<br>
der Lebensverhältnisse zu verbessern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Damit sich Eigeninitiative, Unternehmergeist und Tatkraft voll entfalten können,<br>
braucht es eine zeitgemäße Infrastruktur in jedem Dorf, im ganzen Land. Mit<br>
erneuerbaren Energien und Klimaschutz lassen sich vor Ort schwarze Zahlen<br>
schreiben. Die Kommunen verdienen an der Energieerzeugung vor Ort aus Wind und<br>
Sonne mit und gewinnen damit eigene finanzielle Spielräume. Sie entscheiden<br>
selbst, ob das Schwimmbad saniert oder das Gemeindezentrum erweitert wird. Eine<br>
digitale Infrastruktur auf der Höhe der Zeit ist unverzichtbar für<br>
wirtschaftliche Innovation – genauso wie für gesellschaftliche Teilhabe. Und das<br>
heißt: Glasfaser in Stadt und Land und Mobilfunk ohne Funklöcher. Mit digitalen<br>
Standards können regionale Wirtschaftskreisläufe verbunden und gestärkt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Jede und jeder muss sich überall in unserem Land auf eine gute und erreichbare<br>
medizinische Versorgung verlassen können. Kommunale Gesundheitszentren, in denen<br>
Ärzt*innen, Pflegekräfte und Therapeut*innen unter einem Dach arbeiten, können<br>
in vielen Regionen das Angebot verstärken. Lebendige Ortskerne und offene<br>
Gemeindezentren sind oft die Voraussetzung für ehrenamtliches Engagement und<br>
Stärkung des Zusammenlebens. Lebendige Regionen entstehen durch passende<br>
Rahmenbedingungen für das Zusammenleben und gute Infrastruktur – auch für junge<br>
Familien und ältere Menschen. Sie wollen wir unterstützen und fördern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>E. Eine Natur, die wir schützen</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine intakte Natur</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Indem wir die Natur wiederherstellen und schützen, schützen wir uns selbst:<br>
heute und in Zukunft. Mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz sind wir<br>
diese Aufgabe kraftvoll angegangen und haben die Naturschutzfinanzierung in<br>
Deutschland vervielfacht. Das wollen wir verstetigen, erweitern und inhaltlich<br>
fortentwickeln und damit die Mittel für den natürlichen Klimaschutz über 2028<br>
hinaus anwachsen lassen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Europäisch ist ein Meilenstein gelungen: ein Gesetz zur Wiederherstellung der<br>
Natur. Das werden wir bis 2030 auf 20 Prozent der Fläche an Land und im Meer<br>
umsetzen. Dafür werden wir Flächen für die Wiederherstellung von Natur<br>
gesetzlich garantiert zur Verfügung stellen, denn auch sie liegen in einem<br>
überragenden gesellschaftlichen Interesse. Dazu wollen wir einen Schub für den<br>
Naturschutz: wirksame Maßnahmen gegen weiteren Flächenverbrauch, unbürokratische<br>
und schnellere Ausweisung von Naturschutzgebieten und zusammenhängende<br>
Biotopverbünde und Großschutzgebiete nach dem Vorbild des ostdeutschen<br>
Großschutzgebietsprogramms nach der Wende. Frei fließende Flüsse, naturnahe<br>
Bäche und wilde Weiden nehmen dabei eine zentrale Rolle ein und müssen – wo<br>
immer möglich – erhalten bleiben oder wiederhergestellt werden. Den<br>
unnatürlichen Ausbau der Flüsse, wie er zum Beispiel an der Mittelelbe oder im<br>
Odertal geplant ist, lehnen wir ab.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unsere Verantwortung für besonders typische Lebensräume wie das Wattenmeer,<br>
Buchenwälder und Streuobstbestände sowie für besonders bedrohte Arten wie die<br>
Wildkatze oder den Feuersalamander werden wir durch Artenhilfsprogramme und<br>
besondere Schutzmaßnahmen wahrnehmen. Den Bundesnaturschutzfonds werden wir<br>
weiter stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um dies alles umzusetzen, braucht es mehr Unterstützung für die<br>
Zivilgesellschaft, insbesondere in ländlichen Räumen. Denn der Erfolg des<br>
Aktionsprogramms zeigt: Die Menschen und die Kommunen wollen mehr Natur – es<br>
sind die Engagierten und Organisationen vor Ort, die sehr oft der Motor des<br>
Natur- und Artenschutzes sind.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Staatengemeinschaft hat vor zwei Jahren in Montreal eine globale<br>
Vereinbarung für den Schutz der Natur und Artenvielfalt mit ambitionierten<br>
Zielen beschlossen – das ist auch für uns ein klarer Auftrag, für den Erhalt und<br>
die Wiederherstellung intakter Ökosysteme zu arbeiten. Mit einer verbindlichen<br>
Nationalen Biodiversitätsstrategie werden wir diese Ziele national umsetzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dort, wo wir durch den Artenschutz bereits nachhaltige Erfolge erzielt haben,<br>
sind wir auch offen für pragmatische Herangehensweisen, um existierenden<br>
Zielkonflikten gerecht zu werden. Indem wir beispielsweise beim Wolf die Regeln<br>
für Abschüsse in problematischen Fällen vereinfacht haben, erhöhen wir die<br>
Akzeptanz des Artenschutzes als Ganzes.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unsere Wälder sind wichtig für die Artenvielfalt und Verbündete beim<br>
Klimaschutz. Gleichzeitig sind sie Erholungsraum und Grundlage für die<br>
forstwirtschaftliche Nutzung. Aber wir erleben ein zweites Waldsterben.<br>
Klimawandel, Trockenheit und Schädlingsbefall haben inzwischen dazu geführt,<br>
dass Wälder mehr CO<sub>2</sub> emittieren als senken. Wir werden deshalb naturnahe Wälder<br>
mit heimischen und standortgerechten Baumarten erhalten und wiederherstellen. Um<br>
das Ökosystem Wald zu erhalten, setzen wir auf ein modernes Bundeswaldgesetz,<br>
das natur- und klimaverträgliche Holznutzung zum Standard macht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für eine gesunde Umwelt</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die zunehmende Verschmutzung und Vermüllung ist neben der Klima- und<br>
Biodiversitätskrise die dritte große Herausforderung für den Schutz unserer<br>
natürlichen Lebensgrundlagen. Mit sauberen Böden, frischer Luft und<br>
Rückzugsorten, an denen man auch mal seine Ruhe genießen kann, sorgen wir für<br>
mehr Lebensqualität. Ob dreckige Luft oder Lärm, wir wollen die Leitlinien der<br>
Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum gesetzlichen Maßstab für ein gesundes<br>
Leben in Deutschland und Europa machen. Durch einen stärker vorsorgenden Ansatz<br>
bringen wir den Schutz unserer Böden ins 21. Jahrhundert. Dies bedeutet weniger<br>
giftige Rückstände im Boden und einen insgesamt rücksichtsvolleren Umgang aller<br>
Nutzer*innen, um die Kraft unserer Böden zu entfesseln.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unser Ziel ist es, den Verpackungsmüll wirksam zu reduzieren und die Vermüllung<br>
von Landschaft und Gewässern zu stoppen. Kunststoffhersteller werden wir stärker<br>
an den Umweltkosten ihrer Produkte beteiligen. Spätestens ab 2045 soll kein<br>
vermeidbarer Verpackungsmüll mehr anfallen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Bei der Reform des europäischen Instruments für die Sicherheit von Chemikalien<br>
(REACH-Regelung) wollen wir schneller vorankommen. Wir unterstützen einen<br>
risikobasierten Ansatz, der die Wechselwirkungen der Chemikalien berücksichtigt.<br>
Wichtig sind uns dabei die Beschleunigung der Verfahren und die Verbesserung der<br>
Sanktionsmöglichkeiten. Stoffe, die Mensch und Ökosysteme dauerhaft schädigen,<br>
wie die sogenannten Ewigkeitschemikalien nehmen wir besonders in den Blick.<br>
Überall dort, wo sie gut ersetzt werden können und insbesondere in<br>
verbrauchernahen Produkten, wollen wir aus ihrer Verwendung rasch aussteigen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für die Folgen der Verschmutzung von Wasser sollen die Verschmutzer aufkommen.<br>
Dafür wollen wir die Hersteller von wassergefährdenden Stoffen stärker in die<br>
Verantwortung nehmen. Der Vermüllung von Flüssen und Meeren wollen wir durch<br>
Abwassermanagement entgegentreten, Nährstoffeinträge reduzieren und die<br>
Verhandlungen für ein internationales Plastikabkommen erfolgreich abschließen.<br>
Meere schützen wir auch durch ein Ende der Öl- und Gasförderung in Nord- und<br>
Ostsee bis 2035. Wir wollen Technik fördern, die eine Bergung der<br>
Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee und ein umweltverträgliches Abfischen von<br>
Müll aus dem Meer ermöglicht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für sauberes Wasser und lebendige Meere</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Sauberes Wasser ist zentral für unsere Gesundheit, unsere Lebensqualität und das<br>
Funktionieren unserer Ökosysteme. Verschmutzung und die Klimakrise bedrohen<br>
unsere Wasserressourcen. Wir sorgen dafür, dass wir weiterhin sauberes<br>
Trinkwasser haben, dass die Landwirtschaft versorgt wird und unsere Flüsse, Seen<br>
und Meere intakt bleiben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit der Nationalen Wasserstrategie haben wir einen Masterplan vorgelegt, wie wir<br>
diese Ziele erreichen. Wir wollen die finanziellen und personellen Bedingungen<br>
schaffen, damit wir sie – gemeinsam mit den Ländern, aber auch über unsere<br>
Landesgrenzen hinaus – effektiv umsetzen können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen den natürlichen Wasserhaushalt wiederherstellen. Dafür wollen wir<br>
Städte und Landschaften so nutzen und gestalten, dass sie Wasser aufnehmen,<br>
speichern und bei Bedarf wieder abgeben können. Durch faire Entgelte, besonders<br>
für intensive Nutzer, wollen wir die Nutzung lenken und Unternehmen zum<br>
Wassersparen anregen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die verletzlichen Ökosysteme unserer Meere brauchen besonderen Schutz – deshalb<br>
entwickeln wir eine ambitionierte Meeresstrategie und schaffen damit echte<br>
Rückzugsgebiete für Fischschwärme und Meeressäuger. In einem Zehntel der<br>
deutschen Nord- und Ostsee soll die Natur völlig unberührt bleiben, während neue<br>
Schutzregeln auch in den übrigen Gewässern das Leben im Meer bewahren. Weltweit<br>
setzen wir uns weiter für ein Moratorium beim Tiefseebergbau ein. Die Einnahmen<br>
aus dem Verkauf von Meeresflächen für Windkraftanlagen sollen auch künftig<br>
direkt in den Meeresschutz fließen – so verbinden wir umweltfreundliche<br>
Stromerzeugung mit dem Schutz der Meere.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fühlen uns dem Schutz des Wattenmeers besonders verpflichtet. Das Wattenmeer<br>
ist eines der bioproduktivsten Ökosysteme weltweit. Es ist nicht nur Lebensraum<br>
für Schweinswale und Robben, sondern auch eine unersetzliche Nahrungsquelle für<br>
zahlreiche Zugvögel und Fischpopulationen. Dieser Schatz der Natur darf durch<br>
Gasbohrungen um Borkum nicht zerstört werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h2><strong>F. Eine zukunftsfeste Landwirtschaft</strong></h2></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für starke Landwirtinnen und Landwirte</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die Ernährungssicherheit langfristig zu gewährleisten, braucht es krisenfeste<br>
Betriebe, die sich auf die Veränderungen einstellen können und ein verlässlicher<br>
Partner beim Schutz der natürlichen Grundlagen sind. Auf dem Weg zu einer<br>
zukunftsfesten Landwirtschaft setzen wir auf den Einsatz, den Unternehmergeist<br>
und das Wissen der Landwirt*innen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Landwirtschaft bekommt große finanzielle Unterstützung, insbesondere die<br>
Gelder aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Sie muss die finanzielle Basis<br>
für den Schutz der natürlichen Grundlagen werden. Für die anstehende<br>
Neugestaltung ab 2027 gilt für uns: öffentliche Gelder für öffentliche<br>
Leistungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Wettbewerbsposition von Landwirt*innen gegenüber anderen Akteuren der<br>
Wertschöpfungskette soll gestärkt werden. Deswegen führen wir das Gebot des<br>
Kaufs zu kostendeckenden Preisen entlang der gesamten Lebensmittelkette ein und<br>
verankern verbindliche schriftliche Verträge im Agrarorganisationen- und<br>
Lieferkettengesetz. Wir wollen eine kartellrechtliche Prüfung, um auch im<br>
oligopolen Lebensmittelhandel faire Erzeugerpreise und Wettbewerb zu sichern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Wiedervernässung von Mooren ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Wir<br>
werden die Rahmenbedingungen deshalb so gestalten, dass landwirtschaftliche<br>
Flächen durch die Wiedervernässung an wirtschaftlicher Attraktivität gewinnen.<br>
Zusätzliche Verdienstmöglichkeiten für die Landwirt*innen treiben wir etwa durch<br>
den Ausbau von Agri-Photovoltaik sowie die Stärkung von Hanf und auch Schilf als<br>
Dämmung im Bausektor voran. Und wir unterstützen Betriebe dabei, in neuen<br>
innovativen Märkten wie alternative und pflanzliche Proteine Fuß zu fassen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für die Tierhalter in Deutschland braucht es eine Antwort auf die veränderten<br>
Konsumgewohnheiten und den stetig sinkenden Fleischkonsum, der sich aus<br>
tierethischen, gesundheits-, umwelt- und klimapolitischen Gründen vollzieht.<br>
Eine gute Prämisse sowohl im Sinne von Unternehmen als auch Tieren ist: weniger<br>
Tiere besser halten. Dafür haben wir den Umbau der Ställe für Schweine hin zu<br>
einer tiergerechten Haltung so stark gefördert wie keine Bundesregierung zuvor.<br>
Wir setzen uns dafür ein, dass es auch in der nächsten Legislatur dafür<br>
ausreichend Mittel gibt, um die Lebensbedingungen für alle Tierarten zu<br>
verbessern. Wir haben die Haltungskennzeichnung für Schweinefleisch eingeführt<br>
und ermöglichen Verbraucher*innen damit eine bewusste Kaufentscheidung. Diese<br>
Kennzeichnung werden wir auch auf die anderen Tierarten und die Außer-Haus-<br>
Verpflegung ausweiten. Kleine Gastronomiebetriebe werden wir ausnehmen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auch regionale Produkte sind bei immer mehr Verbraucher*innen gefragt. Deshalb<br>
wollen wir landwirtschaftliche Betriebe mit dem regionalen Lebensmittelhandwerk<br>
zusammenbringen – beispielsweise mit der Förderung regionaler<br>
Wertschöpfungsketten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für die natürlichen Grundlagen unserer Ernährung</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Auswirkungen der Klimaerhitzung, des Insektensterbens und unseres Umgangs<br>
mit gesunden Böden sind zentrale Herausforderungen für unsere<br>
Ernährungssicherheit. Zukunftsfeste Landwirtschaft stellt sich diesen<br>
Herausforderungen. Dafür braucht es neben mehr Wertschätzung auch genügend<br>
Wertschöpfung. Unnötige Bürokratie werden wir aktiv abbauen, ohne notwendige<br>
Standards im Umwelt- und Verbraucherschutz abzubauen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dafür braucht es einen möglichst sparsamen und bedachten Einsatz von Pestiziden<br>
und Düngemitteln. Der Pestizideinsatz soll EU-weit bis 2030 halbiert werden, um<br>
die EU-Farm-to-Fork-Strategie umzusetzen. Wir setzen hier auf Innovation,<br>
Digitalisierung sowie einkommenswirksame Honorierungen von Umweltleistungen. Und<br>
wir setzen auf marktwirtschaftliche Lösungen wie eine Pestizidabgabe, die<br>
wirksam und unbürokratisch ist. Außerdem schaffen wir genügend geschützte<br>
Rückzugsräume für die Natur. Wir bringen Agroforstsysteme raus aus der Nische<br>
und rein in die Fläche. Wir unterstützen die Landwirt*innen dabei, hier Bäume<br>
und Ackerkultur zu kombinieren. Damit leisten sie einen Beitrag zum Schutz der<br>
Böden und Artenvielfalt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine wichtige Rolle beim Schutz der natürlichen Grundlagen spielt die<br>
ökologische Landwirtschaft. Naturschonende Erzeugungsformen müssen einen Vorteil<br>
gegenüber Produktionsweisen haben, die starke Umweltfolgen nach sich ziehen. Wir<br>
unterstützen sie daher und arbeiten deshalb weiter an dem Ziel 30 Prozent<br>
Ökolandbau bis 2030.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir brauchen auch einen sorgsameren Umgang mit wertvollen Agrarflächen. Dafür<br>
führen wir im Planungsrecht Vorrangflächen für die Nahrungsmittelproduktion ein.<br>
Bei der Biomasse setzen wir auf die sorgsame Kaskaden- und Mehrfachnutzung.<br>
Übernutzte und geschädigte Böden gefährden eine gesunde Ernährung. Sie speichern<br>
weniger Wasser und verlieren relevante Nährstoffe. Dem wollen wir durch ein<br>
neues Bodenschutzgesetz vorbeugen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für gute Ernährung</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Jede und jeder kann selbst entscheiden, was er oder sie essen möchte. Aber nicht<br>
alle können sich so ernähren, wie sie gern würden. Das ist auch eine soziale<br>
Frage: Dort, wo Menschen sozial benachteiligt werden, sind ernährungsbedingte<br>
Krankheiten besonders häufig. Deshalb wollen wir die Rahmenbedingungen so<br>
gestalten, dass die Wahlfreiheit bei der Ernährung verbessert wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dafür bauen wir auf die Ernährungsstrategie der Bundesregierung „Gutes Essen für<br>
Deutschland“ auf und schaffen eine bessere Ernährungsumgebung. Ein besonderes<br>
Augenmerk legen wir dabei auf die Gemeinschaftsverpflegung – von Kitas über<br>
Kantinen bis Pflegeeinrichtungen. Außerdem werden wir Kinder vor Werbung für<br>
ungesunde Lebensmittel schützen und Geschmacksaromen für E-Zigaretten, die<br>
besonders junge Menschen zum Konsum verleiten, vom Markt verbannen. Zudem tragen<br>
stark zuckerhaltige Softdrinks wesentlich zu Übergewicht, Adipositas und<br>
Folgeerkrankungen bei. Gerade im Sinne des Kinder- und Jugendschutzes setzen wir<br>
uns für wirksame Maßnahmen zum Senken des Zuckergehalts von Softdrinks ein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Und wir werden weiter daran arbeiten, dass immer weniger Lebensmittel, die noch<br>
gut sind, weggeschmissen werden. Wir wollen deshalb, dass die Rettung und<br>
Weitergabe von Lebensmitteln Standard wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3>Für einen verbesserten Tierschutz</h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Tierschutz ist für uns eine Frage der Haltung. Die Tiere, die wir nutzen,<br>
schlachten und essen, sollen keine Qualen erleiden. Das beginnt bei der Zucht<br>
und endet bei der Haltung. Wir wollen die Zucht leidensfreier Tiere fördern und<br>
Qualzuchten beenden. Dazu gehören Puten, deren Brustfleisch so schnell wächst,<br>
dass sie sich nicht mehr auf den Beinen halten können, und Hunde, die kaum atmen<br>
können. Tierquälerei soll entschieden bestraft werden. Wir wollen allen<br>
Menschen, die Tiere halten, Zugang zu den notwendigen Kenntnissen geben. Da<br>
Tiere ihre Rechte nicht selbst einklagen können, setzen wir uns für ihre bessere<br>
rechtliche und politische Interessenvertretung ein. Dafür muss eine<br>
Tierschutzbeauftragte bzw. ein Tierschutzbeauftragter, dieses Amt wurde in<br>
dieser Legislatur geschaffen, verbindlich verankert und ein Verbandsklagerecht<br>
für anerkannte Tierschutzorganisationen eingeführt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die meisten Tiere in Deutschland werden in der Landwirtschaft gehalten, viele<br>
immer noch mit zu wenig Platz und nicht tiergerecht. Deshalb setzen wir uns<br>
dafür ein, dass dort weniger Tiere besser gehalten werden, sich frei bewegen<br>
können und ihrer natürlichen Lebensweise nachgehen können. Die Dauer von<br>
Tiertransporten wollen wir europaweit effektiv auf vier Stunden begrenzen,<br>
Transporte aus der EU heraus verbieten und Wege der Umgehung durch neue<br>
Transitländer verhindern. Schlachtmethoden wollen wir im Sinne des Tierschutzes<br>
verbessern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Tierversuche wollen wir reduzieren und – wo immer möglich – durch innovative,<br>
tierversuchsfreie Methoden ersetzen. Das stärkt auch den modernen<br>
Forschungsstandort Deutschland.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Tierheime sind bundesweit am Limit, sie müssen finanziell besser unterstützt und<br>
entlastet werden. Illegaler Tierhandel schadet Tieren und erzeugt<br>
Gesundheitsrisiken für den Menschen und gehört deshalb beendet. Wildtiere<br>
gehören in die Wildnis und nicht in Zirkusse, sie sollten nicht über gewerbliche<br>
Onlineseiten und Wildtierbörsen angeboten werden. Kommerzielle Importe von<br>
Wildfängen wollen wir beenden.</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Fri, 20 Dec 2024 18:15:02 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A1: WP-P Präambel</title>
                        <link>https://BG060125.antragsgruen.de/BG060125/WP-P-Praambel-54559</link>
                        <author>Bundesvorstand (dort beschlossen am: 17.12.2024)</author>
                        <guid>https://BG060125.antragsgruen.de/BG060125/WP-P-Praambel-54559</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Bei den Bundestagswahlen am 23. Februar stehen Sie, liebe Bürgerinnen und<br>
Bürger, vor einer wichtigen Entscheidung. Es geht darum, wer für unser Land in<br>
dieser herausfordernden Zeit Regierungsverantwortung trägt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Jetzt kommt es auf die Kraft unseres Zusammenlebens an, in dem die Menschen auch<br>
in diesen herausfordernden Zeiten so viel einbringen und leisten. Wir nehmen<br>
diese Kraft als Auftrag an die Politik, unser Land für die Menschen in den<br>
kommenden Jahren besser, gerechter und einfacher zu machen. Als Auftrag, dass es<br>
hier einfach funktioniert und der Alltag bezahlbar ist. Als Auftrag, unsere<br>
Verantwortung in einer kommenden Regierung wahrzunehmen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Deutschland hat viele große Stärken. Mit der Kraft von Ihnen, den Bürgerinnen<br>
und Bürgern, die den Laden jeden Tag trotz der großen Herausforderungen am<br>
Laufen halten. Auf der Arbeit. In der Familie. Mit viel Engagement und Einsatz.<br>
Mit einem starken Sozialstaat, erfolgreichen Unternehmen und ebenso starkem<br>
Mittelstand. Mit Anstrengung und Innovation, Vielfalt und Solidarität. Es ist<br>
auch die Kraft unseres Landes als Einwanderungsland. Viele Menschen tragen hier<br>
seit vielen Generationen zu unserem gemeinsamen Wohlstand bei, bringen sich ein<br>
und gestalten unser Zusammenleben mit.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Es geht jetzt darum, diese Kraft als Zukunftskraft aufzunehmen: ökologisch und<br>
ökonomisch, solidarisch und europäisch. Als Kraft, die sich den<br>
Herausforderungen stellt und die Probleme löst. Mit einer Zuversicht, die aus<br>
dem gemeinsamen Handeln kommt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Denn die Herausforderungen in dieser Zeit sind groß. Viele Menschen stehen unter<br>
Druck und haben Sorgen. Die Preise sind gestiegen, und der Lohn der eigenen<br>
Arbeit wurde für viele durch Miete, Heizen und die nötigsten Ausgaben<br>
aufgebraucht. Unser Frieden ist durch Putins Angriffskrieg bedroht.<br>
Autoritarismus und Populismus haben spürbar an Einfluss gewonnen. Wer etwas für<br>
unsere Demokratie tut, ist immer mehr mit Hass und Anfeindungen konfrontiert.<br>
Die Klimakrise verschärft sich trotz des Einsatzes vieler weiter, und die Natur,<br>
in der wir leben, wird weiter zerstört. Verspätete Züge, schlecht ausgestattete<br>
Kitas und Papierkrieg mit den Ämtern zehren an den Nerven. Ein jahrelanger<br>
Stillstand gefolgt vom Dauerkonflikt innerhalb der Ampelregierung hat Vertrauen<br>
in die Politik insgesamt gekostet.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Eine Politik, die Probleme löst und die Dinge zum Besseren wendet, kann nur<br>
gelingen, wenn sie den Bürgerinnen und Bürgern zuhört. Wenn sie nicht über die<br>
Menschen redet, sondern mit ihnen – so wie das jeden Tag überall im Land an<br>
unseren Küchen- und Esstischen geschieht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir haben in den vergangenen drei Jahren unsere Regierungsverantwortung<br>
wahrgenommen. In anspruchsvollen Jahren mit neuen Krisen. In einer schwierigen<br>
Regierungskonstellation. Wir haben die Jahre genutzt, um Schwung aufzunehmen und<br>
Probleme zu lösen. Probleme, die von Großen Koalitionen lange Jahre angehäuft<br>
wurden. Wir haben uns von der Abhängigkeit von Putin befreit. Wir haben den<br>
erneuerbaren Energien großen Rückenwind verliehen. Wir sind jetzt tatsächlich<br>
auf Kurs zum Erreichen der Klimaziele eingeschwenkt. Wir investieren in unsere<br>
deutsche und europäische Sicherheit und arbeiten an neuen Partnerschaften. Wir<br>
haben angefangen, die Zukunftskraft unserer Wirtschaft zu stärken, durch mehr<br>
Fachkräfte, mehr Innovation und weniger Bürokratie. Wir haben auch endlich<br>
wieder in den Erhalt der Natur investiert, in eine nachhaltige Landwirtschaft.<br>
Wir haben zum Erfolg des europäischen Green Deal beigetragen. Wir haben Kinder<br>
und Familien besser unterstützt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir werben deshalb dafür, den Weg der Erneuerung fortzusetzen, ihn nicht wieder<br>
mit Hürden zu verstellen oder gar rückzubauen – wie es schon einmal geschehen<br>
ist. Mit dem vorliegenden Programm machen wir deutlich, worauf es für unser Land<br>
jetzt ankommt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><em>Nehmen wir unsere ökologische und ökonomische Zukunft in die Hand! Wachsen wir<br>
in die Zukunft!</em></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir setzen in diesem Programm auf die Wirtschafts- und Innovationskraft unseres<br>
Landes. Doch aus dem Zutrauen in die Wirtschaft erwächst zugleich der Auftrag,<br>
die Zukunftsblockaden zu lösen. Wir wollen, dass unsere Wirtschaft in die<br>
Zukunft wächst: klimaneutral, innovativ, wettbewerbsfähig in einem gemeinsamen<br>
Europa. Ihre Kraft können Unternehmen nur entfalten, wenn sie Raum bekommen für<br>
unkomplizierte und pragmatische Lösungen – und sich zugleich auf klare Ziele und<br>
Rahmensetzungen verlassen können. Das verlangt von der Politik: Kurs halten.<br>
Verlässlichkeit herstellen. Regeln und Normen vereinfachen – ob von der<br>
Europäischen Union oder hausgemacht. Kurz: mehr ermöglichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dabei kommt dem Schutz unseres Klimas und unserer Ökosysteme herausragende<br>
Bedeutung zu. Nur wenn sie intakt sind, kann unsere Sicherheit, unsere Freiheit<br>
und unser Wohlstand intakt sein. Verantwortung heißt, dem Rechnung zu tragen.<br>
Und die notwendige Erneuerung solidarisch zu gestalten. Jede und jeder mit den<br>
eigenen Möglichkeiten, Erfahrungen und Stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit unserer Zukunftsagenda stellen wir die Weichen für Investition und<br>
Innovation, für Erneuerung in Fairness und Solidarität, für Dynamik statt<br>
bürokratischer Lähmung. Mit dem „Deutschlandfonds“ werden wir in Bund, Ländern<br>
und Kommunen die notwendigen Mittel für die Investitionen in diese Zukunft<br>
mobilisieren. Er stärkt unsere gemeinsamen Infrastrukturen, auf die Gesellschaft<br>
und Wirtschaft so dringend angewiesen sind. Zu diesem Investitionsfonds schlagen<br>
wir einen „Pakt für ein modernes Deutschland“ vor – zu dem alle politischen<br>
Ebenen eingeladen sind: Bund, Länder und vor allem die Kommunen. Verständigen<br>
wir uns in dieser Zeit neu, wie wir unser Land im Dienst der Menschen auf<br>
Vordermann bringen – zusammen und nicht gegeneinander!</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><em>Nehmen wir unsere soziale Zukunft in die Hand! Sorgen wir dafür, dass alle<br>
Menschen fair dabei sind und die Dinge des alltäglichen Lebens bezahlbar sind!</em></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir bauen in unserem Programm auf die soziale Kraft unseres Landes. Aus diesem<br>
Zutrauen in die Menschen erwächst für uns der Auftrag, einen ernsthaften Beitrag<br>
zu leisten, dass alle Menschen dabei sein können. Und dass der Alltag wieder<br>
bezahlbar ist. Wir machen Strom billiger, sorgen für erschwingliche Mobilität<br>
und bezahlbare Mieten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gute Bildung, gute Arbeit, verlässliche Mobilität und bezahlbares Wohnen sind<br>
die zentralen Faktoren, an denen sich die Lebenschancen der Menschen<br>
entscheiden. Ein faires Steuersystem ist dafür die Voraussetzung. Wir setzen uns<br>
mit Nachdruck dafür ein, dass unsere Kitas, Schulen und Hochschulen gestärkt<br>
werden. Damit sie allen Kindern eine Chance auf einen guten Start ins Leben<br>
bieten. Wir unterstützen gute Arbeit durch faire Löhne und einen höheren<br>
Mindestlohn. Durch Gleichberechtigung für Frauen, auch auf dem Arbeitsmarkt. Und<br>
wir machen Wohnen bezahlbarer, indem wir Mietsteigerungen begrenzen, sozialen<br>
Wohnungsbau unterstützen und eine realistische Neubaustrategie vorlegen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><em>Nehmen wir unsere gesellschaftliche und demokratische Zukunft in die Hand!<br>
Sichern wir unseren Frieden in Freiheit!</em></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir setzen in dem Programm auf die gesellschaftliche und demokratische Kraft der<br>
Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, auf die Kraft unserer gemeinsamen<br>
Republik in ihrer Vielfalt. Doch auch dieses demokratische Zutrauen in die<br>
Bürgerinnen und Bürger erfordert einen neuen Auftrag an die Politik, unsere<br>
demokratischen Institutionen und unser demokratisches Zusammenleben lebendig zu<br>
halten und zu stärken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unsere demokratische Kraft entsteht, wenn Menschen sich als Gleiche begegnen,<br>
wenn aus dem freien Austausch unterschiedlicher Ansichten der Wettstreit um die<br>
bessere Lösung wird. Deshalb müssen wir unsere öffentlichen Räume stärken. Die<br>
gemeinsamen Orte, an denen Übereinstimmung sichtbar wird und Unterschiede<br>
ausgetragen werden: eine gute Schule; gute Arbeitsplätze; eine starke und<br>
vielfältige Medienlandschaft; starke öffentliche Räume, die uns in Vielfalt<br>
verbinden, des Sports und der Kultur. All diese Orte sind die Voraussetzung<br>
unseres demokratischen Zusammenhalts in Vielfalt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Gerade weil die Stärke unseres Landes daraus entsteht, dass jede und jeder<br>
dazugehört, unabhängig von der Herkunft, brauchen wir auch eine neue Kraft der<br>
integrativen Gesellschaft. Was wir damit meinen: gemeinsam in Vielfalt. Was es<br>
dafür braucht: Aufstiegschancen, Respekt im Streit, Kompromissfähigkeit und<br>
Koalitionsfähigkeit in der demokratischen Mitte. Bürgerschaftliche<br>
Verantwortung, aber auch eine neue Verantwortung der demokratischen<br>
Institutionen und der gewählten Repräsentantinnen und Repräsentanten, die<br>
Probleme zu lösen und zum Funktionieren beizutragen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Und so, wie wir unsere Freiheit und unser Zusammenleben nach innen zu sichern<br>
haben, so gilt es in dieser Zeit, unseren Frieden in Freiheit nach außen zu<br>
sichern. Gerade jetzt brauchen wir – in unserem eigenen Interesse – eine neue<br>
Initiative an der Regierungsspitze für ein starkes gemeinsames Europa. Wir<br>
können diplomatische Kraft, die engagierte Suche nach belastbaren Lösungen, nur<br>
aufbringen, wenn wir uns als freies Europa zugleich handlungsstark zeigen. Die<br>
geopolitischen Kräfteverhältnisse in der Welt verändern sich rasant – und das<br>
nicht erst seit heute. In dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine zeigt<br>
sich eine Bedrohung für die europäische Friedensordnung und unsere Demokratie<br>
insgesamt – daher ist die Unterstützung der Ukraine auch unser bester<br>
Selbstschutz. So wie unsere europäischen Nachbarn für uns da waren, sodass wir<br>
in Deutschland wiedervereint im Herzen Europas in Freiheit leben, sind wir das<br>
auch für unsere Nachbarn. Gemeinsam gilt es Frieden in Freiheit neu zu sichern.<br>
Gemeinsam mit den vielen Staaten weltweit, die ebenso wissen, dass das Einstehen<br>
für eine regelbasierte Ordnung der beste Schutz ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Liebe Bürgerinnen und Bürger,</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>nur wenn wir unsere Stärken in Zukunftskraft verwandeln, werden wir das erhalten<br>
und stärken können, was uns lieb und teuer ist. Wir betonen das, weil wir in den<br>
vergangenen Jahren auch gesehen haben, wie verlockend es in der Politik ist, die<br>
Verluste der unterlassenen Veränderung einfach zuzukleistern, nach dem Motto<br>
„Niemand muss sich hier verändern“, oder sich nur noch in der Vergangenheit<br>
aufzuhalten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit Robert Habeck kandidiert ein Mensch für die Führung der kommenden Regierung,<br>
der diesen Unterschied macht. Der eine Politik des Zuhörens mit Orientieren<br>
verbindet, Regierungserfahrung mit der Bereitschaft selbst zu lernen,<br>
Ehrlichkeit mit der Bereitschaft anzupacken, Zukunftsstärke mit der Kraft zur<br>
breiten gesellschaftlichen Verbindung. Dem es um die ganze Gesellschaft geht und<br>
der dies als Verantwortung begreift, in eine starke Zukunft zu führen. Gemeinsam<br>
mit Annalena Baerbock, der Außenministerin unseres Landes. Die Haltung zeigt, wo<br>
andere zaudern. Die mit Menschlichkeit, Partnerschaft und Stärke für unsere<br>
Werte und Interessen einsteht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dafür bitten wir bei der kommenden Bundestagswahl um Ihr Vertrauen und Ihre<br>
Stimme!</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nehmen wir unsere Zukunft zusammen in die Hand! Wachsen wir zusammen!</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Fri, 20 Dec 2024 18:14:04 +0100</pubDate>
                    </item></channel></rss>